Der renommierte Pianist Freddy Kempf war zu Gast im Leverkusener Forum.
Klassik-SonntagWestdeutsche Sinfonia Leverkusen begeistert mit Beethovens „Pastorale“

Das Konzert für Klavier und Orchester Nr.1 in C-Dur, op. 15, mit dem Pianisten Freddy Kempf sowie Beethovens Sechste Sinfonie (Pastorale) standen auf dem Programm des Konzerts der Westdeutschen Sinfonia Leverkusen im Forum.
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Beethoven stand auf dem Programm des Klassik-Sonntags im Leverkusener Forum. Als Gast der Westdeutschen Sinfonia Leverkusen unter der Leitung von Dirk Joeres war Freddy Kempf nach Leverkusen gekommen. Der Pianist, der bereits mit zahlreichen internationalen Dirigenten und Orchestern zusammengearbeitet hat, und das 1987 gegründete Orchester hatten sich für die erste Programmhälfte Beethoven Konzert für Klavier und Orchester Nr.1 in C-Dur, op. 15, ausgesucht.
Obwohl mit Nr.1 nummeriert, ist das Werk, das um die Wende ins 19. Jahrhundert entstand, nicht das erste Klavierkonzert von Beethoven. Aus seiner Zeit in Bonn gibt es noch zwei frühere Werke, die jedoch keine Opuszahl zugewiesen bekamen.
Den ersten Satz (Allegro con brio) meistern Pianist und Orchester leichtfüßig, inklusive virtuoser Solokadenz von Freddy Kempf. Das Largo, gefühlvoll eingeleitet vom Piano und warm unterlegt vom Orchester, entwickelt sich zu einem großflächigen Satz, über den Klavier und Orchester abwechselnd das eher lyrische Thema ausbreiten.
Leverkusen: Pianist war zu Gast
Das Rondo, der letzte Satz des Klavierkonzerts, leitet Freddy Kempf tänzerisch mit dem Piano ein. Das Orchester nimmt die Wucht des vorgestellten Themas auf, ohne an Dringlichkeit zu verlieren. Der Satz scheint mit dem Klavier auszuklingen, bevor das Orchester einen markanten Forte-Schlusspunkt setzt. Als Zugabe spielte Kempf ein Prélude von Nikolai Kapustin und brachte so dezent jazzige Klänge in den Leverkusener Konzertsaal.
Beethoven stand auch für die zweite Konzerthälfte auf dem Programm. Joeres hatte sich die Sechste Sinfonie ausgesucht. 1808 in Wien aufgeführt, ist das Werk die einige von Beethovens Sinfonien mit fünf Sätzen. Beethoven vertont in dieser Sinfonie Motive des Landlebens, weshalb sie die „Pastorale“ genannt wird. „Pastor“ heißt aus dem Lateinischen übersetzt Hirte. Der erste Satz (Allegro ma non troppo) lebt von musikalischer Heiterkeit, besonders ausgedrückt vom Holzsatz der Westdeutschen Sinfonia Leverkusen.
Im zweiten Satz (Andante molto molto) verleihen die fließenden Sechzehntelnoten in den Violinen der Überschrift des Satzes („Szene am Bach“) Ausdruck. Der dritte Satz (Allegro), ein Scherzo, zeichnet das „Zusammensein der Leute“ in schnellem Dreivierteltakt nach, bevor Beethoven den Satz fast tanzartig in einen Zweiviertelrhythmus münden lässt.
Mit „Gewitter und Sturm“ ist der vierte Satz, ein weiteres Allegro, überschrieben, der zwar den kürzesten Satz der Sinfonie bildet, an brodelnder Dramatik aber nichts verliert. Die Dramatik löst sich in fünften Satz (Hirtengesang) wieder in Wohlgefallen auf.