Dass es beim Weiberfastnachtszug in Kürten-Bechen regnete, machte den feiernden Närrinnen und Narren nichts aus.
KarnevalBeim Zug in Bechen herrschte trotz schlechtem Wetter gute Stimmung

Beim Zug in bechen gab es nicht nur rot-weiße Clowns, sondern ebenso bunte Blumen.
Copyright: Christopher Arlinghaus
„Oha“, rief ein junges Mädchen im lilafarbenen 80er-Jahre-Trainingsanzug, als Kaubonbons in rot, grün, blau und gelb auf sie herabregneten. Die 2007 gegründete „Große KG Dorf Olpe“ sparte am gestrigen Weiberfastnachtszug der Karnevalsfreunde Bechen weder an süßem Wurfmaterial noch an guter Laune. Als Fünfzehnte Gruppe zogen sie im rot-weißen Wagen durch die Straßen Bechens, die mit allerlei Clowns, Bienchen, Prinzessinnen und Eseln gefüllt waren. Nach Kamelle und Strüßjer schrien sie und die Karnevalsgruppen folgten ihrem Ruf.
Unter dem Motto „850 Johr dat is der Hit, do danze och die Esel mit“ schlängelten sich drei Musikgruppen, zehn bunte Fußgruppen und 20 Festwagen von Neuensaal über den Herweg nach Schanze und schmissen allerlei Süßigkeiten vor die Füße der wartenden Jecken. Angeführt wurde der Zug an dem zunächst noch sonnigen Donnerstagnachmittag von Herbert Königs Traktor aus dem Jahr 1943 , dicht gefolgt von der Zugleitung bestehend aus Mirco Selbach und Carolin Krämer-Utsch.
Es sind so viele Menschen hier, viel mehr als im letzten Jahr
Doch es dauerte nicht lange, da verwandelte sich Sonnenschein in dunkle Wolken und bald fielen die ersten Regentropfen. „Ich freue mich auf alle Karnevalsgruppen, die heute kommen“, sagte Bauer Peter I. des Dürscheder Dreigestirns, da spannten die ersten Jecken schon ihre Schirme auf. „Das Wetter ist zwar schlecht, aber mein Herz ist trotzdem voll dabei“, fügte er hinzu und wenige Zeit später zogen die ersten Karnevalsgruppen bereits ihre Regencapes über.

Der Karnevalsklassiker: Das rot-weiße Ringelkostüm.
Copyright: Christopher Arlinghaus
„Beim Zug mitzugehen, macht Spaß. Trotz des Regens“, sagte Marie von den „Herweger Mädels“ im schwarz-rot-goldenen Kostüm, die nur mit Vornamen genannt werden möchte. Am liebsten schmeiße sie die Flummis, da würden besonders die Väter immer hinterher rennen. Auch der 12-jährige Luca freute sich über den jecken Trubel. „Der Zug gefällt mir sehr gut“, betonte er. Schon zum vierten Mal gehe er mit. Seine Freunde kämen extra zum Karnevalszug in Bechen, um ihn zu sehen. „Sogar der, der eigentlich kein Karneval feiert.“
Beim Zug gab es viele verschiedene Kostüme zu sehen
Und auch die Närrinnen und Narren , die gekommen waren, um den Zug in seiner Gänze zu sehen, ließen sich vom regnerischen Wetter nicht abhalten. „Am besten gefallen mir die rot-weißen Maler“, erzählte Zuschauerin Gudrun Schulz begeistert. Gemeint war damit der „Jecke Trupp“, der in diesem Jahr das Prinzenpaar Prinz Hans III. und Prinzessin Babette I. stellte.
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Als Maler verkleideten sich dieses Jahr die Mitglieder des „Jecken Trupps“.
Copyright: Christopher Arlinghaus
Närrin Martina Konertz, die an diesem Tag ein gelbes Pikachu-Kostüm trug, gefiel hingegen die Gruppe „Ev Kita Bechen“ am besten. „Weil meine Tochter als Wagenengel mitgeht“, sagte sie und lachte. Nur gute Musik, die fehle ihr noch, um richtig zu feiern. Doch sie musste nicht lange warten, da kam schon der Musikverein Kürten um die Ecke. Mit Blasinstrumenten stimmten sie „Kölsche Jung“ von Brings an, was viele der Jecken zum singen und schunkeln motivierte.
Musik lief auch bei der Gruppe „Mariechen außer Dienst“, die das klassische rot-weiße Kostüm um goldenen Stern- und Herzballons erweitert hatte. „Es sind so viele Menschen hier, viel mehr als im letzten Jahr“, sagte Ilka Ruta der Fußgruppe begeistert, als ihr Blick auf die feiernden Jecken fiel. Auch ihnen war die Freude über den Zug und die Gruppen ins Gesicht geschrieben. Mit den bunten Blumen bei „Hallo Balett und Fründe“, den Cowboykostümen à la Lucky Luke bei den „Berjische Pänz“ und jede Menge rot-weißer Clowns gab es beim Bechener Zug schließlich viel zu sehen. Und natürlich auch jede Menge Kamelle und Strüßjer zu fangen.