Ob auf dem Zentralplatz in Sindorf, auf dem Stiftsplatz in Kerpen oder in der Grundschule in Buir: Überall in der Kolpingstadt ging es närrisch zu.
Bei bestem WetterSo ausgelassen feiert Kerpen den Start in den Straßenkarneval

Prinz Danel I. und Sitzungspräsident des Festkomitees Andreas Noch wechselten sich auf der Bühne ab.
Copyright: Elena Pintus
Mit einem kleinen Zug vom Rathaus zum Stiftsplatz marschierte das Dreigestirn des Festkomitees Kerpen, gestellt durch die Erste Kerpener Hunnenhorde, auf den Stiftsplatz, um den Straßenkarneval zu eröffnen. Und das pünktlich wie die Maurer: Noch vor 11.11 Uhr stand das Trifolium auf der Bühne vor breitem Publikum. „Ich glaube, das ist das erste Mal, dass wir das geschafft haben und rechtzeitig auf der Bühne stehen“, gab der Sitzungspräsident des Festkomitees Andreas Noch lachend zu.
So ergab es sich, dass das Trifolium mit Gefolge im Gleichklang mit den anwesenden Jecken die letzten Sekunden vor 11.11 Uhr herunterzählte und dies mit einem lauten „Alaaf!“ abschloss.
Kerpen: Vize-Bürgermeister durfte ein letztes Mal sprechen
Anschließend durfte der stellvertretende Bürgermeister Addy Muckes noch einmal das Wort ergreifen, bevor er alle Macht über die Stadt an die Feierwütigen übergab. In seiner Rede betonte er: „Es ist natürlich in unserer Stadt Tradition, dass die Politik mit der Verwaltung die Vereine unterstützt. Ohne die Vereine, ohne die Eltern, die Großeltern, die die Kinder begleiten und zum Fastelovend führen, würde der Karneval nicht funktionieren. Und deswegen sprechen wir da ein großes, großes Dankeschön aus.“
Ihn begleiteten Torsten Bielan (2. stellvertretender Bürgermeister, SPD), Andreas Ripp (SPD), Rebecca Neumann (UWG), Alessa Flohe (Piraten), Cornelia Ellerhold (SPD). „Außerdem haben wir zwei Urgesteine dabei: Ingpeer Meyer (SPD) und Peter Kunze (Grüne)“, führte Muckes die politische Delegation an. Auch dabei war Dagmar Kurm von der FDP.
Seine Rede beendete Muckes mit einem Dank an das Dreigestirn: „Ihr seid durch ganz Kerpen gezogen, wir konnten euch eben schon wieder kaum halten. Man merkt einfach, Ihr macht es aus voller Überzeugung und mit Herzblut!“ Anschließend erhielt der „liebe Addy“ noch den Sessionsorden des Komitees von Andreas Noch.
Mit musikalischer Begleitung der Kapelle der Lindenthaler Lappemänner animierte kurz darauf Prinz Danel I. (Frohmann, 35) die Menge zum Mitsingen und Klatschen. Wie viele Jecke an diesem Tag vor Ort waren, vermochte niemand genau zu sagen. „Sicherlich mehr als 111“, sagte Michael Jahn, 1. Vorsitzender des Festkomitees.
Prinz Danel stellte sein Trifolium indes als „nicht nur das schönste, sondern auch das jüngste jemals proklamierte Dreigestirn“ der Kolpingstadt vor, was ihm eifrigen Applaus von der Menge einbrachte. „Das zeigt, dass unser Fastelovend eine Zukunft hat“, resümierte er.
Kerpen: Überall in der Stadt feiern Jecke den Straßenkarneval
Auch das Wetter spielte mit und motivierte die Kerpener, ihre besten Kostüme anzulegen. Christine Kalinka etwa hatte ihr komplettes Käsemaus-Kostüm selbst gestrickt. Sie trug eine Mäusenase, eine gestrickte Brille und natürlich ganz vortreffliche Mauseohren. Eine besondere Überraschung durfte sie zudem auch noch erleben: „Ich bin hier vorbeigekommen und hatte auch das Kostüm dabei, das ich für meinen verstorbenen Hund gestrickt habe“, sagte sie.
Plötzlich habe sich im Vorbeigehen ein fremder Hund äußerst interessiert gezeigt an diesem selbstgemachten Hundekostüm. Der kleine Rüde, der der Besitzerin zufolge Captain Jack Sparrow heißt, habe wohl ihren verstorbenen Hund gerochen, ist Christine Kalinka überzeugt. So bildete sich schnell ein Gesprächsthema zwischen den beiden jecken Frauchen. Und Captain Jack Sparrow posierte selbstredend mit dem Hundekostüm für die Kamera.
Parallel eröffneten auch die KG Fidele Jungen und die KG Rötsch mer Jett Sindorf den Straßenkarneval auf dem Zentralplatz. Zwar in kleinerer Runde als im Stadtzentrum, aber mit ebenso guter Stimmung genossen die Jecke altbekannte aber auch neue Karnevalslieder und tranken das ein oder andere Kölsch.
Viele junge Menschen beim Straßenkarneval in Sindorf
Zu Gast waren etwa De Plattfoßindianer vum Keuschenend in traditioneller Kostümierung, aber auch viele junge Sindorferinnen und Sindorfer, die sich bunt geschminkt hatten oder als Ärzte oder Superhelden verkleidet waren.
„Ich würde sagen, heute spielt auf jeden Fall das Wetter mit. Das ist für Weiberfastnacht entscheidend. Von daher, ist es für mich ein guter Start in den Straßenkarneval“, befand Bastian Otten, 1. Vorsitzender der KG Fidele Jungen Sindorf.
Eine Besonderheit gebe es für ihn in dieser Session zwar nicht. Dennoch freue er sich auf den Höhepunkt der jecken Tage: „Wir hoffen, dass das gute Wetter bleibt, die gute Stimmung bleibt, und dass alles friedlich abläuft.“ Jörg Steinbach, Präsident der KG Rötsch mer Jett, hofft vor allem, noch mehr gute Kostüme zu sehen: „Da ist noch Luft nach oben. Aber das wird noch“, ist er überzeugt.
Auch anderswo wurde gefeiert. So zogen die Möhnen durch die Kolpingstadt, von der und zurück zur Schützenhalle, wo das bunte Treiben stieg. Auch in Manheim waren die Möhnen unterwegs. Die KG Knollebuure feierten eine Kinderkostümparty, der Festausschuss Horremer Karneval startete im Festzelt in das bunte Treiben auf den Straßen. Auch die KG Rötsch mer Jett Sindorf machte ab 13 Uhr weiter in der Sindorfer Mehrzweckhalle.
In der Jahnhalle gab es einen Familienkarneval der KC Schwarz-Gold und der KG Gemütlichkeit. In Neu-Bottenbroich wurde in der Mehrzweckhalle gefeiert. Die Löstige Buirer feierten einen Jeckenball in der Aula der Grundschule im Park. Auch die Möhnen zogen durch den Ort.