Wie sich die Köln vergangenes Jahr verändert hat: Die wichtigsten Zahlen der Auswertung der Stadt.
BevölkerungsstatistikKöln wächst weiter dank Zuwanderung – Familien verlassen die Stadt

Zum Ende des Jahres 2024 stieg die Zahl der Einwohner Kölns auf 1.097.519
Copyright: Michael Bause
Die Zahl der Kölnerinnen und Kölner wächst weiter: Zum Ende des Jahres 2024 stieg die Zahl der Einwohner auf 1.097.519. Das sind fast 2000 mehr als 2023 (1.095.520), wie die aktuelle Auswertung des städtischen Melderegisters ergab.
Im Vergleich zu anderen deutschen Städten ist der Zuwachs von 0,1 Prozent allerdings gering. Großstädte im Ruhrgebiet wie Essen (0,2 Prozent) und Dortmund (+0,4 Prozent) haben anteilsmäßig stärkeren Zuwachs. In Frankfurt am Main und München stieg die Zahl der Einwohner sogar um 0,9 Prozent.
Ob Köln überhaupt weiter wachsen soll, ist politisch umstritten. Denn mehr Kölner bedeutet auch, dass es mehr Wohnungen in der Stadt braucht. Und die Ratsfraktionen sind sich nicht einig, ob die Stadt dafür auch in ihrer Fläche wachsen oder ausschließlich auf dem jetzigen Stadtgebiet verdichtet werden soll. Hinzu kommt, dass es seit vielen Jahren nicht gelingt, überhaupt ausreichend neuen Wohnraum zu schaffen.
Wie wächst Köln?
Obwohl es seit 2021 wieder stetig mehr Kölnerinnen und Kölner gibt, sinkt die Geburtenrate stetig. Sie erreichte 2023 mit 9099 Kölner Neugeborenen den tiefsten Punkt seit 1986. Seit 2016 (mit Ausnahme 2021) ist sie gesunken. Allerdings ist die Zahl der neu geborenen Kölner Babys in diesem Jahr leicht auf 9145 gestiegen. Das reichte aber dennoch nicht, um die Sterbefälle auszugleichen. 2024 waren das 10.485 und damit 100 weniger als im Vorjahr.

Entwicklung der Einwohnerzahlen Köln
Copyright: KStA, Daten: Stadt Köln
Ursache der steigenden Kölner Einwohnerzahl ist also die Zuwanderung: Im vergangenen Jahr haben sich gut 59.244 Menschen entschieden, Kölnerin oder Kölner zu werden. Allerdings zogen auch mehr als 56.426 weg, ergibt unterm Strich ein Plus von 2818.
Wer zieht nach Köln?
Wer nach Köln zieht ist meist 18 bis 29 Jahre alt. Diese Altersgruppe ist die einzige mit einer positiven Wanderungsbilanz. Das heißt, es ziehen mehr junge Menschen nach Köln als fort.

Junge Menschen ziehen nach Köln, Familien gehen fort.
Copyright: KStA, Daten: Stadt Köln
Zum ersten Mal seit 2018 zogen mehr Menschen innerhalb Deutschlands nach Köln als von hier weg, fast 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Schaut man sich nur den Kölner Speckgürtel an, haben mit 3929 Personen zwar mehr Menschen Köln für einen neuen Wohnort im Umland verlassen. Aber NRW und ganz Deutschland einbezogen, sind eben mehr nach Köln gekommen als weggezogen.
Sie machen allerdings nur einen kleinen Teil der neuen Kölnerinnen und Kölner aus. Der Großteil kommt aus dem Ausland: 19.457, allerdings fast 1800 weniger als 2023. Die größte Gruppe der zugewanderten Neukölner kam wie im Vorjahr aus der Ukraine (2117), gefolgt von der Türkei (1599) und Syrien (1429).

Der Anteil der Kölner mit Migrationshintergrund nimmt weiter zu.
Copyright: KStA, Daten: Stadt Köln
Damit steigt der Anteil der Kölnerinnen und Kölner mit Migrationshintergrund: 2015 lag er noch bei 37,5 Prozent, 2024 nun bei 42,7 Prozent. Darunter fallen laut Definition der Stadt nicht-deutsche Staatsangehörige, eingebürgerte Deutsche, Aussiedler und auch deutsche Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre mit mindestens einem Elternteil mit Migrationshintergrund im Haushalt.
Unter den Menschen in Köln mit nicht deutscher Nationalität liegen Türken (21 Prozent) vor Italienern (acht Prozent) und Ukrainern (sieben Prozent).
Wer verlässt die Stadt?
Während junge Erwachsene nach Köln kommen, ziehen vor allem Familien weg. Die Statistiker rechnen die Fortzüge von Kindern unter 18 Jahre und die von Erwachsenen zwiaschen 30 und unter 45 Jahre zusammen – danach haben 4024 von ihnen Köln verlassen.
Dies ist ein Trend, der auch in anderen Großstädten zu beobachten ist. Laut dem Kölner Institut der deutschen Wirtschaft war dafür bis 2020 der Hauptgrund das zu knappe Wohnungsangebot mit entsprechend hohen Wohnkosten. Seit der Pandemie kann der Abwanderungstrend auch auf eine gestiegene Präferenz für Wohnungen und Häuser im suburbanen und ländlichen Raum (z. B. freistehendes Einfamilienhaus) zurückzuführen sein. Außerdem auf eine höhere Akzeptanz von längeren Arbeitswegen durch mehr Möglichkeiten des mobilen Arbeitens. Eine Folge sind mehr Pendlerströme, die Köln vor verkehrliche Herausforderung stellen.
Wie leben Kölner?
Auch in der Altersgruppe ab 60 Jahren zogen 1364 mehr Menschen aus der Stadt weg als zu. Trotzdem gab es im vergangenen Jahr aufgrund der Alterung der Bevölkerung 5000 mehr Ü-60-Kölner (269.037) als 2023 (263.948). Sie machen nun mehr als 24 Prozent der Kölner aus. Unter 18 sind 16 Prozent der Kölner. Damit steigt das Durchschnittsalter an auf 42,5 Jahre (2023: 24,4), liegt aber in etwa zwei Jahre unter dem Bundesschnitt.

Die Zahl der Ein-Personen-Haushalte in Köln steigt stetig.
Copyright: KStA, Daten: Stadt Köln
Aus der Auswertung des Melderegisters geht auch hervor, dass die Anzahl der Kölner Haushalte auf insgesamt 573.221 steigt, ein Plus von 1500. In 51 Prozent der Kölner Haushalte mit Kind lebt auch nur ein Kind – in 37 Prozent der Haushalte leben zwei Kinder.
Weiter fort setzt sich der Trend zu Ein-Personen-Haushalten, so gab es 2014 fast 1600 Single-Haushalte mehr als im Vorjahr. Das erhöht weiter den Druck auf den Wohnungsmarkt, da in Summe mehr Wohnungen benötigt werden. Zum anderen schlägt sich auch hier die Alterung der Bevölkerung nieder, denn Single-Haushalte ab 60 Jahren haben um 2321 zugenommen.
Wie unterscheiden sich die Bezirke?
Vor allem in der Innenstadt, wo die Bevölkerungsdichte mit 7784 Einwohnern pro Quadratkilometer bereits am höchsten war, nehmen Single-Haushalte weiter zu. In diesem Kölner Bezirk sank die Bevölkerungszahl leicht um 55 Menschen - die Haushalte nahmen aber um 264 auf 82.243 zu.
Mit der Entfernung zum Dom nimmt auch die Bevölkerungsdichte ab: In Ehrenfeld und Nippes wohnen vergleichsweise viele Menschen auf wenig Raum, in Chorweiler beträgt die Dichte nur noch 1252 Einwohner pro Quadratmeter. In Porz ist das Durchschnittsalter mit 43,9 Jahren am höchsten, am niedrigsten ist es mit 41,1 in Ehrenfeld.
Bei den Umzügen innerhalb Kölns wollten offenbar die meisten aus der Innenstadt raus (-1779 im Saldo unter den Bezirken). Die beliebtesten Bezirk für eine neue Wohnung für Kölner waren Rodenkirchen (776) und Porz (763).
Die oben genannten Zahlen beziehen sich auf angemeldete Haupt- und Nebenwohnsitze in Köln.