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Brennende Autos, schlechtes ImageWarum Teslas Absturz Elon Musk ganz persönlich trifft

Lesezeit 3 Minuten
Demonstranten protestieren gegen Tesla-CEO Elon Musk während einer „Tesla Takedown“-Kundgebung vor einem Tesla-Store in San Francisco.

Demonstranten protestieren gegen Tesla-CEO Elon Musk während einer „Tesla Takedown“-Kundgebung vor einem Tesla-Store in San Francisco.

Elon Musks umstrittene politische Positionierungen belasten Teslas Image – und schlagen sich nun auch drastisch in den Verkaufszahlen nieder. 

Seit Wochen gehen die Bilder von brennenden Tesla-Fahrzeugen um die Welt. Nun brennt es auch auf den Märkten. Der US-Elektroautohersteller hat im ersten Quartal dieses Jahres weltweit rund 13 Prozent weniger Fahrzeuge ausgeliefert als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zwischen Januar und März wurden insgesamt 336.681 Fahrzeuge an Kunden übergeben, wie das Unternehmen am Mittwoch (2. April) mitteilte.

Tesla bekommt zunehmend den wachsenden Wettbewerb in der Elektromobilität zu spüren. Viele Konkurrenten haben technologisch aufgeholt. Das neue Modell Y soll nun für eine Trendwende sorgen. Doch die Käufer haben noch ihre Zweifel.

Tesla-Absatz: Musks politische Positionierung drückt auf die Zahlen

Gleichzeitig sieht sich das Unternehmen auch mit der wachsenden Kritik an CEO Elon Musk konfrontiert. Musks umstrittene politische Positionierungen kratzen am Ruf des Unternehmens. Seine Rolle als Berater von US-Präsident Donald Trump sowie seine Unterstützung rechtsgerichteter Parteien in Europa haben dem Image von Tesla spürbar geschadet. Zwei Faktoren, die den Rückwärtstrend bei den Verkaufszahlen mitbestimmen.

Und man mag es verstehen: Wer möchte sich schon ein Auto kaufen, bei dem man befürchten muss, dass es nachts angezündet wird?

Schließlich sind die brennenden Fahrzeuge keine Einzelfälle. Erst am Wochenende sind vor einem Autohaus in Niedersachsen zahlreiche Fahrzeuge abgebrannt. In der Nacht zu Montag gingen 17 Teslas in Rom in Flammen auf. Die Meldungen kommen im Tagestakt – aus der ganzen Welt.

Tesla-Brände: Trump und Musk sprechen von Terrorismus

Da hilft es auch wenig, wenn US-Präsident Donald Trump seinem Verbündeten zur Seite springt. Erst kürzlich äußerte sich der US-Präsident zu den aktuellen Fällen von Vandalismus. Er halte die gezielte Gewalt gegen Autos seines Vertrauten Elon Musk schlimmer als die gewaltsame Attacke auf das Kapitol vor vier Jahren. Trump beklagte sich bei einem Auftritt im Weißen Haus über „brennende Verkaufsräume“ und Tesla-Autos, „die überall brennen, explodieren“.

Mit Blick auf die Täter bei diesen Sachbeschädigungen sagte der 78-Jährige: „Das sind Terroristen.“ Er schob nach: „Das gab es am 6. Januar nicht.“ Am 6. Januar 2021 sei auch niemand getötet worden, „außer einer sehr schönen jungen Frau“.

Trump hatte sich offen dafür gezeigt, Gewalt gegen Tesla auch als inländischen Terrorismus strafrechtlich zu verfolgen. Er sagte nun im Weißen Haus, die Täter könnten bis zu 20 Jahre Haft bekommen, „und sie werden es bekommen. (...) Es wird keine mildernden Umstände und es wird keine Begnadigungen geben“.

Musk selbst nennt die gezielten Brandanschläge gegen die Tesla-Fahrzeuge ebenfalls unverblümt „Terrorismus“.

Tesla-Verkauf geht in Deutschland im Februar um 76 Prozent zurück

Die schwachen Auslieferungen hatten sich bereits abgezeichnet. So fielen die Tesla-Neuzulassungen in der Europäischen Union in den ersten beiden Monaten 2025 im Jahresvergleich um 49 Prozent auf gut 19.000 Wagen. In Deutschland waren die Neuzulassungen im Februar auf nur noch 1429 von 6038 Fahrzeugen ein Jahr zuvor gefallen. In China gab es im März nach vorläufigen Zahlen ein Minus von mehr als elf Prozent. Tesla selbst macht keine Angaben zu Ergebnissen in einzelnen Regionen.

An der Börse zeigten sich Anleger verunsichert: Nach Veröffentlichung der Zahlen setzte sich der Abwärtstrend der Tesla-Aktie fort. Bereits in den Monaten zuvor hatte das Papier deutlich an Wert verloren.

Der Wertverlust trifft auch Musk ganz persönlich. Es ist vor allem seine Beteiligung an dem Elektroautobauer, die ihn zum mit Abstand reichsten Menschen der Welt macht – jedenfalls auf dem Papier. Nach Trumps Wahlsieg im November hatte sich der Tesla-Kurs zeitweise verdoppelt. Jetzt notiert die Aktie wieder auf dem Niveau von Oktober. Nach den Auslieferungszahlen gab sie im frühen US-Handel zeitweise um rund zwei Prozent nach. (mit dpa, afp)