In Zukunft sollen auch Fortuna Kölns Fans auf den Stehplätzen im Trockenen stehen. Ein entsprechender Bauantrag wurde genehmigt.
Fortuna Kölns SpielstätteDas Südstadion bekommt ein neues Dach

Stehen derzeit noch unter freiem Himmel: Fortuna Kölns Fans im Bereich Stehplatz Mitte
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Vor Heimspielen des SC Fortuna Köln gibt es beim Fußball-Regionalligisten immer bange Blicke auf die Wettervorhersage: Ist für Zollstock Regen angesagt? Denn schlechtes Wetter hat in der Regel direkte finanzielle Auswirkungen für den Viertligisten. „Bei Sauwetter sind es im Schnitt 500 bis 600 Zuschauer weniger“, berichtet Jürgen Drolshagen, Vize-Präsident des Vereins. Der Grund ist einfach: Seit der Eröffnung des Südstadions im Jahr 1978 ist nur die Haupttribüne der kleinen Arena überdacht. Wenn es heftig regnet, sind die Zuschauer rund um den Bereich Stehplatz Mitte in der Regel klatschnass. Doch mittelfristig soll sich das ändern.
Auf dem Dach ist Platz für eine große Solaranlage
Im August 2024 hatte die Kölner Sportstätten GmbH (KSS), Tochter der Stadt und Eigentümerin des Südstadions, in Absprache mit der Fortuna eine Baugenehmigung für eine Überdachung der Gegengeraden gestellt. „Damit der Zuschauer auf Stehplatz Mitte zumindest in absehbarer Zeit über einen Mindestkomfort verfügen kann, sprich, dass er im Trockenen steht. Zudem kann man somit auch den Schallschutz verbessern“, sagte Drolshagen damals. Der 60-Jährige ist als Diplom-Ingenieur vom Fach und federführend bei allen Gesprächen mit der KSS und der Stadt. Ende März erreichte den Verein dann die erhoffte Rückmeldung vom Bauamt: Dem Bauantrag wurde zugestimmt. Drolshagen sprach von einem „Quantensprung“, vor dem die Fortuna stehen würde.

Bauzeichnung des geplanten Dachs für die Stehplatztribüne des Südstadions
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Geplant ist ein V-förmiges Trapezdach mit den Abmessungen von 120,55 Meter x 10,28 Meter. Die Länge entspricht dem Dach der Haupttribüne, „um ein einheitliches städtebauliches Gesamtbild zu erzeugen“, wie es von der Fortuna hieß. Auf dem Dach wäre Platz für eine große Solaranlage. „Lange hieß es, dass beim Südstadion keine baulichen Veränderungen möglich wären“, so Drolshagen, dass es nun einen Sinneswandel gegeben habe, sei „umso schöner“. Das Dach sei eine Aufwertung für das Südstadion – auch bei anderen Sportveranstaltungen. „Aber wir hoffen natürlich, dass wir durch eine Überdachung der Stehplätze unseren Zuschauerschnitt hochbekommen“, sagte Drolshagen.
Baukosten für neues Dach des Südstadions liegen bei ca. 800.000
Die Baukosten liegen im Bereich von 800.000 Euro. „Die Gespräche mit der KSS sind sehr positiv. Wie und wann genau es weitergeht, darüber sind wir momentan in der Abstimmung“, berichtete Fortunas Vize. Die Baugenehmigung ist drei Jahre gültig, der Regionalligist hofft auf einen zeitnahen Beginn der Arbeiten. „Da sind noch einige Dinge zu besprechen“, so Drolshagen. Zum Beispiel die Finanzierung, auf die der Klub-Vorstand nicht näher eingehen wollte. Denkbare Varianten wären, dass die Fortuna den Bau aus eigener Tasche bezahlt, die Stadt die Kosten trägt und sie auf eine höhere Stadionpacht umlegt oder, dass sich ein Solaranlagen-Unternehmen am Bau beteiligt und dann an den Erlösen der Stromerzeugung beteiligt wird. Details wollen KSS und SC Fortuna erst nach den finalen Abstimmungen bekanntgeben.
Die Bauzeit schätzt Drolshagen auf drei Monate. Gearbeitet werden könnte auch während der Saison – dafür müsste die Gegengerade zeitweise geschlossen werden. „Wir haben den Luxus, dass wir die beiden Kurven als Ausweichplätze für unsere Fans öffnen könnten“, sagte Fortunas Vizepräsident. „Ich bin frohen Mutes, dass wir alles zeitnah geregelt bekommen. Wenn alles nach Wunsch läuft, können wir im Sommer starten, aber auch im Herbst wäre es kein Problem.“