Die Stadt Bergisch Gladbach prüft die Einrichtung von Schulstraßen.
SchulstraßenBergisch Gladbach prüft Straßensperrung für Hol- und Bringverkehre

Auch an den Grundschulen in Bensberg sind Eltern-Taxen ein Problem
Copyright: Christopher Arlinghaus
Für zahlreiche Erziehungsberechtigte ist der Einsatz als „Elterntaxi“ ein liebgewonnenes Ritual: Früh am Morgen werden die Kleinen mit dem Pkw zur Schule gebracht und möglichst erst an der Schulpforte aus dem Auto gelassen. Zum Nachmittag wiederholt sich das Spiel: Die Ranzenträger steigen schulnah ins „Elterntaxi“.
Morgens und nachmittags passiert, was passieren muss: Die Straßen in Schulnähe sind hoffnungslos verstopft, und auch in den übrigen Stadtteilen bilden sich oft Rückstaus. Aus pädagogischer Sicht wäre oft ein Fußweg zur Schule wichtig, auch damit die Kinder untereinander Kontakt bekommen.
Was auch die Folge ist: Die Verkehrssituation im Umfeld der Grundschulen verschärft sich. Für Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad zur Grundschule unterwegs sind, wird es gefährlicher. Die Folge ist dann oft eine Kettenreaktion: Auch die bislang zu Fuß gehenden Kinder werden von den Eltern zur Schule gefahren, diesmal aus Sicherheitsgründen.
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Jede Straße wird geprüft
Das Problem der „Elterntaxis“ zu lösen, beschäftigt seit langem die Gladbacher Stadtverwaltung. Jetzt könnte Bewegung in die Angelegenheit kommen. Im Mobilitätsausschuss stellten sich alle Fraktionen hinter einen Prüfauftrag, an einigen Schulen im Stadtgebiet Konzepte für eine mögliche Einführung von „Schulstraßen“ zu erarbeiten; eine Anregung, die aus dem Beschwerdeausschuss die Fachpolitiker erreichte.
Als mögliche Schulen werden in der Bürgeranregung der Heimstättenweg (Gemeinschaftsgrundschule Hand), die Burgstraße (Gemeinschaftsgrundschule Kippekausen), die Kauler Straße (Evangelische Grundschule Bensberg) und der Concordiaweg (Concordiaschule Schildgen) genannt. Zu bestimmten Zeiten könnten diese Straßen für den gesamten Autoverkehr gesperrt werden, nicht nur für die „Elterntaxis“.
Verwaltung unterstützt die Idee
Entschieden ist noch nichts: Die Verwaltung prüft für jede einzelne Schule. Und eine Entscheidung müsste vom Fachausschuss kommen, wieder für jede Schule einzel. Es ist nur die erste Weiche, die gestellt wurde. Die Verwaltung jedenfalls scheint dem Anliegen nicht abgeneigt. Das Erstellen von Konzepten werde empfohlen, lautet die Aussage an die Verkehrspolitiker nach internen Besprechungen mehrerer Fachabteilungen.
Ein Erlass der Landesregierung aus dem vergangenen Jahr könnte dafür die Grundlage bilden: Demnach könnten Straßen in der Umgebung von Schulen zeitweise gesperrt werden, insbesondere zu den Hauptzeiten des Hol- und Bringverkehrs für Autos. Auch ein Verkehrsversuch für eine „Schulstraße“ wäre vorstellbar. Dafür müsste konkret eine Gefahr für die Sicherheit des Verkehrs ausgehen. Fazit der Verwaltung: Zunächst ein Verkehrsversuch, um die Folgen der Straßensperrung herauszufinden.
Prüfung der Folgen
Sollten die Beteiligten dann der Auffassung sein, dass der Verkehrsversuch eine positive Auswirkung habe, könnte die dauerhafte Einrichtung der Sperrung eingerichtet werden. Polizei und Ordnungsamt sollten in den jetzt startenden Prozess eingebunden werden. Auch Kommunen, die bereits Erfahrungen mit „Schulstraßen“ haben, sollten kontaktiert werden.
„Kinder sind die schwächste Verkehrsteilnehmer, wir freuen uns auf ein Konzept“, begrüßte Christine Leveling (SPD) im Mobilitätsausschuss die Anregung. Allerdings gebe es wohl ein Problem: Der Hol- und Bringverkehr könnte sich verlagern, und zwar bis zu jener Stelle, ab der die Straße gesperrt ist. „Wir sollten ein Konzept erarbeiten“, stellte sich auch Lutz Schade (CDU) hinter die Idee.
Für die Verwaltung betonte der Erste Beigeordnete Ragnar Migenda, dass der Hol- und Bringverkehr eingedämmt werden sollte, es gehe um die Sicherheit der Kinder. In der Nachbarstadt Köln gebe es bereits sehr viele Schulstraßen.