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80 Jahre nach KriegsendeBläck Fööss veranstalten 2025 Revue zur Nachkriegszeit in Köln

Lesezeit 2 Minuten
Mitglieder der Bläck Fööss neben Plakaten für eine geplante Revue in der Flora

80 Jahre nach Kriegsende wollen sich die Bläck Fööss mit einem musikalischen Programm der Nachkriegszeit in Köln widmen.

Unter dem Titel „Usjebomb & Objebaut“ will sich die Band in der Flora der Kölner Stadtgeschichte während der Wiederaufbaujahre widmen.

Das Ende des Zweiten Weltkriegs jährt sich 2025 zum 80. Mal. Doch noch immer wirkt er nach – Spuren des Kriegs finden sich nicht nur im Kölner Stadtbild an jeder zweiten Ecke, sondern auch in den Köpfen. Die Traumata der Zeitzeugen werden an die Nachgeborenen weitergegeben. „Es gärt in den Familien“, so Psychologe und Buchautor Wolfgang Oelsner.

Er ist einer der Moderatoren der Revue „Usjebomb & Objebaut“, mit denen die Bläck Fööss am 8. und 9. Mai kommenden Jahres in der Flora die Nachkriegszeit musikalisch bearbeiten werden. Schon 2005 und 2015 ging die Band mit gleichnamigen Bühnenwerken an die Öffentlichkeit. Da der Blick nicht nur zurück in die Kölner Gesellschaft der Trümmer- und Wiederaufbaujahre wandern soll, sondern auch in die Gegenwart, setzt die neue Show jedoch ihre eigenen Akzente. „Die Jetztzeit soll einbezogen werden“, sagt Pit Hupperten von den Bläck Fööss. Deshalb würden auch der Krieg in der Ukraine und der Rechtsruck in Europa thematisiert. „Offensichtlich haben wir nur wenig dazugelernt“, sagt Sänger Mirko Bäumer.

Bläck Fööss-Revue stellt Musik in den Mittelpunkt

Die Bläck Fööss haben sich bereits 1984 mit dem Lied „Usjebomb“ der sogenannten Stunde Null gewidmet: „D'r Kreech wor us un keiner woß, ob et noch wiggerjeit. Ävver irjendwie jing et dann doch, un wenn et sin moot en enem Kellerloch“, heißt es darin. Wobei die Kölner das Kellerloch schon früh gegen öffentliche Treffpunkte der Unterhaltung eintauschten.

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Mitglieder der Bläck Fööss halten ein Veranstaltungsplakat in die Kamera

Die Bläck-Fööss-Revue „Usjebomb & Objebaut“ soll in der Flora stattfinden.

Der zeltartige Williamsbau an der Aachener Straße etwa lockte bereits ab 1947 mit Jazz, Operetten oder Karnevalsfeiern. In dieser Zeit verarbeiteten Lieder wie Karl Wiecherts „Mer bruche nit mih zo verdunkele“ oder Karl Berbuers „Trizonesien-Song“ die unmittelbaren Nachkriegsverhältnisse. „Diese Lieder haben ein stückweit Verdrängungscharakter gehabt“, sagt Wolfgang Oelsner.

Solche Klassiker werden ebenso Teil der rund dreistündigen Revue sein wie spätere und ganz neue Songs der Bläck Fööss und anderen Bands. „Im Mittelpunkt steht die Musik“, so Monika Salchert, die neben Stephan Henseler und Wolfgang Oelsner durch das Programm führen wird: „Es wird auch lustig.“

Welche Gäste mit auf der Bühne stehen werden, wollten die Bläck Fööss aber noch nicht verraten. Im Foyer der Flora werden begleitend Fotos aus der Nachkriegszeit gezeigt.