Zwei Räume im geplanten Quartierszentrum in Selhof können höhere Decken bekommen. Der Karnevalsverein begrüßt das. Es wird aber nicht preiswert.
QuartierszentrumHöhere Decke für Karnevalisten in Bad Honnef ist möglich und 380.000 Euro teuer

So soll das Quartierszentrum nach Einplanung der höheren Decken im Erdgeschoss künftig aussehen.
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„Wir haben weder Geld noch Personal für eine Umplanung“, hatte Bad Honnefs Erster Beigeordneter Holger Heuser Mitte Februar gewarnt. Da hatten Teile der Politik und die Große Selhofer Karnevalsgesellschaft Änderungen beim geplanten Bau des voraussichtlich 8,2 Millionen Euro teuren Quartierszentrums Selhof gefordert. Jetzt aber liegt wider Erwarten eine Lösung vor – aber Stadtrat und Verwaltung müssen auf die Tube drücken.
Für zusätzlich rund 380.000 Euro könnten die Pläne so geändert werden, dass im Erdgeschoss die Decken der Räume Adenauer und Beethoven von bisher vier auf 5,73 Meter erhöht werden. Der 250 Mitglieder starke Karnevalsverein hatte moniert, dass die bisherige Höhe der Räume für Hebefiguren, die bei den Tanzgarden zum Standardprogramm gehören, nicht ausreichten.
Die Mehrausgaben sind aus Sicht der Karnevalsgesellschaft gut angelegtes Geld
Mit der jetzt von der Stadt beziehungsweise dem Architekten Michael C. Deisenroth vorgeschlagenen Lösung könnte die KG leben. „Die Mehrausgaben sind aus der Sicht unserer Karnevalsgesellschaft gut angelegtes Geld, da ein Quartierszentrum mit vielfältigen Nutzungen entsteht. Es gewährleistet einen wichtigen sozialen Treffpunkt im Ortsteil Selhof und kann in naher Zukunft den Saal Kaiser ersetzen“, heißt es in der Stellungnahme des Vorsitzenden Stefan Meyer.
Die liegt am Dienstag (1. April) dem Sportausschuss vor, der in einer Sondersitzung entscheiden soll, ob er die 380.000 Euro teure Änderung mitträgt. Da das ganze Planungs- und Ausschreibungsverfahren für das Quartierszentrum schon recht weit gediehen ist, könnte der Stadtrat bereits in am 10. April endgültig grünes Licht geben. Bis Ende April sollen dann die geänderten Bauantragsunterlagen eingereicht werden.
Zuschüsse des Bundes in Höhe von 1,6 Millionen Euro sind nicht in Gefahr
Technisch scheint die Lösung vergleichsweise leicht umsetzbar. Die Räume sollen durch den Einsatz eines zusätzlichen Fensterbandes an Höhe gewinnen. An der Barrierefreiheit ändere sich durch die Umplanung nichts, die Zuschauerzahl bleibe bei höchstens 299 Personen, heißt es in der Sitzungsvorlage. Da die Gebäudetechnik an der Zuschauerzahl bemessen sei, sei lediglich eine geänderte Leitungsführung nötig.
Unter anderem müsse zudem das Brandschutzkonzept angepasst werden. Die im ersten Obergeschoss liegenden Räume werden laut Sitzungsvorlage durch die Lösung nicht beeinflusst. „Das Dach selbst ist nach wie vor als Terrasse und zweiter Rettungsweg nutzbar. Durch die geänderte Raumhöhe wird man zudem zukünftig von der Terrasse aus in den Veranstaltungsraum hinunterblicken können.“
Die Zuschüsse des Bundes in Höhe von 1,6 Millionen Euro sind, entgegen der Mitte Februar geäußerten Sorge, durch die Änderungen nicht in Gefahr, wie der Fördermittelgeber (Projektträger Jülich) der Stadt auf Anfrage mitteilte. Der Zuschuss verfällt, wenn das Projekt nicht bis zum 31. Dezember 2026 fertig werden sollte. Um den engen Zeitrahmen einhalten zu können, empfiehlt der Projektträger einen vorzeitigen Beginn der Maßnahmen etwa mit den Abbrucharbeiten. „Die Förderung ist nicht gefährdet“, steht in der Sitzungsvorlage.

Die marode Mantelbebauung der Menzenberger Halle soll ersetzt werden.
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Die Randbebauung des heutigen Sportzentrums am Menzenberg, die unter anderem das Foyer, vor allem aber Umkleiden, Duschen und Sanitärräume beherbergt, ist seit langer Zeit völlig marode. Das stattdessen geplante Quartierszentrum, dessen Kosten bereits von anfangs geschätzten 4,2 Millionen Euro auf 8,2 Millionen Euro gestiegen waren, soll eine Mensa für die Offene Ganztagsschule (OGS) Selhof, einen Veranstaltungsraum sowie Räume für Seminare und die Ortsvereine enthalten.
„Ohne dieses Quartierszentrum“, erklärt Stefan Meyer in seiner Stellungnahme, „wäre auf Dauer die Existenz der Großen Selhofer Karnevalsgesellschaft mit ihren rund 250 Mitgliedern gefährdet, ebenso wie der Fortbestand unserer Tanzgarden, die circa 65 Kinder und Erwachsene umfassen (...).“
Sportausschuss, Dienstag, 1. April, 18 Uhr; Stadtrat, Donnerstag, 10. April, 18 Uhr; beide Sitzungen finden im Rathaus statt.