Familie wird großgeschrieben bei Wolfgang und Gitta Keller. Vor der goldenen Hochzeit haben sie ihre Wohnung in Dortmund aufgegeben.
„Enkel-Tag“Darum zog ein Goldhochzeitspaar mit 70 Jahren noch einmal um nach Erftstadt

Ihre Goldhochzeit feiern Wolfgang und Gitta Keller. Erst kürzlich ist das Ehepaar nach Erftstadt-Köttingen gezogen.
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Mit 70 Jahren noch einmal umzuziehen, ist ein großer Schritt und eine ganze Menge Aufwand. „Wir haben so viel Kram“, sagt Gitta Keller. Einen Gang zur ZDF-Show „Bares für Rares“ haben sie auch schon erwägt. Als sie sich den Drehort in Pulheim einmal anschauen wollten, sind sie sogar zufällig ans Set geraten. „Die haben uns da aber schnell wieder rausgeschoben“, lacht Gitta Keller.
Ihren „Kram“ haben sie bisher noch nicht verkauft, aber viel vor dem Umzug weggeworfen. Die zwei Häuser, die sie in Dortmund hatten, haben sie verkauft. Bereut haben sie den Schritt nicht. „Wir fühlen uns hier wohl“, sagt Wolfgang Keller. Nach 70 Jahren in Dortmund-Wichlinghofen, ist das Ehepaar vor sieben Jahren nach Erftstadt-Köttingen gezogen. Dort feiern beide nun ihre goldene Hochzeit.
Erftstadt: Einmal in der Woche ist Enkel-Tag bei den Kellers
Grund für den Umzug ist ihr einziges Kind, Sohn Marco, der mit seiner Frau Wiebke und den beiden Enkeln Merle (4) und Luis (6) nicht weit entfernt in Ahrem wohnt. „Einmal die Woche ist Enkel-Tag“, sagt Wolfgang Keller. Dann holen Oma und Opa die Kinder direkt in der Kita ab und bespaßen sie im Garten oder beim Spielen mit der großen Spielzeug-Eisenbahn. Die ist von Mika (14), dem ältesten Sohn aus erster Ehe von Marco Keller, der bei seiner Mutter in Lippstadt wohnt und auch häufig zu Besuch kommt.
Generell wird Familie bei den Kellers großgeschrieben. Ihren Sohn haben sie schon immer sehr unterstützt. Als vielversprechender Basketball-Spieler gab es auch in den Jugendmannschaften schon weite Auswärtsfahrten, bei denen sie immer mitgekommen sind. Auch zu einem Turnier bis nach Dänemark sind sie gefahren. Danach haben sie einen Freund von Marco noch zurück nach Bayern gebracht, bevor es wieder nach Dortmund ging. „So verrückt waren wir damals“, sagt Gitta Keller.

Das Hochzeitsfoto von Wolfgang und Gitta Keller.
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Auch zu den Eltern der Schwiegertochter Wiebke haben sie einen guten Draht. Diese wohnen nur fünf Gehminuten entfernt in Köttingen. Bald steht ein gemeinsamer Trip mit Kindern und Enkeln nach Holland an. Nicht der erste gemeinsame Urlaub.
Die Ehejubilare lernten sich schon in ihrer Schulzeit kennen
Wolfgang und Gitta Keller kennen sich schon aus Schulzeiten. Beide sind in Dortmund-Wichlinghofen aufgewachsen. Zusammengekommen sind sie dann durch den Karnevalsverein, den Gittas Eltern 1952 gegründet haben. „Wir wurden quasi verkuppelt“, sagt Wolfgang Keller. „So viele Leute gab’s da ja auch gar nicht.“ Trotzdem war die Liaison nicht selbstverständlich. Denn Gitta ist Schalke-Fan und Wolfgang unterstützt Dortmund. „Wir haben aus Liebe geheiratet“, sagt Gitta Keller.
Auf dem Polterabend haben sie mit 150 Leuten gefeiert, auf der „richtigen“ Hochzeit nur im kleinen Kreis. Ein Jahr nach der Hochzeit wurde Sohn Marco geboren. Auch ihre goldene Hochzeit wollen die Jubilare im Kreis der Familie feiern. Ein richtiges Rezept für eine so lange Ehe haben beide nicht. „Gesund bleiben ist wichtig“, sagt Wolfgang Keller. Ihr Sohn und die Enkel kümmern sich sicher darum, dass sie das auch noch lange bleiben.