Nach dem Umzug der Grundschule soll die Alte Schule nicht lange leer stehen. Die Ratsmehrheit schlägt eine Nutzung als Rathaus-Außenstelle vor.
Alte SchuleIn Lohmar-Birk soll bald eine Stadthaus-Filiale entstehen

Nach dem Umzug der Grundschule steht die Alte Schule (rechts) leer. Hier könnte eine Verwaltungsaußenstelle angesiedelt werden.
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Große Pläne gibt es für das alte Grundschulareal in Birk. Nach dem ersten Schritt, dem Umzug von Lehrern und Kindern in einen Neubau, dürfte aber noch eine Zeit vergehen, bis das neue Wohnviertel Gestalt annimmt. So lange aber soll die denkmalgeschützte Alte Schule, ein erhaltenswertes Gebäude gegenüber der Kirche, nicht leer stehen. Die Koalition aus Grünen, SPD und UWG will Räume des roten Backsteinbaus als Außenstelle der Stadtverwaltung nutzen.
Ein solcher Service wird bereits stundenweise im Wahlscheider Forum angeboten. So können sich Bürger in den nördlichen Außenbezirken in vielen Fällen die Fahrt ins Stadthaus im Zentralort ersparen. Birk wäre nicht nur eine Anlaufstelle für Inger, Albach und Birk, sondern auch für Bewohner des Breidter Rückens.
Im Lohmarer Ortsteil Wahlscheid gibt es schon einen Bürgerservice
Der Höhenort liegt etwa acht Kilometer von Zentrum entfernt, erreichbar auch mit dem Bus. Doch die Linie 554 zum Beispiel fährt aus Birk morgens nur einmal pro Stunde, ab Mittag alle halbe Stunde. Von Wahlscheid aus gibt es alle 30 Minuten eine Verbindung ins Zentrum.
Die Stadtverwaltung soll nun prüfen, heißt es in einem Antrag an den Sonderausschuss Birk, was nötig ist, damit die Bürger hier interimsweise schon Amtsangelegenheiten erledigen können. Neben der räumlichen und technischen Machbarkeit sowie der Sicherheit geht es auch um mögliche finanzielle Folgen.

Das alte Feuerwehrhaus soll, wie die Grundschule im Hintergrund, Platz machen für ein neues Wohnviertel.
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Denn die Alte Schule soll später einmal als öffentlicher, nicht-kommerzieller Treffpunkt genutzt werden. Um diese Pläne umzusetzen, erhofft sich die Stadt Zuschüsse. Die Einrichtung einer provisorischen Verwaltungsfiliale dürfe nicht „förderschädlich für die späteren Planungen“ sein, so die Koalition.
Die Alte Schule, erbaut 1875, bleibt auch nach dem Verkauf des Schulgrundstücks an zwei Investoren in städtischem Besitz. Bevor die Bagger anrollen und hier ein barrierefreies Viertel mit 65 Wohnungen entsteht, muss das Hanggrundstück frei und moduliert werden.
Nach Abriss des benachbarten, maroden Grundschulgebäudes soll auch die Feuerwache dem Erdboden gleich gemacht werden. Die Freiwilligen-Truppe zieht in einen Neubau an die Kreisstraße, es gibt bereits Pläne, doch ein Baubeginn ist noch nicht in Sicht.
An anderer Stelle soll im Ortskern von Birk weiterer Wohnraum entstehen. Hinter dem Bürgerzentrum sind rund 20 Sozialwohnungen in einem Mehrfamilienhaus auf dem früheren, bislang ungenutzten Friedhofsgrundstück geplant.
Der Sonderausschuss Birk tagt am Donnerstag, 10. April, ab 18 Uhr im Ratssaal, Rathausstraße 4.