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Neu auf der Hohe Straße in KölnDas „Napule's“ verkauft gefaltete Pizza wie in Neapel

Lesezeit 4 Minuten
Eröffnung des Napule´s gefaltete Pizza to go.
Im Vordergrund der Inhaber Alfredo Cannizzaro.

In der Hohe Straße bietet Alfredo Cannizzaro (vorne) jetzt gefaltete Pizza an.

Das Napule's ist mitten auf die Hohe Straße gezogen, wo der Argentinier Hugo Marra 28 Jahre Laugengebäck verkauft hat. 

In Neapel war sie vor über 200 Jahren schon ein beliebtes Streetfood: Die gefaltete Pizza, die „pizza portafoglio“, zusammengeklappt wie ein Portemonnaie, damit es nicht trieft und man sie im Gehen verspeisen kann – ein magenfüllendes, schnelles und günstiges Essen in der quirligen Altstadt der süditalienischen Metropole. Seit Ende Februar kann man an der Hohe Straße 118 nun auch „Pizza portafoglio“ kaufen. 

Maradona-Porträt über Napule's auf Hohe Straße in Köln

Wo vorher der Argentinier Hugo Marra fast 30 Jahre lang Laugengebäck verkauft hat, ist Ende Februar das „Napule’s“ eingezogen und präsentiert sich runderneuert und kernsaniert in den Farben der neapolitanischen Fußballmannschaft: hellblau, mit dem übergroßen Emblem Neapels – dem verstorbenen Fußballstar Maradona, der die Mannschaft einst zur italienischen Meisterschaft verholfen hat und seitdem so verehrt wird wie der Stadtpatron San Gennaro.

Der Kölner Gastronom Alfredo Cannizzaro mit sizilianischen Wurzeln hat sich gemeinsam mit seinem Geschäftspartner für seine Idee Pizza-Know-How aus der Stadt am Vesuv geholt. Pizzabäcker Antonio Spinosa wirbelt den Teig in der Luft. Es vergehen weniger als fünf Minuten, da hat er den Teig ausgerollt, belegt, in den rund 350 Grad heißen, hellblau gefliesten Gasofen geschoben und wieder herausgeholt. Die Pizza dampft, wird in zügigen Bewegungen zusammengeklappt und über die Theke gereicht.

Neapolitanische Pizzen erleben seit Jahren einen Hype, auch in Köln. Doch auf die gefaltete Pizza habe sich hier noch keiner so fokussiert, sagt Cannizzaro. Der 46-Jährige, der einer Gastronomenfamilie entstammt, habe hier seine Chance gewittert. Cannizzaros Familie hat 1974 auf der Severinstraße die Pizzeria „Del Bajazzo“ eröffnet, später gab es eine Dependance in Rodenkirchen. Beide Lokale sind bereits seit ein paar Jahren geschlossen.

Eröffnung des Napule´s gefaltete Pizza to go.

Foto: Michael Bause

Mit Maradona-Banner: Das Napule´s auf der Hohe Straße.

Betreiber von Napule's in Köln hatte früher Del Bajazzo auf der Severinstraße

Der 46-Jährige hatte die Lokale von den Eltern übernommen, aber irgendwann die Reißleine gezogen, er brauchte eine Pause von der Gastronomie. „Ich hatte keine Geduld mehr.“ Doch wer wie er in der Gastro aufwächst, lasse sich immer wieder dazu verlocken, neue Projekte zu starten. Dieses Mal also mit den Neapolitanern. „Nach der langen Pause wollte ich aber etwas Neues bieten.“ „Napule’s“ solle auch als Franchise funktionieren. Ein zweiter Laden in Köln ist bereits geplant, den Standort könne er aber noch nicht verraten. Nur so viel: Es wird auch Sitzplätze geben, anders als hier.

11.03.2025, Köln: Eröffnung des Napule´s gefaltete Pizza to go.

Foto: Michael Bause

Das Napule's bietet die Pizza nur to go an, vorher gab es an der Stelle 28 Jahre lang Laugengebäck von Hugo Marra

Der Pizzabäcker aus Neapel, Antonio Spinosa, ist zum ersten Mal in Köln. Er hat bereits Neueröffnungen in anderen Ländern begleitet, zum Beispiel in Frankreich und an mehreren Orten in Italien. Doch bei „Napule’s“ soll er langfristig bleiben. Seine Frau wird im Mai nachziehen. Auch sie ist Pizzabäckerin, „eine der wenigen weiblichen Pizzabäcker in Neapel“, wie er stolz sagt. Immer mehr Frauen erlernten das Pizza-Handwerk. In Neapel gebe es schon von Frauen geführte Pizzerien.

Er könne das nur befürworten, seine beiden Töchter, die ältere elf Jahre alt, die jüngere acht, seien selbst schon erfahrene Pizzabäckerinnen. „Seit die zwei Jahre alt sind, machen und belegen sie sich die Pizza selber.“ Und bei Spinosa führt der Beruf nicht etwa zum Überdruss. Sein Lieblingsritual hier in Köln seit der Neueröffnung: „Wir kommen morgens hier an, machen eine Pizza, und essen dann ein Stück zum Kaffee als Frühstück. Das ist ein super Start in den Tag.“ Und dann heißt es Pizzabacken quasi im Akkord, denn der Ansturm auf der Hohe Straße sei gerade zur Mittagszeit groß.

Napule's in Köln: Lange Schlangen auf der Hohe Straße

Cannizzaro: „Wir haben schon so lange Schlangen gehabt, dass die Polizei nach der Situation schauen musste.“ Die Hohe Straße erinnere an die Einkaufsstraße Via Toledo in Neapel und sei deshalb genau das passende Setting für das Streetfood. Zur gefalteten Pizza gibt es auch noch frittierte Pizza, die ein mit Ricotta, Fior di Latte und Tomate gefüllter Calzone ist (9 Euro), der schließlich in heißes Öl getunkt wird. Keine leichte Kost, aber schmackhaft.

Cannizzaro ist wichtig zu betonen, dass die Zutaten – vom Mehl, zur Tomatensauce bis hin zum Mozzarella – aus der Region Kampanien stammen, wo Neapel liegt. Die gefaltete Margherita gibt es für 8 Euro, mit Salami (aus Rind) für 9 Euro, mit Thunfisch für 10 Euro. Eine süße Pizza mit Nutella kostet 9 Euro.

„Napule's“, Hohe Straße 118, montags bis freitag von 11.30 bis 20 Uhr geöffnet, samstags bis 20.30 Uhr und sonntags von 12 bis 19 Uhr.