Kinderprinzessin Lena I. weckte die städtischen Mitarbeiter auf, der Prinz sang und tanzte mit seinem Korps.
RathaussturmSo eröffneten die Jecken in Frechen den Straßenkarneval

Glücklich war Prinz Thomas I., dass er pünktlich zu Weiberfastnacht seine Stimme wieder hatte.
Copyright: Wolfgang Mrziglod
„Wir haben uns vorher noch schnell mal den Wetterbericht reingezogen und dann auf Regenschutz verzichtet“, berichtete das ältere Pärchen, das gestern (27. Februar) schon recht früh auf dem Frechener Marktplatz eintraf, um sich einen guten Platz bei der Eröffnung des Straßenkarnevals zu sichern. Die beiden Lappenclowns mussten sich nicht sorgen, während der Veranstaltung schaute sogar die Sonne mal über das Rathausdach und ließ die Uniformen der Karnevalsgesellschaften leuchten.

Die Tollitäten übernahmen die Macht von Bürgermeisterin Susanne Stupp (r.).
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Doch bevor es auf der Straße losging, musste erst einmal Bürgermeisterin Susanne Stupp aus dem Verwaltungsbau ins Freie geholt werden. Zusammen mit ihren Mannschaften eroberten Prinz Thomas I. und Kinderprinzessin Lena I. das Rathausfoyer.
Du redest besser als mancher hier im Rat, da wäre noch ein Platz frei.
Dabei zeigte sich die Kinderprinzessin unbeeindruckt von der Präsenz von hohen Verwaltungsbeamten oder Lokalpolitikern. Als auf ihre Aufforderung zum Alaaf eine müde Reaktion erfolgte, stellte sie kess die Frage, ob es hier immer so lahm zugehe. Das saß und die Wiederholung klappte wunschgemäß, auch die letzten städtischen Mitarbeiter waren hinter ihrem Kölschglas aufgewacht. Kommentar der Bürgermeisterin: „Du redest besser als mancher hier im Rat, da wäre noch ein Platz frei.“
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Frechen: Die Kinderprinzessin musste sich beeilen
„Ich muss mich beeilen, damit wir den Zeitplan einhalten“, so Lena, die darauf hinwies, dass man ja pünktlich um 11.11 Uhr auf dem Marktplatz sein wollte. Also spulte sie professionell, aber mit Freude, zusammen mit Prinz Thomas das geplante Gesangsprogramm ab und wünschte der Belegschaft noch einen tollen Tag. Das Musikcorps der Prinzengarde geleitete anschließend die Truppe zur Bühne auf dem Marktplatz, wo man schon auf die Tollitäten und die entmachtete Bürgermeisterin wartete.

Einen Höhnersong nahmen sich Gerti und Karl aus Frechen als Motiv für ihre Kostümideen.
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Der Besuch ließ in diesem Jahr etwas zu wünschen übrig: Im Gegensatz zu den Jahren zuvor war es – von der Kostümierung her – weniger bunt und auch der Altersdurchschnitt war höher. Wenn man sich umsah, entdeckte der Beobachter aber doch das eine oder andere schöne Kostüm. Der guten alten Fallschirmseide als Jogginganzug hatten Maxi und Dennis aus Sindorf eine Chance gegeben.
Den Höhner-Song vom Krokodil, das die Prinzessin fressen will, hatten die Frechener Gerti und Karl als Kostümmotto gewählt. „Da laufen wir schon länger mit herum“, erzählten sie. Dann aber galt es auf die Bühne zu schauen, wo Prinz Thomas zeigte, dass er immer noch mit dem Tanzkorps seiner Stadtgarde mithalten kann.