Meine RegionMeine Artikel
AboAbonnieren

StellungnahmeStadt Kerpen bemängelt Unpünktlichkeit von S19 bei go.Rheinland

Lesezeit 3 Minuten
Das Foto zeigt ein S-Bahn-Haltestellenschild mit der Aufschrift „Sindorf“, das teils überklebt wurde.

Am Haltepunkt in Sindorf ist es immer noch schmutzig und unansehnlich.

Anschlüsse seien durch die regelmäßig verspätete S19 oft nicht erreichbar. Der Sindorfer Haltepunkt sei zudem nach wie vor verwahrlost.

In einer Stellungnahme äußert der Erste und Technische Beigeordnete der Stadt Kerpen, Thomas Marner, seinen Unmut über die Unpünktlichkeit der S-Bahnlinie 19 gegenüber der go.Rheinland GmbH. Das entsprechende Schreiben wurde dem jüngsten Planungsausschuss vorgelegt und bezog sich auf den Entwurf des Nahverkehrsplans der go.Rheinland.

In dem Schreiben heißt es, „dass die gefühlte Unpünktlichkeit der S19 im Jahr 2024 und auch im Januar 2025 den Höhepunkt von 2023 nochmals übertroffen hat“. Verspätungen von bis zu fünf Minuten seien die Regel und führten dazu, dass Busanschlüsse in Horrem und Buir gefährdet seien. Sogar die siebenminütigen Übergänge in Sindorf seien oft nicht erreichbar. Auch der Nachtbusverkehr sei davon betroffen, heißt es weiter. Fahrgäste warteten demzufolge nachts eine Stunde auf den nächsten Bus, wenn sie den ursprünglich anvisierten verpassten.

Kerpen: Sindorfer Haltepunkt nach wie vor ein Sorgenkind

In den Hauptverkehrszeiten seien die Züge dann oft sogar bis zu 20 Minuten zu spät. Das habe zur Folge, „dass viele Züge bereits in Horrem enden und wenden“.

Marner bittet infolgedessen, einige Ideen zur Verbesserung der Pünktlichkeit zu prüfen, wie etwa die priorisierte Einfahrt der S19 in die Bahnhöfe Messe/Deutz und Hansaring bei Staus auf den Gleisen. Auch regt er an, den Haltepunkt Buir zu einem Bahnhof auszubauen, damit dort Züge enden und wenden können.

Nicht nur die Verspätung der S19 bemängelt Marner in der Stellungnahme. Er weist auch auf die zunehmende Verwahrlosung des Haltepunkts in Sindorf hin: „Der Bahnhof Sindorf ist wegen des Schienenersatzverkehrs im Dezember 2024 nicht angefahren worden. In dieser Zeit haben Randalierer die Möblierung des Bahnsteiges nahezu vollständig zerstört.“ Weiter heißt es: „Mülleimer werden nicht regelmäßig geleert, das Gleisbett ist verdreckt, das Umfeld verkommt. In einer ‚Hitliste‘ vergangener Jahre befand sich der Bahnhof Sindorf schon einmal auf dem letzten Platz in der Region.“

Marner bittet die go.Rheinland GmbH in dem Schreiben, Abhilfe zu leisten und verweist darauf, dass dies auch vom Stadtrat mehrfach in entsprechenden Anträgen gefordert wurde.

Die Grünen-Fraktion beantragte nach der Vorstellung der Stellungnahme die Änderung, die Streckenreaktivierung Horrem-Kerpen aufzunehmen. Thomas Kümpel aus der Abteilung Verkehrsplanung und Mobilitätsmanagement betonte, dass es hierfür keinen gültigen Beschluss gebe. Abels dagegen wies daraufhin, dass dem nicht so sei und bezog sich auf eine Sitzung des Verkehrsausschusses vom 6. Juni 2023. In der Tat ist auch in der Sitzungsniederschrift erkennbar, dass der Ausschuss einen entsprechenden Antrag der Grünen beschlossen hat.

Der erneute Änderungsantrag der Grünen wurde dieses Mal bei sieben Gegenstimmen (CDU, BBK, FDP) und einer Enthaltung (AfD) abgelehnt, stattdessen wurde die Stellungnahme zur Kenntnis genommen. 

Kümpel erläuterte zu einem späteren Zeitpunkt der Sitzung, dass mittlerweile die Entsorgung des Mülls am Sindorfer Haltepunkt beauftragt sei, ebenso das Ersatzglas für die Vitrinen. Zudem habe die Stadt angeregt, dort Kameras zu installieren.