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TürkeiImamoglu noch immer in Haft – Kölns OB Reker reist nach Istanbul

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Oberbürgermeister Ekrem Imamoglu war am 19. März inhaftiert worden. Seitdem gibt es Proteste in Istanbul. (Archivbild)

Oberbürgermeister Ekrem Imamoglu war am 19. März inhaftiert worden. Er gilt als Erdogans größter Herausforderer. Seit der Razzia gibt es Proteste in Istanbul. (Archivbild)

Istanbuls OB sitzt sei zwei Wochen in Haft. Zuvor hatte er Kölns Oberbürgermeisterin zu einem Treffen eingeladen.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker reist nach Istanbul. Sie folgt damit einer Einladung des inhaftierten Ekrem Imamoglu, der Oberbürgermeister von Kölns Partnerstadt in der Türkei war. Das gab die Stadt Köln in einer Pressemitteilung am Freitag (4. April) bekannt.

Ekrem Imamoglu war am 19. März bei einer Razzia festgenommen worden. Der Oppositionspolitiker der CHP sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Gegen ihn bestehen Korruptions- und Terrorismusvorwürfe, Imamoglu bestreitet dies. Der mittlerweile abgesetzte Istanbuler Bürgermeister gilt als der wichtigste Kontrahent von Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Hunderttausende protestieren – Türkei in schwerer Krise

Hunderttausende gingen seitdem bei regierungskritischen Protesten auf die Straße. Die Demonstranten werfen der Regierung vor, mit Hilfe der Justiz den Konkurrenten von Erdogan politisch kaltstellen zu wollen. Regierungskritiker und Imamoglu selbst sprechen von einem politischen Putsch.

TOPSHOT - This handout photograph taken and released by the Republican People's Party (CHP) press office on March 29, 2025, shows an aerial view of a large crowd gathering during a rally called by the CHP, Turkey's main opposition party, in support of Istanbul's arrested mayor Ekrem Imanoglu in Maltepe, on the outskirts of Istanbul. Protesters joined a mass rally in Istanbul on March 29, 2025 at the call of Turkey's main opposition CHP over the jailing of the city's mayor Ekrem Imamoglu, a top figure in the party whose arrest has sparked 10 days of the country's biggest street demonstrations in a decade. Imamoglu's detention on March 19 has also prompted a repressive government response that has been sharply condemned by rights groups and drawn criticism from abroad. (Photo by HANDOUT / Republican People's Party (CHP) Press Service / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / REPUBLICAN PEOPLE'S PARTY PRESS OFFICE" NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS

Das Bild zeigt Massendemonstrationen in Istanbul gegen die Verhaftung von Ekrem Imamoglu am 29. März 2025.

Das führt die Türkei in eine schwere Krise. Es kommt zu mehreren Verhaftungen, die Wirtschaft leidet und die EU will ihre Zusammenarbeit mit dem Land gar überdenken. Auch in Köln demonstrieren Menschen bei mehreren Mahnwachen gegen die Verhaftung Imamoglus.

Reker reist nach Istanbul – „Zeichen uneingeschränkter Solidarität“

Nun will Reker am Dienstag (8. April) in Istanbul am deutsch-türkischen Städtepartnerschaftsgipfel teilnehmen. Köln und Istanbul sind seit 1997 Partnerstädte. Zu dem Gipfel hatte Ekrem Imamoglu, der auch Präsident des Türkischen Städtetages ist, Reker vor seine Verhaftung eingeladen. Laut Presseamt versteht Kölns Oberbürgermeisterin ihre Reise„ als Zeichen ihrer uneingeschränkten Solidarität“. 

Bereits vor einer Woche hatte Henriette Reker einen Brief an ihren Amtskollegen in die Untersuchungshaft geschrieben. Darin sicherte sie ihm zu, für die Wahrung seiner Rechte einzutreten. Auch kündigte Reker an, zusammen mit dem Auswärtigen Amt „diplomatische Wege zu gehen, die zu seiner Freilassung führen“.

Auswärtiges Amt aktualisiert Reisehinweise für die Türkei

Das Auswärtige Amt indes hat als Reaktion auf das Geschehen seine Reisehinweise für die Türkei aktualisiert. Dort heißt es: „In Ankara, Istanbul, Izmir und anderen Städten kommt es derzeit im Zusammenhang mit politischen Protestaktionen und Versammlungsverboten zu Absperrungen von Straßen sowie U-Bahn-Stationen und Ausfällen im öffentlichen Nahverkehr.“ 

Reisende sollten sich in den Medien zur jeweils aktuellen Lage und möglichen Einschränkungen informieren. Demonstrationen sowie  größere Menschenansammlungen sollten gemieden werde - „und seien Sie in deren Umfeld äußerst vorsichtig“, so das Auswärtige Amt.