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Fahrlässige Körperverletzung?Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt nach Brand gegen Falschparker

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Ein Tag nach dem Brand an der Wattstraße kontrollierte das Ordnungsamt den Bereich verstärkt wegen Falschparkern.

Ein Tag nach dem Brand an der Wattstraße kontrollierte das Ordnungsamt den Bereich verstärkt wegen Falschparkern.

Weil der Falschparker die Feuerwehr bei der Arbeit behindert hat, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Der Zustand des Brandopfers ist nach wie vor kritisch. 

Nach dem dramatischen Einsatz in Humboldt/Gremberg, bei dem ein Falschparker die Feuerwehr bei ihrem Einsatz behindert hat, hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung aufgenommen.

„Es bestehen konkrete Anhaltspunkte, dass die Behinderung der Feuerwehrfahrzeuge und die damit eingetretene zeitliche Verzögerung von mehreren Minuten ursächlich dafür gewesen sein kann, dass der Geschädigte nicht eher gerettet werden konnte und infolgedessen  (weitere) schwere Verbrennungen erlitten hat", sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer.

Feuerwehr-Chef appelliert an Falschparker

Der 64-jährige Geschädigte befinde sich nach wie vor in einem sehr kritischen Zustand, so Bremer weiter. „Sollte er versterben, stünde der Tatvorwurf der fahrlässigen Tötung im Raum.“

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Am 25. März stoppte ein falsch geparktes Auto das Drehleiterfahrzeug der Feuerwehr, das zu einer brennenden Wohnung auf der Wattstraße eilte. Die Feuerwehr musste den restlichen Weg zum Einsatzort zu Fuß zurücklegen. Der 64-jährige Bewohner der Wohnung, der durch Verbrennungen bereits schwer verletzt war, befand sich in akuter Lebensgefahr und konnte schließlich über ein Sprungpolster gerettet werden. Nach der Behandlung durch einen Notarzt wurde der Schwerverletzte in die Klinik Merheim transportiert, dort befindet sich eine Schwerverbrannten-Intensivstation. Die Polizei leitete gegen den Falschparker bereits ein Bußgeldverfahren ein.

Nach dem Einsatz appellierte Feuerwehr-Chef Christian Miller an Autohalter, Parkverbote einzuhalten. „In einem hochverdichteten Ballungsraum ist die Flächenkonkurrenz groß. Aber auch hier gilt, wer sein Fahrzeug abstellt, muss sich sicher sein, dass die Durchfahrt von Einsatzfahrzeugen gewährleistet ist“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Wir sind 24/7 und 365 Tage bereit, schnellstmöglich auszurücken und den Einsatzort zu erreichen. Unterstützen Sie uns dabei, diese lebensrettenden Maßnahmen durchzuführen“, so Miller weiter.

Schon seit 2001 macht die Feuerwehr auf die Gefahr durch Falschparker mit Aktionen aufmerksam, bei denen die Retter mit ihren Fahrzeugen durch die engsten Gassen der Stadt manövrieren. Anlass für die Aktion waren gleich zwei tödliche Brände innerhalb eines Jahres, bei denen drei Menschen starben. Die Rettungskräfte hatten in beiden Fällen wertvolle Zeit verloren, weil falsch abgestellte Autos die Durchfahrt blockierten.

Im vergangenen Jahr hat der Verkehrsdienst rund 20.200 Verwarnungen wegen Behinderungen des Straßenverkehrs ausgestellt, teilt die Stadt mit. Im Jahr zuvor waren es mit 22.200 etwas mehr.