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VandalismusIn Kerpen-Sindorf wurden Dutzende Straßenlaternen zerstört

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Eine kaputte Leuchte am Mastenweg.

Eine kaputte Leuchte am Mastenweg.

Manche der zerstörten Leuchten konnte die Stadt Kerpen schon austauschen. Für andere braucht es allerdings Fachunternehmen.

In Teilen von Kerpens größtem Ortsteil bleibt es seit einer Woche dunkel. Dieses Mal liegt das aber nicht an Stromausfällen oder Kabelschäden. Unbekannte haben Dutzende Straßenlaternen in der Nähe von Mastenweg, Kerpener Straße und Luisenstraße zerstört – und das irreparabel. Auch haben sie Lampen in der Nähe des Park-and-Ride-Parkplatzes Sindorf beschädigt.

Allein am Mastenweg seien 18 Leuchten betroffen, sechs seien es am Parkplatz, sagt Stadtsprecher Harald Stingl. „Ein geringer Teil der ausgefallenen Leuchten wird in den kommenden Tagen durch eigenes Personal instandgesetzt.“ Weitere Leuchten müssten aber von Fachunternehmen ausgetauscht werden – und das sorgt laut Stingl dafür, dass etwa ein Großteil des Mastenwegs mehrere Wochen keine Beleuchtung hat.

Der Sindorfer Ortsvorsteher ist entsetzt

Bei den Bürgern sorgt die Situation für Verunsicherung, aber auch für Ärger und Wut. Viele Menschen hätten sich schon bei ihm beklagt, sagt Ortsvorsteher Hans Jürgen Bröcker (SPD). „Ich kann die Sindorfer verstehen. Menschen, die so etwas machen, sind – ich muss es so deutlich sagen – Vollidioten. Vollidioten, die ihre Wut und ihren Frust rauslassen ohne nachzudenken“, sagt Bröcker. Vandalismus gebe es immer wieder, in allen Orten der Kolpingstadt. „In diesem Ausmaß habe ich das aber zum ersten Mal erlebt.“ Bröcker ist seit 14 Jahren in der Sindorfer Ortspolitik aktiv.

Er selbst ärgere sich am meisten darüber, dass die Bürger nun die Kosten für die Zerstörung zahlen müssten. „Das kostet eine Menge Steuergeld, die Lampen auszutauschen. Das trifft jeden von uns im Geldbeutel.“

Doch Bröcker beruhigt die Sindorfer aber auch. Einen Grund, Angst zu haben, sieht er nicht. „Im Sommer bleibt es schließlich lange hell.“ Wer Angst hat, dem rät Bröcker auf die Sehnrather Straße auszuweichen. Die sei gut einsehbar.

Auch fürchtet Bröcker keinen „Kriminalitätshotspot Sindorf“. „Sindorf ist der größte Ortsteil von Kerpen“, erläutert der Ortsvorsteher. Sindorf habe etwas mehr als zehnmal so viele Einwohner wie Manheim. „Deshalb passieren hier leider auch zehnmal mehr Straftaten.“

Die Stadtverwaltung jedenfalls ist auf der Suche nach den Tätern und hat mittlerweile bei der Polizei Anzeige erstattet.