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Stadt will sparenKritische Töne beim Talentkonzert in Musikschule Erftstadt

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Das Foto zeigt drei junge Musikerinnen mit ihren Blasinstrumenten.

Erstplatzierte beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ spielten auf, so wie das „Joleva-Trio“: Johanna Stredak (Klarinette), Eva Lehmann (Fagott) und Leni Ahlrichs (Klarinette).

Die Politik will drei der zwölf hauptamtlichen Stellen streichen. Dies bleibt nicht ohne Widerhall.

Der Applaus für die erst siebenjährige Violinistin Olivia Wang, die mit Vivaldi das 29. Talentkonzert der Volksbank Rhein-Erft-Köln e.G. im Geske-Kulturhaus eröffnet hatte, war gerade verklungen, als Roman Estl auf der Bühne ein außerplanmäßiges, flammendes Plädoyer für die Musikschule hielt.

Der Musiklehrer und Sohn des Gründers der Bernd-Alois-Zimmermann-Musikschule in Erftstadt beschrieb das Institut als „Mikrokosmos“ und kulturelle Heimat für 1100 Schülerinnen und Schüler, Kinder wie Rentner, die auch gemeinschaftlichen Aufgaben wie Konzerten in Krankenhäusern oder Angeboten für Geflüchtete gerecht werde. Er kritisierte den Haushaltsbeschluss der Stadt, getragen von Grünen, FDP und CDU, der die Streichung von drei der zwölf hauptamtlichen Stellen vorsehe, die sich auf 24 Teilzeitlehrkräfte verteilen.

Fünf leere Orchesterstühle und eine Geige ohne Töne als Mahnung

Eine Hauptgruppe an Instrumenten betreffe die Streichungen, machte Roman Estl klar, man stelle sich ein Orchester ohne Trompete, Horn und Cello vor. In der Inszenierung eines Werkes von John Cage zeigte Estl, wie sich ein Orchesterwerk demnächst anhören könnte: fünf leere Orchesterstühle und eine Geige ohne Töne.

So weit kam es im Talentkonzert unter dem Titel „Die Melodie der Harmonie“ zum Glück noch nicht. Vielmehr zeigten sich die jungen Talente der Musikschule musikalisch und spielfreudig. Es waren durch die Bank Erstplatzierte im Musikwettstreit „Jugend musiziert“, die sich die Bühne teilten.

Auf dem Foto ist ein Mädchen zu sehen, das Geige spielt.

Die erst siebenjährige Olivia Wang eröffnete das Talentkonzert mit Vivaldi.

Lennard Theune glänzte in einem zeitgenössischen Solo mit großem Ton auf dem Altsaxofon, begleitet vom Ehrenamtler Eberhard Aufderheide am Klavier. Das „Joleva Trio“, die Klarinettistinnen Johanna Stredak und Leni Ahlrichs und Eva Lehmann am Fagott, spielte ein Mozart Divertimento. Ein an Musikschulen selten anzutreffendes Bläserquintett mit den fünf Schülerinnen, Nicole Kuprei (Klarinette), Tabea Köster (Querflöte), Anna Maria Fischenich (Fagott), Sophie Kobler (Oboe) und Emilia Hahn (Horn) spielte unter anderem die „Feldparthie“ von Joseph Haydn.

Die Leiterin der Schule, Julia Berg, hatte das Benefizkonzert zugunsten der musikalischen Früherziehung an Kindertagesstätten und Vorschulen eröffnet. Die Erftstädter Filialleiterin der Volksbank, Stefanie Breuer, bat um reichlich Spenden für den guten Zweck.