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Discounter-InsolvenzKodi-Beschäftige in Gummersbach sollen jetzt die Kündigung bekommen

Lesezeit 3 Minuten
Der Kodi-Filiale an der Kaiserstraße im Gummersbach droht derzeit die Schließung.

Der Kodi-Filiale an der Kaiserstraße im Gummersbach droht derzeit die Schließung.

Die Läden in der Kreisstadt und in Hückeswagen werden laut Unternehmen nicht von einem Käufer übernommen. Der Standort in Waldbröl ist sicher.

Der Standort Waldbröl gilt als sicher, die beiden Filialen in Gummersbach und Hückeswagen stehen dagegen auf der Kippe: Sie gehören nach Informationen dieser Zeitung zu den 80 Geschäften, die nicht von einem Investor übernommen werden sollen. Nach Bekanntgabe der Insolvenz des Haushaltdiscounters Kodi Ende des vergangenen Monats droht den Beschäftigten nun der Rauswurf. Wie viele Angestellte in Oberberg betroffen sind, sagt Kodi auf Anfrage nicht.

Eine Filiale habe in der Regel „fünf, sechs Mitarbeitende“, erklärt Holger Voskuhl, ihn hat das Oberhausener Unternehmen mit der Krisen-Kommunikation beauftragt. Derzeit liefen intensive Verhandlungen mit weiteren Investoren über eine Übernahme der verbleibenden Häuser und auch der dort Angestellten. Man hoffe innerhalb der kommenden Wochen auf ein Ergebnis, heißt es dazu aus Oberhausen.

Etwa 480 Beschäftigten in den 80 Läden auf der Streichliste und weiteren 40 in der Oberhausener Zentrale müsse laut Kodi jetzt zeitnah trotzdem die Kündigung ausgesprochen werden. Eröffnet worden war das Insolvenzverfahren vor dem Amtsgericht in Duisburg am 1. März.

Die Filiale in Waldbröl war im Herbst 2020 umgezogen und erweitert worden

Weil die Discounterkette aber keinen Betriebsrat hat, dürfen die Betroffenen kaum auf eine Abfindung hoffen, gehen aufgrund der Insolvenz die Lichter ebenfalls aus an der Gummersbacher Kaiserstraße und am Bahnhofsplatz in Hückeswagen. In einem solchen Fall gilt zudem eine verkürzte Kündigungsfrist von drei Monaten. „Da wir als Gewerkschaft ohne einen Betriebsrat nicht eingreifen können, gibt es dann auch keinen Sozialplan“, bedauert Heino Georg Kassler, Gewerkschaftssekretär bei Verdi für den Fachbereich Handel.

Als sicher gilt dagegen der Erhalt der Filiale an der Kaiserstraße in Waldbröl, sie ist eine von 150 Geschäften und mit insgesamt etwa 1200 Beschäftigten, deren Betrieb ein Konsortium fortführen soll. In den kommenden Tagen soll einer Mitteilung von Kodi zufolge der Kaufvertrag unterschrieben werden.

Die Niederlassung in der Marktstadt war im Herbst 2020 umgezogen und von dem 1981 gegründeten Haushaltshandel deutlich erweitert worden mit einer Verkaufsfläche von fast 435 Quadratmetern und einem Sortiment von mehr als 3500 Artikeln. Zur aktuellen Situation möchte sich dort Filialleiterin Chantal Becker allerdings nicht äußern: „Wir sagen nichts.“ Offen bleibt auch, wie viele Beschäftigte das Waldbröler Geschäft derzeit hat.

Eigenen Angaben zufolge hat Kodi bis zur Insolvenz bundesweit etwa 230 Filialen betrieben, mit einem Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen. Das Unternehmen hat 1800 Beschäftigte, davon etwa 100 am Stammsitz in Oberhausen. Der Jahresumsatz lag laut Kodi zuletzt bei 130 Millionen Euro. Als Grund für die wirtschaftliche Schieflage nennt die Kette vor allem „eine deutliche Kaufzurückhaltung der Kundinnen und Kunden“, diese habe zu einem massiven Umsatzverlust in einer ohnehin harten Wettbewerbssituation geführt.