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BaustellenmarketingMaulwurf „Grabbi“ begleitet alle großen Bauprojekte in Bad Honnef

Lesezeit 3 Minuten
Ein Brunnen und einige Tische und Stühle stehen in der Fußgängerzone, im Hintergrund steht ein großer Bauzaun.

Erhält noch „Gucklöcher“ und bietet künftig Vereinen Platz für ihre Veranstaltungen: der 42 Meter lange Bauzaun in der City.

Die Stadt Bad Honnef initiiert ein Baustellenmanagement. Hintergrund sind die großen Bauprojekte in der City. Ein Maskottchen gibt es auch.

Der Bauzaun ist stolze 42 Meter lang und so hoch, dass niemand drüber gucken kann. Und da er komplett aus Holz ist, gibt es auch kein durchschauen. Doch das seit einigen Wochen die Fußgängerzone prägende Bauwerk soll sozusagen durchlässig werden: Es wird mit „Gucklöchern“ versehen, damit Bürger schauen können, wie es mit dem 30-Millionen-Euro-Neubau in der City vorangeht. Wer das lieber online erfahren will, kann demnächst über eine Webcam den Baufortschritt verfolgen.

Das Ganze fällt unter die Stichworte Kommunikation und Baustellenmarketing und wird in den kommenden Jahren die Stadt und ihre Bürger begleiten. Denn das neue Wohn-und Geschäftshaus, das die Siegburger SOIF Consulting GmbH zwischen Am Saynschen Hof und Fußgängerzone (Franz-Xaver-Trips-Platz) nach dem Abriss der Altbauten zurzeit realisiert, ist nur eines von mehreren Großprojekten, die auf die City zukommen.

Bürgermeister Otto Neuhoff spricht von einem „Schub nach vorne"

Von einem „Schub nach vorne“ sprach am Mittwoch Bürgermeister Otto Neuhoff, als er zusammen mit City-Managerin Miriam Brackelsberg und SOIF-Chef Alfred Schölzel ihre Ideen für das Baustellenmarketing vorstellten. Ob die „Piazza Verde Prima“ der SOIF, ob der Neubau anstelle des ehemaligen Postgebäudes, ob das zuletzt zumindest diskutierte Projekt „Junges Wohnen“ an der Kirchstraße, ob der Neubau des Bahnhofes oder auch die bevorstehende Umgestaltung des Rathaus-Vorplatzes – begleitet werden alle Bauprojekte künftig von einem Maskottchen in Form eines Maulwurfes.

Und der hat seit gestern einen Namen. Mit dem Vorschlag „Grabbi“ setzte sich die Klasse 2b der Martinus-Grundschule in Selhof bei einem Wettbewerb durch. Sie bekam zur Belohnung von Neuhoff einen Gutschein für Bäcker Becker in Selhof und eine kleine Kiste voller Gummibärchen. Dass „Grabbi“ mit zwei „b“ geschrieben wird, hat übrigens einen ganz einleuchtenden Grund: „Weil wir die 2b sind“, meinte einer der Grundschüler wie selbstverständlich.

Eine Gruppe von Schulkindern.

Mit ihrem Namensvorschlag „Grabbi“ für das Baustellenmaskottchen setzte sich die Klasse 2b der Grundschule Selhof durch.

Analog und digital wollen die Stadt und der Investor ihr Baustellenmarketing aufziehen, also über eigene Webseiten ebenso wie über Flyer. Der massive Bauzaun soll aber auch noch zu einem Info-Point der SOIF werden, an dem sie über den Fortschritt informiert. Auf sieben Meter Länge erhalten zudem Vereine die Möglichkeit, für ihre Veranstaltungen zu werben.

Es gehe um klare und verlässliche Kommunikation und Information, betonte Miriam Brackelsberg. Auch Baustellenführungen sind geplant. Laut Alfred Schölzel, der die Klasse 2b schon zum ersten Spatenstich einlud, ist das Neubauprojekt im Zeitplan. Nach dem Abriss der Altbauten laufen jetzt die Bodenuntersuchungen. Wie angekündigt werde es daher für eine Weile so aussehen, als ob sich nur wenig tue. Im zweiten Quartal 2025 sollen aber die Tiefbauarbeiten beginnen.

Dann werden in bester Innenstadtlage elf Penthousewohnungen, 31 Wohnungen und fünf Gewerbeeinheiten sowie 20 öffentlich geförderte Wohnungen entstehen. Zum Projekt gehört eine Tiefgarage mit 94 Stellplätzen sowie 174 Fahrradparkplätzen. Nach einer langen Zeit des Stillstands und dem durch Corona zunehmenden Leerstand von Geschäften in der City entwickele sich in der Innenstadt eine neue Dynamik, meinte Neuhoff, der mit der Kommunalwahl im Herbst nach elf Jahren aus dem Amt scheidet.

Durch die Übernahme des Campus der Internationalen Hochschule durch die Alanus Hochschule in Alfter würden verstärkt auch wieder junge Menschen in die Stadt kommen, die bekanntlich eine vergleichsweise alte Bevölkerung hat. Neuhoff: „Die Vitalität kommt zurück.“