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Playoffs gegen BremerhavenHaie in Bestform wollen ersten Matchpuck nutzen

Lesezeit 4 Minuten
Tumult vor dem Tor von Torwart Julius Hudacek Koelner Haie 35, Pinguins Bremerhaven - Koelner Haie, Eishockey, Deutsche Eishockey Liga, DEL, Play Offs, Spiel 3, 21.03.2025 Bremerhaven Bremen Deutschland *** Pandemonium in front of the goal of goalkeeper Julius Hudacek Koelner Haie 35 , Pinguins Bremerhaven Koelner Haie, Ice Hockey, German Ice Hockey League, DEL, Play Offs, Game 3, 21 03 2025 Bremerhaven Bremen Germany Copyright: xkolbert-press/BurghardxSchreyerx

Tumult vor dem Tor von Haie-Torwart Julius Hudacek. Am Montag kann der KEC gegen Bremerhaven schon den Halbfinal-Einzug perfekt machen.

Die Kölner Haie können am Montag in Spiel vier gegen die Fischtown Pinguins des Halbfinaleinzug perfekt machen. Große Kulisse erwartet.

In den DEL-Playoffs werden – wie im Eishockey üblich – jede Menge Statistiken geführt, unter anderem eine Rangliste der besten U-21-Spieler. Der 19-jährige Marco Münzenberger von den Kölner Haien steht dort mit zwei Toren in drei Spielen zu Buche. Beide erzielte er in Partie drei des Playoff-Viertelfinals gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven. In der 25. Minute traf er zum 2:0, und nachdem Bremerhaven im Schlussdrittel ausgeglichen hatte, markierte er nach 68 Sekunden in der Overtime den 3:2-Siegtreffer – und machte damit die 3:0-Führung des KEC in der Serie perfekt, der vorher mit 5:0 und 5:2 gewonnen hatte.

Bemerkenswert ist, dass Haie-Trainer Kari Jalonen den vergleichsweise unerfahrenen Junioren-Angreifer Münzenberger in der entscheidenden Phase der Begegnung überhaupt aufs Eis schickte. Der Finne hält große Stücke auf den 1,94 Meter großen Stürmer – und wurde nicht enttäuscht. Münzenberger zog wie gewohnt sofort zum Tor, und nach seinem Schuss flutschte der Puck durch die Schoner des unglücklichen Fischtown-Goalies Kristers Gudlevskis. „Sudden Death“, das Spiel war aus. Für die Bremerhavener war es ein äußerst bitteres Ende.

„Natürlich ist das Ende denkbar unglücklich, gar keine Frage“, meinte Fischtown-Sportmanager Sebastian Furchner. „Die Jungs tun mir unendlich leid. Aber die Leidenschaft, die wir hereingelegt haben, um in die Serie zurückzukommen, macht mich stolz.“

Kölner Haie: Vor großer Kulisse soll der Sprung ins Halbfinale gelingen

Der KEC kann am Montag in der voraussichtlich mit 18.600 Zuschauern ausverkauften Lanxess-Arena mit einem weiteren Erfolg bereits den Halbfinal-Einzug perfekt machen. Doch davon sprach man natürlich nicht – das könnte Unglück bringen. „Es ist noch nicht vorbei, wir müssen am Montag noch einmal alles geben. Wir haben uns eine sehr gute Ausgangslage geschaffen. Wir dürfen aber nicht anfangen zu denken, dass wir schon im Halbfinale sind“, sagte Angreifer Justin Schütz.

Auf keinen Fall wollen die Haie das Momentum verlieren – jenes kleine Stück Glück, das in engen Spielen den Unterschied ausmachen kann. In einer Serie, in der die Bremerhavener zwar keineswegs schlecht auftreten, aber stets einen Tick schwächer und glückloser agieren als die Haie, die pünktlich zu den Playoffs ihre beste Form erreicht haben. Im Gegensatz zu Fischtown.

Ein Blick auf die Torhüterposition verdeutlicht den Unterschied. Der 32-jährige Lette Gudlevskis war der beste Torhüter der Hauptrunde, wurde zum zweiten Mal nacheinander als DEL-Torhüter des Jahres ausgezeichnet. In den Playoffs zeigt er nun zwar keine gravierenden Schwächen, spielt aber nicht so brillant wie sein Kölner Gegenüber Julius Hudacek. Der 36-jährige Slowake hatte im Januar und Februar noch leichte Formschwächen, präsentiert sich nun jedoch in blendender Playoff-Verfassung – mit einem Shut-out und einem Gegentorschnitt von nur 1,32.

Auch im Vergleich der Topsturmreihen liegen die Pinguins zurück: Die Bremerhavener Slowenen Jan Urbas, Ziga Jeglic und Miha Verlic kommen nach drei Spielen zusammen lediglich auf drei Scorerpunkte. Hingegen stehen die Kölner Alexandre Grenier, Gregor MacLeod und Justin Schütz bereits bei neun Punkten. Und auch in den weiteren Statistiken – ob Powerplay oder Unterzahl – liegt der KEC durchweg vorn.

KEC ist gewarnt und hat selbst mal einen 1:3-Rückstand aufgeholt

Die Serie ist für Bremerhaven aber natürlich noch nicht verloren, obwohl in der DEL noch nie ein Team einen 0:3-Rückstand in einer Serie aufgeholt hat. Spektakuläre Comebacks hat es aber schon gegeben. So gelang dem KEC 2019 im Viertelfinale gegen den ERC Ingolstadt, nachdem er mit 1:3 hinten gelegen hatte, noch der Einzug in Halbfinale.

Haie-Kapitän Moritz Müller war damals dabei: „Bremerhaven wird nach Köln kommen und nur an das eine Spiel denken, um die Saison zu verlängern“, erklärte er – und fügte hinzu: „Wir sollten es genauso angehen: nicht weiterdenken, nicht ans Halbfinale, sondern nur an dieses eine Spiel.“

Sollte Bremerhaven der erste Erfolg in diesem Viertelfinale gelingen, gäbe es am Mittwoch eine weitere Begegnung im Norden. Schütz meinte: „Der Druck geht jetzt auf uns, denn wir haben die Matchpucks. Ich kann mir vorstellen, dass Bremerhaven ein bisschen befreiter aufspielt.“

Die Fischtown Pinguins werden am Montag auf Rayan Bettahar verzichten müssen, der wegen seines Checks gegen Elias Lindner für ein Spiel gesperrt wurde. Beim KEC besteht Hoffnung auf ein Comeback von Kevin Niedenz, der am Freitag fehlte, und am Sonntag wieder mit dem Team trainierte. Anders als Center Louis-Marc Aubry, der wohl wegen einer Schlussblessur pausieren muss.