Das Meerschweinchen saß in einer Kiste am Wegesrand. Ein Passant sorgte dafür, dass es ins Tierheim kam.
„Das ist unverantwortlich“Passant findet Meerschweinchen in der Kälte und bringt es ins Tierheim Bergheim

Ein dreifarbiges Meerschweinchen wurde in Bergheim an einem Parkplatz ausgesetzt. (Symbolbild)
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Ein junges Meerschweinchen ist seit dem Wochenende Neuzugang im Bergheimer Tierheim. Nach Meinung von Tierheimleiterin Heike Bergmann ist es ein Glück, dass es dem kleinen Tier gutgeht.
Denn das Tier wurde wohl zuvor einfach in einer Kiste ausgesetzt und stand in der Kälte. Zu verdanken ist es wohl der aufmerksamen Spürnase eines Hundes, dass das Meerschweinchen bemerkt wurde.
Hund findet Meerschweinchen am Wegesrand und alarmiert Besitzer
Ein Passant, der mit seinen Hunden unterwegs war, fand das Tier am Freitag, 14. Februar. „Der Mantrailing Aussie meiner beiden Hunde zeigte mir an, dass mit einer Kiste am Parkplatz Neusser Straße was nicht stimmte“, schreibt die Person in einem Beitrag auf Facebook in der Gruppe „Bergheimer Gassi- und Haustiertreff“. Der Hund sei an der Plastikkiste stehen geblieben, rührte sich nicht mehr und schaute nur auf die Kiste.
Wie der Beitrag weiter schildert, war die Plastikkiste etwa sechs Meter vom Parkplatz entfernt am Wald abgestellt worden. Darin ein Meerschweinchen mit einer Verletzung am Rücken, Streu und ein Napf mit Futter. Der Hundebesitzer rief die Feuerwehr, damit das Meerschweinchen ins Tierheim gebracht werden konnte, weil er es selbst nicht hinbringen konnte. Im Beitrag fragt die Person noch vorwurfsvoll ins Netz: „Warum kann man ein Tier nicht direkt am Tierheim abgeben? Das Meerschweinchen hätte die kalte Nacht nicht überlebt.“
Meerschwein kommt ins Tierheim Bergheim
Ähnlich sieht es auch Heike Bergmann vom Bergheimer Tierheim. Vermutlich habe das Tier nicht allzu lange in der Kälte verbringen müssen. „Doch was, wenn es geregnet hätte? Dann schwimmt so ein Tier ja in der Kiste, das ist unverantwortlich“, sagt sie. Dem Meerschweinchen gehe es jetzt aber relativ gut in der Obhut des Tierheims.
„Es ist ein ganz junges Weibchen, noch nicht ausgewachsen und dreifarbig. Ein sehr hübsches Tier“, so Heike Bergmann. Es sei ein sehr munteres Tierchen und im Käfig kaum zu fangen, berichtet die Tierheimleiterin lachend. Die Verletzung am Rücken des Meerschweinchens könnte auf Milben zurückzuführen sein.
Wir reißen keinem den Kopf ab, wenn das Tier Hilfe braucht.
„Dann verletzen sich die Tiere schon mal selbst, um den Juckreiz zu lindern.“ Die Verletzung könnte aber auch von einem anderen Tier, zum Beispiel Meerschweinchen oder Kaninchen verursacht worden sein. Genaueres wisse man nach der Untersuchung durch den Tierarzt. Seien es Milben, könne man das gut behandeln und die Haut werde sich wahrscheinlich gut erholen.
In Sicherheit sei das Nagetier im Tierheim nun in jedem Fall. Heike Bergmann appelliert jedoch, Tiere direkt ans Tierheim zu geben, anstatt sie einfach auszusetzen. „Wenn man sich nicht traut, das Tier abzugeben, kann man es wenigstens vor die Tür stellen und kurz anrufen oder klingeln“, sagt Bergmann. „Wir reißen da keinem den Kopf ab, wenn das Tier Hilfe braucht.“ (at)