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Karnevalsbilanz der Polizei KölnIn fast allen Bereichen weniger Straftaten als in den Vorjahren

Lesezeit 3 Minuten
03.03.2025, Köln: Die Polizei steht bereit. Der Rosenmontagszug zieht durch die Severinstraße. Die Jecken feiern am Rosenmontag den Karneval bei bestem Wetter und schönstem Sonnenschein. Foto: Uwe Weiser

Polizisten schützen am 3.3.2025 den Rosenmontagszug in der Severinstraße.

Drei herausragende Sexualdelikte beschäftigten die Polizei.

Eine Woche nach Aschermittwoch hat die Polizei ihre abschließende Bilanz zur Straßenkriminalität an den Karnevalstagen veröffentlicht, und die Entwicklung erscheint positiv. Es wurden deutlich weniger Straftaten angezeigt als im Vorjahr. Allerdings waren vor allem die Hotspots Zülpicher Viertel, Uniwiesen, Ringe und Aachener Weiher in diesem Jahr auch deutlich schlechter besucht. Wegen der angespannten Terror-Lage im Land war die Polizei dennoch in der Spitze mit weit mehr als tausend Beamtinnen und Beamten im Einsatz.

„Über die Karnevalstage sind bei der Polizei Köln insgesamt 2259 Anzeigen eingegangen“, teilte Polizeisprecher Sascha Wallmeroth mit. Das sind 866 weniger als voriges Jahr und fast 1000 weniger als 2023. Blickt man auf einzelne Delikte, stellt man fest, dass die Zahlen zum dritten Mal in Folge zurückgegangen sind, und das teils deutlich. 2023 scheint in negativer Hinsicht ein extremer Ausreißer gewesen zu sein.

Köln: So wenig Angriffe auf Polizisten wie nie

So wurden zum Beispiel diesmal 270 Taschendiebstähle angezeigt (Vorjahr 448, vorvergangenes Jahr: 537). Es meldeten sich 34 Opfer von Raubüberfällen bei der Polizei (44, 53) und 444 Opfer von Körperverletzungen (544, 618).

Die Zahl der angezeigten Sexualstraftaten dagegen bewegt sich eher auf einem konstant hohen Niveau: 56 Opfer meldeten sich bei der Polizei, im Vorjahr waren es 89, im Jahr davor ebenfalls 56. In den meisten Fällen handelte es sich laut Polizei um sexuelle Belästigungen, also körperliche Berührungen gegen den eigenen Willen. Darauf stehen Geldstrafen oder Gefängnisstrafen bis zu zwei Jahren.

Drei Fälle erregten besonderes Aufsehen. In zwei mobilen Toiletten auf den Uniwiesen und am Zülpicher Platz waren an Weiberfastnacht eine 19 und eine 18 Jahre alte Frau vergewaltigt worden. Die Täter und die Opfer hatten sich laut Polizei jeweils kurz zuvor kennengelernt. Der mutmaßliche Täter vom Zülpicher Platz, ein 18-Jähriger, wurde festgenommen. Der Vergewaltiger von den Uniwiesen konnte fliehen und ist bis heute nicht identifiziert. Es soll sich um einen blonden, blauäugigen Mann mit auffälligen Wangenknochen gehandelt haben, der ein Sträflingskostüm trug.

In einem dritten Fall sollen zwei mutmaßliche Security-Mitarbeiter eine junge Frau in einer mobilen Toilette bedrängt und sie zu sexuellen Handlungen aufgefordert haben. Die Frau konnte entkommen und die Polizei verständigen. Einen der beiden Tatverdächtigen, einen 20 Jahre alten Mann, fassten Beamte in der Nähe des Tatorts, nach dem Mittäter wird noch gefahndet.

Besonders auffällig an der aktuellen Karnevalsstatistik sind die deutlich gesunkenen Zahlen von Widerständen gegen und Angriffen auf Polizeibeamtinnen und -beamte. 17 Widerstände sind der zweitniedrigste Wert der vergangenen fünf Jahre. Tätliche Angriffe zählte die Polizei in diesem Jahr fünf – das sind 17 weniger als im Vorjahr und sogar drei weniger als im Winter 2021, mitten in der Pandemie, als der Straßenkarneval Corona-bedingt so gut wie ausgefallen war.