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Karneval in WindhoekKölsche Band feiert mit Jecken in Namibia

Lesezeit 3 Minuten
Die Rabaue spielen vor Jecken in einer Halle in Windhoek

Auftritt vor Jecken in Windhoek: die Rabaue

Karneval ist bei den deutschstämmigen Staatsbürgern Namibias ein gefragtes Kulturgut. Eine kölsche Band sorgte in dem südwestafrikanischen Staat jetzt für Stimmung.

Es liegt in der Natur des „Kölners an sich“, dass er seinen Frohsinn gerne über die Stadtgrenzen hinaus exportiert. Skihütten-Betreiber in den Alpen können mehr als ein Lied davon singen und auf Mallorca heißt es regelmäßig „Buenos dias Matthias, wir sind wieder da“. Beim Karneval scheint es erst recht keine Grenzen zu geben. Bis zum gestrigen Sonntag tobte der kölsche Fasteleer auf der Südhalbkugel: In Windhoek, der Hauptstadt Namibias, sorgten die Rabaue für jede Menge Hits, Tuschs und Alaafs.

Namibia: Kölner Band Rabaue tritt in Windhoek auf

Die Band um Sänger Alex Barth war der Einladung der Karnevalsgesellschaft Windhoek von 1952 gefolgt und absolvierte in den vergangenen Tagen mehrere Auftritte. Der „Windhoek-Karneval“, kurz Wika, wird bereits seit den 1950er Jahren gefeiert und findet alljährlich im März und April in der Hauptstadt des südwestafrikanischen Staates statt, der von 1884 bis 1915 Kolonie des Deutschen Reichs war.

Prinz Flo und Prinzessin Nadja mit den Rabaue und Wika-Präsident Holger Mentzel

Prinz Flo und Prinzessin Nadja mit den Rabaue und Wika-Präsident Holger Mentzel

Für die knapp 20.000 deutschstämmigen Staatsbürger Namibias spielt der Karneval eine wichtige kulturelle Rolle. Das erfuhren schon das Colonia Duett, das Eilemann-Trio oder Marie-Luise Nikuta, die nach Windhoek geladen wurden. Im vergangenen Jahr spielten dort die Höhner, in diesem Jahr die Rabaue.

Rabaue-Keyboarder Peter van den Brock genoss mit seinen Kollegen gleich mehrere Safaris.

Rabaue-Keyboarder Peter van den Brock genoss mit seinen Kollegen gleich mehrere Safaris.

„Der Karneval hier ist eine Mischung aus Elementen des rheinischen und Mainzer Brauchtums“, sagt Bassist Benni Weissert – und Traditionen, die den Kölnern fremd sind: So werde der Prinz bei der Proklamation, dem sogenannten Prinzenball, völlig verhüllt zur Bühne geführt. Erst dort zeige sich dann, wer der neue Regent der Windhoeker Jecken ist.

Karneval in Namibia: Prinz wird verhüllt zur Bühne geführt

Statt eines Dreigestirns gibt es wie in Düsseldorf ein Prinzenpaar. In diesem Jahr sind es Flo I. und Prinzessin Nadja. Das Motto der 71. Session lautet „Mensch! Ärgere dich nicht!“ Neben einem Karnevalsumzug durch Windhoek wird zudem ein Bierfest gefeiert. „Die Parade dauert zwar nur zwei Stunden, aber wir werden uns ordentlich eincremen müssen. Die Sonne hier ist nicht ohne“, so Weissert. Neben den Rabaue ist noch Stimmungssänger Peter Wackel sowie eine Musikkapelle aus Eschweiler dabei. „Das ist eine klasse Band, die wir von Auftritten im Umland bereits kennen“, lobt Weissert. Dass der Karneval zur Regenzeit stattfindet, mache durchaus Sinn, da dann viele Farmer mehr Zeit hätten.

Die Reise sei für die Band sehr beeindruckend gewesen, so der Musiker. Die Entfernungen in dem dünn besiedelten Land seien unvorstellbar groß. Die Band habe drei Safaris unternommen und dabei Löwen aus nächster Nähe erlebt, ebenso Giraffen – wenn auch keine Elefanten.

Der nächste Export kölscher Lebensfreude wartet schon auf die Rabaue: In zwei Wochen geht es nach Österreich. In Hintertuxer Gletscher treten sie dann mit den Bläck Fööss, Paveiern und Räubern auf. Auch hier gilt: Kölsche lassen keinen allein.