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BezirksligaBessenich gewinnt in Wißkirchen – wenn auch deutlich zu hoch

Lesezeit 4 Minuten
Das Bild zeigt drei Spieler des SC Wißkirchen, die in letzter Sekunde den Angriff verhindern.

In letzter Sekunde klärt die Defensive des SC Wißkirchen die Szene. Nur Sekunden später geht der SV Bessenich dennoch in Führung.

Nach der Niederlage muss sich der SC Wißkirchen mit dem Abstieg auseinandersetzen. Der SV Bessenich hingegen kann sich wieder Hoffnung auf den Ligaverbleib machen.

SC Wißkirchen – SV Bessenich 1:4 (1:1). Wie nah Enttäuschung, Frust und Freude gepaart mit Erleichterung beieinanderliegen, zeigte sich am Sonntag gegen 17.20 Uhr auf dem Sportplatz in Wißkirchen. Der Jubel der Spieler des SV Bessenich war gefühlt grenzenlos – und fiel mit Blick auf die Tabellensituation fast schon ein bisschen zu euphorisch aus.

Aber wer will es dem Team verdenken, das unter der Woche kurzfristig ohne Trainer dastand, nachdem Stephan Reimer das Handtuch geworfen hatte? Da spielte es um 17.21 Uhr auch keine Rolle, dass der SVB trotz des Erfolgs weiter auf einem Abstiegsplatz liegt.

Aufgeben ist für Wißkirchens Trainer Horst Bartz keine Option

Die Chancen auf den Klassenverbleib sind nach dem Sieg in Wißkirchen aber deutlich größer als beim Gegner. Während Bessenich einen Zähler aufs rettende Ufer gutmachen muss, hat der SCW nun schon sechs Punkte Rückstand. Aufgeben ist zumindest für Trainer Horst Bartz keine Option. „Das Trainerteam und ich werden der Mannschaft vorleben, dass wir bis zum Schluss an den Klassenerhalt glauben“, sagte der Coach.

Auf der anderen Seite war die Erleichterung nach der turbulenten Woche in Bessenich dann doch ziemlich groß. „Ich bin stolz auf die Mannschaft. Sie hat das überragend gemacht und alles reingeworfen“, sagte Can Celik, der das Traineramt mit Stefan Storb übernommen hat.

Der Wechsel an der Seitenlinie war nicht die einzige Personalie des SVB unter der Woche. Luke Reimer, Sohn von Ex-Trainer Stephan Reimer, und Prince Yoka werden die Saison nicht für den Bezirksligisten zu Ende spielen. Zudem hat der SV Stefan Ristovski verpflichtet.

Ristovski: eine Trainingseinheit, ein Spiel, ein Tor

Letztgenannter spielte unter anderem für den Euskirchener TSC und bringt eine unglaubliche individuelle Klasse mit sich, die im Abstiegskampf noch von enormer Bedeutung sein kann. Und die Bilanz des 32-Jährige kann sich schon jetzt sehen lassen: Er hat nämlich genauso viele Trainingseinheiten wie Tore für den SVB. Am Freitag kickte Ristovski das erste Mal mit, gegen Wißkirchen traf er in der 89. Minute zum 3:1 – ein Treffer der Marke „Kann man mal so machen“.

Zudem muss beim SV Bessenich über Felix Schlößer gesprochen – oder in dem Fall geschrieben – werden. Der Stürmer kam in dieser Saison bisher auf vier Einsätze. Gegen Wißkirchen wurde er von Can Celik in der 72. Minute eingewechselt. Sieben Minuten später traf der talentierte, aber auch sehr verletzungsgebeutelte Offensivspieler zum 2:1 für Bessenich. Es war das erste Saisontor für den 21-Jährigen. Und wie es sich für einen Stürmer gehört, traf er nach einem Eckball aus der Drehung.

Das Bild zeigt einen Teil der Zuschauer auf der Triibüne.

Rund 130 Zuschauer verfolgten das Derby zwischen dem SC Wißkirchen und dem SV Bessenich.

Das Bild zeigt fünf Spieler des SC Wißkirchen auf der Auswechselbank.

So sehen Verlierer aus. Die Spieler des SC Wißkirchen strahlten nach dem Schlusspfiff nicht gerade Optimismus aus.

Das Bild zeigt Can Celik an der Seitenlinie während des Spiels.

Hat die Verantwortung beim SV Bessenich übernommen: Can Celik (r.).

Das Bild zeigt einen Teil der Bessenicher Mannschaft, die sich über den Führungstreffer freut.

Freude und Frust auf wenigen Metern: Der SV Bessenich bejubelt das 1:0 in Wißkirchen.

In der siebten Minute der Nachspielzeit stellte Schlößer dann sogar noch auf 4:1, als er einen recht schmeichelhaften Strafstoß umso sicherer verwandelte.

Zuvor hatten die rund 130 Zuschauer ein typisches Abstiegsduell gesehen. Beide Teams arbeiteten vor allem Fußball, vergaßen dabei die spielerische Komponente nicht – zumindest wollten sie sie nicht vermissen lassen.

Jan Beyers wegen Stammzellenspende nicht von der Partie

Die Gäste gingen in der 18. Minute durch Saky Noutsos in Führung. Dabei profitierte der Mittelfeldstratege von vielen Dingen: unter anderem von einer Nachlässigkeit in der Wißkirchener Defensive, dann vom starken Nachsetzen seiner Mitspieler und der überragenden Übersicht von SV-Akteur Jehon Vatovci. Es war bis dato die einzige Chance der Gäste. Die Platzherren zeigten sich davon nicht geschockt und glichen noch vor dem Seitenwechsel aus. Eine Unzulänglichkeit in der Gästeabwehr nutzte Valentin Ivanov in der 33. Minute.

Das bereits erwähnte Schlößer-Tor fiel dann buchstäblich aus dem Nichts und war die erste Chance der Gäste im zweiten Durchgang. Wißkirchen war die spielbestimmende Mannschaft, hatte aber ebenfalls eigentlich keine Torchance zu verzeichnen. Ein typisches 0:0-Spiel also, wenn es nicht schon 1:1 gestanden hätte.

Trotz der Niederlage, die den Abstieg dann doch recht wahrscheinlich macht, hatte der SC Wißkirchen einen Sieger in seinen Reihen: Jan Beyers. Der Torhüter spielte nämlich nicht, weil er unter der Woche Stammzellen für einen Mann in den USA gespendet hatte. Eigentlich sollte Beyers nun zwei Wochen keinen Sport machen, aber er saß dennoch auf der Reservebank und unterstützte sein Team moralisch.