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Motiv „Hunger nach Wissen“Unicef kürt die Bilder das Jahres – das sind die Gewinner-Fotos

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Daniel Pilar (l), bekommt den dritten Platz beim Unicef-Foto des Jahres 2022, und steht bei der Preisverleihung neben Elke Büdenbender (M), Unicef-Schirmherrin und  Ehefrau von Bundespräsident Steinmeier und Peter-Matthias Gaede, Chefredakteur des Magazins GEO und ehrenamtliches Mitglied im UNICEF-Vorstand.

Fotograf Daniel Pilar (l), bekommt den dritten Platz beim Unicef-Foto des Jahres 2022.

Unicef hat die Bilder des Jahres gekürt, sie sind geprägt von Kindern, Bildung und Krieg.

Das Unicef-Foto des Jahres rückt die Bedeutung von Bildung für Kinder in Kriegs- und Krisengebieten in den Mittelpunkt. Das Siegerbild des argentinischen Fotografen Eduardo Soteras zeigt zwei Kinder, die in der kriegsverwüsteten Bibliothek einer Grundschule in der äthiopischen Region Tigray in Bücher vertieft sind und lächeln.

„Das Lächeln in ihren Gesichtern verrät einen Moment des Glücks. Es ist ein seltener Moment, umgeben von Zerstörung und Gewalt“, teilte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen am Donnerstag bei der Preisverleihung in Berlin mit. „Der Wunsch, Neues zu entdecken und zu lernen, ist bei Kindern oft so groß, dass er sie die Bedrohlichkeit einer Situation vergessen lässt.

Kinder betrachten in einer äthiopischen Bibliothek Bücher, während außerhalb des Dorfs Kämpfe stattfinden.

Platz 1 des Unicef-Fotos 2022: Kinder betrachten in einer äthiopischen Bibliothek Bücher, während außerhalb des Dorfs Kämpfe stattfinden.

Das ist die Botschaft des Unicef-Fotos des Jahres 2022“, sagte Unicef-Schirmherrin Elke Büdenbender, die Frau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. „Das Siegerbild fordert uns auf, alles zu tun, damit Kinder auch unter den widrigsten Umständen spielen und lernen können. Denn nur so können sie sich ihre Hoffnung und Zuversicht in Zeiten des Krieges und anderer Krisen erhalten.“

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Das Siegerfoto, das nach Unicef-Angaben bereits 2020 aufgenommen wurde, ist Bestandteil einer Langzeitbeobachtung, die bis 2021 reicht. Nach den Unicef-Wettbewerbsregeln dürfen die eingereichten Reportagen auch das Vorjahr abdecken. „Diese Reportage ist die aktuellst mögliche Langzeitbeobachtung aus der Region Tigray. Auch das hat eine Rolle bei der Entscheidung für dieses Foto gespielt“, sagte eine Unicef-Sprecherin.

Unicef stillt Kinder-Bildung bei Foto-Wettbewerb in den Fokus

Mit dem zweiten Preis wurde ein Foto des amerikanischen Fotografen Ron Haviv aus einem Souterrain in Kiew ausgezeichnet. Mehrere Kinder, die dort vor den Angriffen Zuflucht gesucht haben, blicken auf ein Kinderbuch, das ihnen gezeigt wird.

Ein Lehrer liest Kindern, die zum Schutz vor russischen Raketenangriffen in Kiew unterirdisch in den U-Bahn-Stationen leben, Geschichten vor, um ihre Ausbildung fortzusetzen.

Platz 2 des Unicef-Fotos 2022: Ein Lehrer liest Kindern, die zum Schutz vor russischen Raketenangriffen in Kiew unterirdisch in den U-Bahn-Stationen leben, Geschichten vor, um ihre Ausbildung fortzusetzen

Der deutsche Fotograf Daniel Pilar erhält den dritten Preis. Seine Reportage begleitete Schülerinnen in einer heimlichen Mädchenschule in der afghanischen Hauptstadt Kabul. „Der Hunger nach Wissen und Bildung ist das verbindende Element der prämierten Bilder in diesem Jahr“, sagt Peter-Matthias Gaede, Mitglied der Jury und des Deutschen Komitees für Unicef.

In einem provisorischen Gebäude werden in einem Hinterhof in Kabul, Afghanistan, in einer geheimen Schule Mädchen der 7. und 8. Klasse unterrichtet.

Platz 3 des Unicef-Fotos 2022: In einem provisorischen Gebäude werden in einem Hinterhof in Kabul, Afghanistan, in einer geheimen Schule Mädchen der 7. und 8. Klasse unterrichtet.

„Gerade in Konfliktgebieten und Krisenländern sind Schulen und psychosoziale Hilfsangebote Orte der Hoffnung, die die Kinder stabilisieren und ihnen Kraft geben.“

Bei dem internationalen, undotierten Wettbewerb zeichnet Unicef Deutschland einmal im Jahr Fotos und Fotoreportagen aus, die die Persönlichkeit und Lebensumstände von Kindern auf herausragende Weise dokumentieren. Der Preis wurde zum 23. Mal vergeben. (dpa)