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Bruchhauser StraßeLeverkusenerin führt Streit um Parkplätze in die nächste Runde

Lesezeit 3 Minuten
Parkschild an der Straße

Neue Wende: Nun soll an der Bruchhauser Straße die Parkscheibenregelung wieder abgeschafft werden.

Anwohner, Fitnessstudiobesucher, Arztpatienten und Friedhofsgänger konkurrieren um Parkraum in Lützenkirchen.

Der Streit um Parkraum an der Bruchhauser Straße geht in die nächste Runde. Nachdem zunächst eine Sonderparkzone für einen Teil der Anwohner eingerichtet, dann auf einen Bürgerantrag hin auf weitere Anlieger ausgeweitet und schließlich wieder ganz abgeschafft wurde, fordert nun eine weitere Bürgerantragsstellerin die Wiederherstellung in der ursprünglichen Form.

Seinen Ursprung hat die Debatte im Bau eines großen Wohn- und Geschäftshauses an der Ecke Hufer Weg vor knapp zehn Jahren. Vor allem das dort ansässige Fitnessstudio ziehe viele Besucher an, die mit ihren Autos Parkplätze entlang der Straße blockieren, ärgern sich Anwohner und setzten zunächst eine Sonderparkzone für einige Häuser durch.

Ich beobachte, wie Menschen ihr Auto parken und in ein anderes einsteigen
Bürgerantragsstellerin

Seit Beginn des Jahres nun wurde diese wieder abgeschafft, weil es ohnehin viel zu wenig Raum für die zuletzt berechtigten Anlieger sei: 43 Parkausweise hatte die Stadt ausgestellt, für 20 vorhandene Parkplätze. In den sechs Wochen habe sie eine deutliche Verschlechterung der Parksituation festgestellt, erklärt die Bürgerantragsstellerin vor der Bezirksvertretung III: „Es gibt vermehrt Dauerparker, ich beobachte, wie Menschen ihr Auto parken und in ein anderes einsteigen.“ Außerdem vermutet sie, dass einige Anwohner ihre Tiefgaragenplätze nicht mehr nutzen oder gar gekündigt haben, seit die Sonderparkzone aufgehoben ist. In jedem Fall sei es praktisch unmöglich, wenn man nach einer Spätschicht nach Hause komme, noch einen Parkplatz zu finden.

Gebäude mit Fitnessstudio

Die Besucher des Gebäudekomplexes an der Ecke Bruchhauser Straße und Hufer Weg sind den Anwohnenden in Dorn im Auge.

„Ich habe gehört, es gab Vorschläge, mehr Parkplätze zu schaffen“, sagt Michael Prangenberg (CDU) in der Bezirksvertretung. Das bestätigt Klaus Müller, der mit seiner Bauprojektentwicklung HKM das Gebäude gebaut hat. „Wir haben mehrere Anläufe unternommen, mehr Parkplätze zu schaffen, aber wir kriegen keine Genehmigung“, erzählt Müller auf Nachfrage. Ein Landwirt hatte ein benachbartes Feld angeboten, das sei aber am Landschaftsschutz gescheitert. Dann sollte das Gelände eines leerstehenden Floristenhauses genutzt werden, da allerdings hatte sich der Eigentümer schließlich umentschieden.

Falschparker werden abgeschleppt

„Ich verstehe die Anliegen der Anwohner“, sagt Müller, der sich ein friedliches Miteinander wünscht. Dafür arbeite er in jüngster Zeit konsequent mit dem Ordnungsamt zusammen, unberechtigte Dauerparker auf den zu seinem Gebäude gehörenden Parkplätzen werden abgeschleppt, Falschparker verwarnt.

Das zeige bereits Wirkung, sodass die Parkplätze dort besser für die Besucher von Fitnessstudio, Arztpraxen oder Frisör nutzbar sind und die Straße entlastet werde. Der Gebäudekomplex habe auch eine Tiefgarage, wo vor allem Parkplätze für Patienten der Therapiepraxis vorgehalten werden, die nicht so mobil sind. Außerdem haben viele der Reihen- und Doppelhäuser im weiteren Verlauf der Bruchhauser Straße eine Garage. „Häufig werden diese aber nicht zum Parken von Autos genutzt“, sagt Müller. Auch dafür habe er Verständnis, allerdings erhöhe auch das den Parkdruck. Er setzt darauf, dass sich die Situation mit ein bisschen gegenseitiger Rücksichtnahme entspannt, er sei aber auch immer zu Gesprächen bereit.

Ein Parkprivileg für einzelne Anwohner wollen die Bezirksvertreter nicht mehr haben und lehnen den Bürgerantrag daher ab. In einem Punkt können sie der Antragsstellerin aber doch entgegenkommen: Die Parkscheibenregelung mit einer Begrenzung von zwei Stunden, die für eine Straßenseite im Bereich des Friedhofs gilt, wird aufgehoben. Dann können auch Anwohner hier parken. „Wir können ja nicht alle zwei Stunden die Parkscheibe neu einstellen“, hatte die Frau geklagt. Das wird künftig nicht mehr nötig sein. Inwiefern Besucher des Friedhofs, für die diese Regelung ursprünglich gedacht war, dann künftig noch Parkplätze finden, bleibt abzuwarten. Ein Ende des Streits scheint nicht in Sicht. „Wir sehen uns bestimmt wieder“, verabschiedete sich die Frau aus dem Gremium.