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Wolff Fuss über 1. FC Köln„Den Optimismus mancher Kölner habe ich nicht geteilt“

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Er ist Fußballkommentator und bekanntlich auch Anhänger des 1. FC Köln: Wolff-Christoph Fuss

Er ist Fußballkommentator und bekanntlich auch Anhänger des 1. FC Köln: Wolff-Christoph Fuss sprach mit dem FC über die Kölner Aufstiegschancen und das größte Kompliment für seine Arbeit nach einem „furchtbaren“ FC-Spiel.

Der Fußball-Kommentator spricht über die Kölner Aufstiegschancen und das größte Kompliment für seine Arbeit nach einem „furchtbaren“ FC-Spiel.

Der 1. FC Köln liegt im Rennen um die Rückkehr in die Bundesliga derzeit in aussichtsreicher Position. Doch der magere Punkt aus den letzten beiden Partien gegen Magdeburg und Düsseldorf bedeuteten jüngst einen Dämpfer und den Verlust der Tabellenführung in der 2. Liga.

Dass es nach zuvor mehreren knappen Siegen nicht nur noch triumphierend weitergehen würde, hat Sky-Kommentator Wolff Fuss allerdings schon befürchtet. „Der Kölner ist per se optimistisch. Den Optimismus mancher Kölner nach dem siebten 1:0-Sieg habe ich nicht geteilt, dass es nun ein Selbstläufer wird und man durchmarschiert“, sagte der 48-Jährige in einem Interview mit dem 1. FC Köln.

Der Fußball-Kommentator will als bekannter Sympathisant des FC zwar weiter entspannt bleiben und verweist auf die „sehr gute Ausgangsposition, um aufzusteigen.“ Dennoch befinde sich der FC in einem „schwierigen und total komplexen Jahr, für das es keine Vorlagen gibt.“ Denn: „Dass ein Verein quasi mit seiner Abstiegsmannschaft den Aufstieg bauen muss, weil er den Transfersommer nicht für Neuerungen nutzen kann, das gab es noch nicht.“

Wolff Fuss über den 1. FC Köln: Wintertransfers sind „sehr gut gelungen“

Die Voraussetzungen für einen direkten Kölner Wiederaufstieg im Sommer seien aber gegeben, beschreibt Fuss. Die bekanntlich schwierigen Wintertransfers seien „sehr gut gelungen“, die Abänderung der Kölner Spielweise von Trainer Gerhard Struber hätten zu mehr „Zweckmäßigkeit im Laufe der Hinrunde geführt“.

Der FC spiele nun ergebnisorientiert, und genau darum gehe es jetzt in der 2. Liga: „Dadurch war es nicht mehr ganz so spektakulär, aber am Ende will dieser Club ja aufsteigen.“ Fuss glaubt, dass der 1. FC Köln in der kommenden Saison als Bundesligist wieder zumeist um 15.30 Uhr am Samstag und ab und an auch um 18.30 Uhr auf Sky im Zuge eines Top-Spiels zu sehen sein wird.

Denn mit dem FC und auch mit Tabellenführer HSV als mögliche Aufsteiger würde die Bundesliga „ein Stück weit an Wucht“ gewinnen. Man merke schon, dass manchen Bundesliga-Duellen ein bisschen das Interesse fehlt. „Holstein Kiel gegen St. Pauli ist kein Straßenfeger, während Köln gegen Schalke die Fußballfans bundesweit interessiert. Das macht den Reiz dieser 2. Liga aus.“

Wolff Fuss erinnert sich an Zusammenbruch von FC-Profi Ümit Özat

Am Samstag (29. Februar, 20:30 Uhr) nun spielt der 1. FC Köln gegen den Karlsruher SC. Wolff Fuss erinnert sich deshalb an eine frühere, denkwürdige Begegnung der beiden Vereine im Jahr 2008. Damals wurde die Partie auf „Premiere“ ausgestrahlt, als FC-Profi Ümit Özat in der 26. Spielminute auf dem Feld zusammengebrochen ist.

Das Spiel sei damals unterbrochen worden und man habe gemerkt, wie sich bei den Zuschauern die Stimmung schlagartig änderte: „Unter den Eindrücken des Gesehenen in Kombination mit den klimatischen Bedingungen sind auch einige Zuschauer auf den Rängen zusammengebrochen und mussten notärztlich versorgt werden. Notarztwagen fuhren ins Stadion. Es war eine ganz, ganz furchtbare Situation“, erinnert sich Fuss. Doch er musste damals weiter kommentieren.

Im Nachgang habe er sich die Szenen nie wieder angeschaut. Ob es ihm gelungen sei, die richtigen Worte zu finden, wisse er heute nicht. Doch als er in der Türkei war, kam es zu einer emotionalen Begegnung: Ein Deutsch-Türke hätte plötzlich Tränen in den Augen gehabt, als er Fuss erkannte. „Er hat mich umarmt und mir gesagt: Wie Du das damals gemacht hast mit Ümit Özat, das war ganz großartig. Das ist bis heute das größte Kompliment, das ich jemals im Zusammenhang mit meinem Beruf bekommen habe.“