Alexander Stubb traf sich mit Donald Trump auf eine Runde Golf - und wird anschließend für seinen „diplomatischen Volltreffer“ gelobt.
Golf-Runde mit Trump„Diplomatischer Volltreffer“ – Finnlands Präsident macht der Ukraine Hoffnung

Finnlands Präsident Alexander Stubb und Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj begegnen sich auf einer Pressekonferenz in Helsinki. Zusammen wollen sie möglichst schnell eine Waffenruhe mit Russland erreichen. Die USA glauben sie noch hinter sich zu haben.
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In einem TV-Interview mit der NBC hatte US-Präsident Donald Trump am Sonntag seinen Ärger über Wladimir Putin zum Ausdruck gebracht. Das Verhalten des russischen Präsidenten habe ihn „sehr verärgert und stinksauer“ („pissed off“) gemacht, erklärte Trump.
Einen Tag zuvor hatte der US-Präsident Finnlands Präsident Alexander Stubb zu einer diplomatischen Runde Golf empfangen, obwohl die beiden Staatsmänner sowohl bei der internationalen Kooperation als auch bei der Unterstützung der Ukraine höchst unterschiedliche Positionen vertreten.
Der 56-jährige Stubb berichtete beim britischen Sender Sky News nun über sein Treffen mit dem mächtigsten Mann der Welt und verriet, worüber sie auf Trumps Anwesen Mar-a-Lago gesprochen haben. Stubbs Golfrunde mit Trump sei „ein diplomatischer Volltreffer“ gewesen, schätzte bereits der finnische Rundfunksender Yle ein.
Finnlands Präsident Alexander Stubb über Trump: „Weil er der Einzige ist, vor dem Putin Angst hat“
Zunächst erklärte Stubb, dass der US-Präsident die Geduld mit Kremlchef Wladimir Putin allmählich verliere. „Wütend ist vermutlich das falsche Wort - aber ungeduldig, das sicherlich“, antwortete er auf die Frage, ob Trump am Wochenende wütend auf Putin gewirkt habe.
Vor allem aber sei Trump der Einzige, der Frieden in der Ukraine erreichen könne: „Weil er der Einzige ist, vor dem Putin Respekt und in vielerlei Hinsicht auch Angst hat“, so Stubb. Die beiden Politiker hätten lange über eine Waffenruhe gesprochen, welche die Ukraine zusammen mit der EU und den USA seit Wochen erreichen will. Und über die Frustration, dass Russland sich nicht daran halte.
Seit dem Amtsantritt von Donald Trump als US-Präsident im Januar haben mehrere Verhandlungsrunden über eine mögliche Waffenruhe in der Ukraine stattgefunden. US-Unterhändler hatten in den vergangenen Wochen Gespräche mit Delegationen aus Russland und der Ukraine geführt. Doch bislang ohne Erfolg.
Nun gehe es um ein konkretes Datum für eine Waffenruhe, welches der 20. April 2025 sein soll, so Stubb weiter. Und sollte Putin nicht einwilligen, würde es von Seiten der EU, aber auch von den USA zu weiteren Sanktionen kommen.
Die Ukraine mit Präsident Selenskyj dürften daraus Hoffnung ziehen, die USA weiter auf ihrer Seite zu wissen. Das kriegsgebeutelte Land will nach Angaben eines hochrangigen Regierungsvertreters bis Ende der Woche einen Gegenvorschlag zum US-Entwurf für ein Rohstoffabkommen mit den USA vorlegen, damit auch hier Einigkeit gefunden werden kann.
Alexander Stubb an Trump: „Sie können Putin nicht trauen“
Wenn es ein Pendel gäbe zwischen Vertrauen und Misstrauen, dann zeigten russische Aktivitäten der vergangenen Wochen, dass man sich eher Richtung Misstrauen bewege, folgerte Stubb außerdem. Trump schätze er als guten Verhandler ein. Er sei im Begriff, die richtige Balance zu finden, führte Stubb aus.
Seine Botschaft an Trump, als er ihn gefragt habe, ob man Putin vertrauen könne, sei gewesen: „Nein, können Sie nicht.“ Was Trump dem entgegnet habe, wollte Stubb aber nicht verraten – diese Sachen würden auf dem Golfplatz bleiben.
Offenbar konnte der sportliche Stubb in der lockeren Atmosphäre beim europakritischen Trump punkten. Der 78-Jährige veröffentlichte in seinem sozialen Netzwerk Truth Social im Anschluss ein Foto, das die beiden lächelnd auf dem Golfkurs zeigt.