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Fortuna KölnLennart Winkler will die Nummer eins der Südstadt bleiben

Lesezeit 4 Minuten
Torhueter Lennart Winkler  Fortuna Koeln . GER, MSV Duisburg vs Fortuna Koeln, Fussball, Regionalliga West, 24. Spieltag, Spielzeit 2024/2025, 01.03.2025 DFL/DFB REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO GER, MSV Duisburg vs Fortuna Koeln, Fussball, Regionalliga West, 24. Spieltag, Spielzeit 2024/2025, 01.03.2025 Duisburg *** Torhueter Lennart Winkler Fortuna Koeln GER, MSV Duisburg vs Fortuna Koeln, Football, Regionalliga West, Matchday 24, Season 2024 2025, 01 03 2025 DFL DFB REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND OR QUASI VIDEO GER, MSV Duisburg vs Fortuna Koeln, Football, Regionalliga West, Matchday 24, Season 2024 2025, 01 03 2025 Duisburg Copyright: xEibner-Pressefoto/ThomasxThienelx EP_TTL

Lennart Winkler vertritt derzeit den verletzten Felix Buer im Tor von Fortuna Köln.

Seit der Verletzung von Felix Buer behütet Lennart Winkler das Tor von Fortuna Köln. Eine Eingewöhnungsphase war nicht nötig.

Lennart Winkler hatte genug gesehen. Der Torwart von Fortuna Köln schimpfte, gestikulierte, dirigierte – mal mit Nachdruck, mal am Rande der Verzweiflung. Besonders Innenverteidiger Barne Pernot bekam es zu spüren, nachdem er sich im eigenen Strafraum einen Ballverlust geleistet hatte. Die Defensive der Fortuna wirkte in der zweiten Halbzeit gegen die Sportfreunde Lotte (1:1) ungewohnt fahrig, ließ an Konzentration vermissen – sehr zum Missfallen des 21-jährigen Schlussmanns. „Es war ein schwieriges Spiel für uns“, sagte Winkler. „Aber wir haben natürlich eine anstrengende Woche hinter uns. Beim Anlaufen fehlten am Ende die letzten Meter.“

Lennart Winkler ersetzt Felix Buer

Zur Szene mit Pernot erklärte der Schlussmann schmunzelnd: „Es war hitzig, es war emotional. Von uns kam nicht mehr viel, da ging es in mir durch. Meine Leistung war zu dem Zeitpunkt auch nicht perfekt. Aber die Beziehung von mir und Barne ist so, dass wir uns auch mal anschreien können.“

Sieht man Winkler im Tor so leidenschaftlich auftreten, könnte man meinen, er sei längst die unumstrittene Nummer eins. Doch tatsächlich verdankt er seinen Platz einer personellen Zäsur. Zu Saisonbeginn war Felix Buer gesetzt, doch der 24-Jährige verletzte sich im Derby gegen den 1. FC Köln an der Hand – Winklers Moment war gekommen. „Ich wollte die ganze Zeit spielen. Dafür habe ich im Training gearbeitet. Die Mannschaft gab mir das Vertrauen. Ich hatte und habe richtig Bock auf die Aufgabe.“

Bis dahin hatte Winkler vor allem Spielpraxis in der zweiten Mannschaft gesammelt, zwölf Mittelrheinliga-Einsätze absolvierte er in der laufenden Saison. Sonst saß er bei den Profis auf der Bank. Fortuna-Trainer Matthias Mink ließ ihn in Testspielen ran, sprach ihm großes Potenzial zu. „Was mir am meisten geholfen hat, war, dass ich viele Spiele in der Zweiten gemacht habe“, sagt Winkler. Auch die enge Zusammenarbeit mit Mink weiß er zu schätzen. „Wir hatten immer einen guten Austausch. Er hat meine Spiele bei der U23 verfolgt, das gab mir das Gefühl, gesehen zu werden.“

Auf der Linie wirkt Winkler bisher stark, seine Strafraumbeherrschung ist klar, Unsicherheiten sind selten. Doch Ausrutscher bleiben nicht aus. In Duisburg wäre ihm beinahe ein harmloser Fernschuss durch die Hände gerutscht. Eine prägende Erinnerung. „Duisburg war heftig. Ich hatte mir am Abend vorher im Bett Gedanken gemacht, wie ich mit der Kulisse klarkomme. Aber das hat nicht so richtig funktioniert“, sagt er und lacht. „Es war lauter als erwartet. Ich brauchte einen Moment, um mich daran zu gewöhnen. Der Körper steht unter Stress, und wenn dann nicht alles perfekt läuft, nimmt das einen mit. Aber am Ende war es eine tolle Erfahrung.“

Verletzungspech bei Fortuna Köln

Winkler wird vorerst die Nummer eins bleiben. Am Samstag (14 Uhr, Ohlendorf Stadion im Heidewald) wartet mit dem FC Gütersloh ein formstarker Gegner, der in der Regionalliga im Jahr 2025 noch kein Spiel verloren und in der Rückrunde 17 Punkte gesammelt hat. „Sie spielen echt stark. Das wird eine harte Partie und wir haben einige Ausfälle“, sagt Winkler.

Adrian Stanilewicz fehlt mit einem Sehnenabriss in der Leiste, Julius Biada mit einer Herzmuskelentzündung – zwei Schlüsselspieler fallen wohl langfristig aus. Auch Joshua Eze musste gegen Lotte angeschlagen raus. Und nach Gütersloh folgt bereits die nächste englische Woche mit dem Nachholspiel beim SV Rödinghausen. Doch Winkler bleibt gelassen: „Wir können das kompensieren, weil wir eine gute Mannschaft sind.“

Sieben Punkte Rückstand auf Duisburg hat die Fortuna. Ein enormer Vorsprung für den MSV, der wohl nur noch in der Theorie einholbar ist. Doch Winkler glaubt weiter an die Wende: „Wir waren diese Saison schon mal abgeschrieben und sind dann zurückgekommen. Eine kleine Chance gibt es daher noch.“ Egal, wie die Spielzeit endet – Winkler hat ein klares Ziel. „Natürlich möchte ich die Nummer eins bleiben. Vorerst bekomme ich das Vertrauen. Wenn Felix zurückkommt, nehmen wir den Konkurrenzkampf an.“