Am Flughafen entsteht ein neues Heizwerk, das aus Gartenabfällen Wärme und Kälte für den Flughafen erzeugt. Es soll bereits zum Jahresende fertig sein.
Köln/BonnAirport heizt bald mit Holz

Spatenstich am Flughafen: Vertreter von Flughafen, AVG und Rheinenergie mit OB Henriette Reker.
Copyright: Stephan Eppinger
Der Flughafen Köln/Bonn möchte seinen CO2-Fußabdruck deutlich senken. Dazu wurde nun ein großer Schritt in die Wege geleitet. Am Montag war der erste Spatenstich zum Bau eines neuen Holzheizwerkes. Es handelt sich tatsächlich um ein Heizwerk, und kein Heizkraftwerk, es erzeugt Wärme, aber keinen Strom.
Auf dem Flughafengelände entsteht die Anlage, die die CO2-Emissionen jährlich um 2700 Tonnen senken soll und den Flughafen so mit klimaschonend hergestellter Wärme versorgt. Das Heizwerk steht in der Nachbarschaft eines bereits bestehenden Blockheizkraftwerks, in Sichtweite des Nordtores der Luftwaffenkaserne Köln-Wahn.
Der nachwachsende Brennstoff soll lokal durch die Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln (AVG Köln) zugeliefert werden. Konkret heißt das, das holziger Grünschnitt aus dem gesamten Stadtgebiet künftig in Wahn verfeuert wird, aus Parks, Gärten und von Straßenrändern oder aus Grünanlagen. Lediglich die übrigbleibende Asche wird später auf einer Deponie entsorgt.
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Wärme-Leistung von 2,5 Megawatt
Die Anlage soll im Winter 2025/2026 fertiggestellt werden. Dann steht eine Wärmeleistung von 2,5 Megawatt (MW) zur Verfügung. Der Flughafen kann die produzierte Wärme im Winter zum Heizen verwenden – bis zu einem Drittel des gesamten Wärmebedarfs am Flughafen werden mit dem Holzheizwerk gedeckt. Im Sommer kann überschüssige Wärme sogar in Kälte umgewandelt werden. Insgesamt soll das Heizwerk den CO2-Ausstoß des gesamten Flughafens Köln/Bonn um etwa ein Zehntel senken.
Wollte der Flughafen das Werk zunächst selbst betreiben, einigte man sich später auf ein Gemeinschaftsprojekt von Rhein-Energie und Flughafen Köln/Bonn. Zu gut 76 Prozent gehört die Rhein-Energie der Stadt Köln. Am Flughafen Köln/Bonn ist die Stadt Köln hingegen mit 31,1 Prozent beteiligt. Die AVG wiederum, die das Brenngut liefert, gehört zu 50,1 Prozent den Stadtwerken Köln und zu 49,9 Prozent der Müllentsorgungsfirma Remondis.
Mittlerer einstelliger Millionenbetrag
Das neue Heizwerk soll einen mittleren einstelligen Millionenbetrag kosten. Gefördert wurde es mit Mitteln des Bundes. Neue Mitarbeiter sind so gut wie keine erforderlich, die Beschäftigten des benachbarten Blockheizkraftwerks können die Arbeiten übernehmen.
„Die Nutzung erneuerbarer Rohstoffe wie Holz sichert nicht nur eine stabile Energiequelle, sondern reduziert auch unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und trägt maßgeblich zur Verringerung der CO2-Emissionen bei“, sagte Flughafen-Chef Thilo Schmid beim Spatenstich.
„Die Errichtung dieses neuen Holzheizwerks markiert einen bedeutenden Schritt hin zu einer nachhaltigen und klimafreundlichen Energieversorgung“, sagte Andreas Feicht, Vorstandschef der Rhein-Energie. „Das Holzheizwerk ist ein Paradebeispiel dafür, wie es gelingt, Kompetenzen im gesamten Konzern Stadt Köln zu nutzen und damit die Dekarbonisierung in Köln vernetzt zu denken. Städtische Beteiligungen übernehmen hier am Flughafen gemeinsam Verantwortung für die Energiewende“, sagte Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker.