Am Schlehdornweg wollte die Verwaltung eine „geordnete Hinterlandbebauung“ ermöglichen. Die Mehrheit lehnte ab. Ein Schuppen stand im Weg.
Streit um BebauungsplanOdenthaler Politik stimmt gegen neue Baugrenzen am Schlehdornweg

Eine Baulücke am Schlehdornweg sorgt seit geraumer Zeit für Ärger. Eine geplante Neuordnung der Baugrenzen scheiterte.
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Der geplante neue Bebauungsplan Nummer 87 in Obererberich hat keine Mehrheit erhalten. Im Planungsausschuss stimmten vier Mitglieder der Grünen, die SPD und die FDP gegen das Vorhaben am Schlehdornweg und überstimmten damit die CDU, die für die von der Verwaltung vorgeschlagene „Neuordnung der Baugrenzen“ votierte. Ein Mitglied der Grünen enthielt sich, ein weiteres nahm an der Abstimmung nicht teil.
Gegen das Vorhaben hatte es schon im Vorfeld zahlreiche Proteste gegeben, zudem auch im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung. Wie berichtet, will ein Grundstückseigentümer am Schlehdornweg eine Baulücke mit einem Mehrfamilienhaus bebauen. Dort besteht Baurecht, aber Nachbarn kritisierten das Gebäude als zu massiv für die umliegende Bebauung.
Ein neuer Bebauungsplan hätte Wohnbebauung im Hinterland erlaubt
Zudem war in dem Wohngebiet über die Jahre auf dem rückwärtigen Grundstück ein Gartenbaubetrieb entstanden, der nach Angaben der Nachbarn für Lärm, Schmutz sowie für Beeinträchtigung des angrenzenden Landschaftsschutzgebietes sorgte. In der Folge schritt der Kreis ein und wies den Firmenchef an, seinen Betrieb aus dem Wohngebiet zu verlegen.
Gleichzeitig schlug die Gemeindeverwaltung der Politik vor, den dort gültigen Bebauungsplan zu ändern. Damit hätte nicht nur an der Straße ein inzwischen in der Planung verändertes Haus, sondern auch auf dem rückwärtigen Areal eine Wohnbebauung entstehen können. Hier steht bisher ein Schuppen. Eine geordnete Hinterlandbebauung diene der gewünschten „städtebaulichen Verdichtung“, so die Planer.
Gebäudeverdichtung contra Flächenverbrauch
„Wenn wir nicht in die Fläche bauen wollen, macht das Sinn“, befürwortete Nicola Ciliax-Kindling (CDU) den Plan. Die Mehrheit verweigerte ihre Zustimmung. „Wir als Grüne sind für Verdichtung und Lückenschluss“, sagte Barbara Hollax. Daher könne man zwar das geplante Wohnhaus an der Straße unterstützen, nicht aber die „nachträgliche Genehmigung“ eines „illegalen Baus“, sagte sie mit Blick auf den Schuppen.
Der aber sei genehmigt und es existiere in dem Gebiet bereits „ein Wohnhaus in zweiter Reihe“, korrigierte Planer Rainer Koch. Es gehe nicht mehr um den nicht genehmigten Betrieb dort, so Jurist Wilhelm Bamberger. Es gehe darum, das Gebiet „zu ordnen.“