Zum 75. Geburtstag von Komiker Otto Waalkes zeigt der WDR alte „Otto Shows“ in voller Länge. Die Sendungen bekommen aber einen besonderen Hinweis.
Diskriminierende InhalteWDR blendet Hinweistafeln bei Sendungen von Otto Waalkes ein

Komiker Otto Waalkes feiert 2023 seinen 75. Geburtstags. Der WDR versieht seine alten Sendungen aus den 1970er-Jahren mit Hinweisen auf diskriminierende Inhalte.
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Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hat Sendungen von Komiker Otto Waalkes mit besonderen Hinweistafeln versehen. Zum 75. Geburtstag des gebürtigen Emdeners zeigt der WDR alte Ausgaben der „Otto Show“ in voller Länge in seiner Mediathek. Vor Beginn der Sendung wird allerdings ein Hinweis zu „diskriminierenden Inhalten“ eingeblendet.
„Das folgende Programm wird, als Bestandteil der Fernsehgeschichte, in seiner ursprünglichen Form gezeigt. Es enthält Passagen, die heute als diskriminierend betrachtet werden“, wird vor Beginn der „Otto Show“ eingeblendet, außerdem wird der Hinweis zusätzlich durch einen Sprecher vorgelesen. Otto Waalkes hat auf die Änderung bereits reagiert.
WDR blendet Hinweistafel vor „Otto Show“ ein – Inhalte aus heutiger Sicht diskriminierend
Der 75-Jährige, der am 22. Juli Geburtstag feierte, sagte der „Bild“, vor Humor könne gar nicht genug gewarnt werden. „Vor allem die ‚Otto-Show‘ kann bei Konsumenten zu unkontrollierbaren Heiterkeitsausbrüchen und Lachmuskelkater führen“, witzelte Waalkes, der unlängst mit den Rappern Ski Aggu und Joost mit „Friesenjung“ seinen ersten Nummer-eins-Hit in Deutschland hatte.
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Die „Otto Show“ lief zwischen 1973 und 1981 im deutschen Fernsehen, im Schnitt wurde eine Ausgabe pro Jahr ausgestrahlt. Der WDR will zum 75. Geburtstag neun Folgen in der ARD-Mediathek bereitstellen, die ersten beiden Folgen aus den Jahren 1973 und 1974 sind bereits abrufbar, jeweils mit dem entsprechenden Warnhinweis.
Otto Waalkes: WDR blendet Hinweis zu „diskriminierenden Inhalten“ ein – Komiker reagiert
„Wir zeigen regelmäßig beliebte Sendungen aus unserem Archiv. Zuvor findet noch einmal eine inhaltliche Prüfung durch die Redaktion statt. Dabei kann die Redaktion in Absprache mit der Programmplanung zu dem Schluss kommen, eine Sendung aus dem Archiv nicht erneut auszustrahlen“, teilte der WDR auf Anfrage am Freitag mit. Laut WDR werden im Falle einer Ausstrahlung die Sendungen in ihrer ursprünglichen Form gezeigt, Inhalte würden nicht gelöscht. Der WDR stellte auch klar: „Bei den allermeisten Sendungen aus dem Archiv ist eine Einordnung des Kontextes nicht erforderlich.“
Es gäbe allerdings Ausnahmen: „Sehr selten enthalten sie Passagen, die aus heutiger Sicht als diskriminierend empfunden werden können, was eine Einordnung erforderlich macht. Dazu nutzen wir in diesen Ausnahmefällen Hinweistafeln zu Beginn der Sendung und ordnen das Format entsprechend ein“, so der WDR am Freitag.
Alte Bücher, Fernsehsendungen oder Filme werden immer wieder Teil von öffentlichen Debatten, da einige Passagen aus heutiger Sicht diskriminierend oder rassistisch sind. In den meisten Fällen wird bereits seit Längerem zu Beginn eines Buches oder einer Sendung ein entsprechender Hinweis beziehungsweise eine Triggerwarnung gesetzt. (shh)