Auf einem 200 Meter breiten „privilegierten Flächenkorridor“ entlang der Bundesautobahn könnten Photovoltaik-Freiflächenanlagen gebaut werden.
SondersitzungReichshofer Rat setzt sich mit Solarenergieanlagen auf Freiflächen auseinander

Entlang der Autobahn könnten Photovoltaik-Freiflächenanlagen schon jetzt gebaut werden.
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In allen 13 Städten und Gemeinden des Oberbergischen Kreises sollen Photovoltaik-Freiflächenanlagen entstehen. Dafür hat der Kreis einen Handlungsleitfaden erarbeitet. Die Gemeinde Reichshof hatte nun vorgeschlagen, diesen Leitfaden zur Grundlage aller künftigen Entscheidungs- und Planungsprozesse im Gemeindegebiet zu machen. Der Bau- und Umweltausschuss des Gemeinderats folgte stattdessen aber einstimmig dem Antrag von Uwe Hoffmann (Grüne), das Thema wird jetzt in einer Sondersitzung des Gemeinderates beraten.
Wann, das steht noch nicht fest, wahrscheinlich aber irgendwann zwischen der anstehenden, turnusmäßigen Ratssitzung Mitte April und dem Beginn der Sommerpause, wie Sarah Schmidt, Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters, auf Nachfrage mitteilt.
Freiflächenphotovoltaik in Reichshof: Platzangebot von 160 Hektar
In sechs Jahren soll jede oberbergische Kommune rund 15 Hektar an Freiflächen für Photovoltaikanlagen ermittelt haben, bis ins Jahr 2024 sogar 34 Hektar. Reichshof habe entlang der Autobahn 4, die quer durchs Gemeindegebiet führt, die Möglichkeit, Freiflächen-Solarenergieanlagen zu errichten, wie Michael Webel, Abteilungsleiter der Bauverwaltung, jetzt in der Ausschusssitzung erklärte.
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Auf einem 200 Meter breiten „privilegierten Flächenkorridor“ entlang der Bundesautobahn könnten solche Anlagen schon jetzt gebaut werden. Künftig dürfte dieser Korridor deutlich breiter bemessen werden, wohl mit bis zu 500 Metern. Um dort heute schon tätig zu werden, bedürfte es erst eines Planverfahrens. Aber wenn das jemand anstreben würde, wäre es unwahrscheinlich, dass die Politik ihm Steine in den Weg legen würde.
Wenn man nun also diesen breiteren Flächenkorridor als Grundlage nimmt, kommt Reichshof alleine damit auf ein Platzangebot von rund 160 Hektar, die der Gemeinde „auf dem Silbertablett präsentiert wird“, wie Michael Advena (CDU) es ausdrückte.
Doch konkret entscheiden wird das der Gemeinderat dann in der Sondersitzung. Dann wird es darum gehen, ob und wenn ja, wie viel Platz über diese 160 Hektar hinaus die Gemeinde für Freiflächen-Photovoltaik zur Verfügung stellen will, inwiefern landwirtschaftlich genutzte Flächen und Waldflächen von vorneherein tabu sind und wie Eingriffe in Natur und Landschaft kompensiert werden sollen.