Die Makler von Sotheby’s Köln haben 2024 einige spektakuläre Verkäufe gemacht, spüren aber auch eine gewisse Zurückhaltung.
Hahnwald, Rheinauhafen, CityDas sind die teuersten Immobilien des Kölner Luxusmaklers

Diese Villa in Hahnwald steht für 3,95 Millionen Euro zum Verkauf.
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Der Luxusimmobilien-Makler Sotheby’s hat gerade seine Jahresbilanz für 2024 veröffentlicht. Und da werden weltweit einige Rekordverkäufe gemeldet. In der amerikanischen Hauptstadt Washington wurde eine Villa für umgerechnet gut 23 Millionen Euro verkauft und in Dubai ein Anwesen auf dem Jumeirah Bay Island für 61 Millionen Euro.
In Köln geht es zwar auch um Millionen, aber da bleibt man doch deutlich im einstelligen Bereich. Tobias Schulze, Geschäftsführer der Kölner Niederlassung, nennt einige Beispiele. So wurde ein Penthouse in der Neustadt-Nord, 200 Meter vom Rhein entfernt und in ruhiger Lage für knapp 3 Millionen Euro verkauft. „High End und tolle Lage“, so der Makler.
Ein Penthouse in der City für 3 Millionen Euro
Ebenfalls rund 3 Millionen kostete ein Penthouse „über den Dächern von Köln“ im 26./27. Stock – um welches Haus in der Neustadt-Nord es sich handelt, das möchte Schulze nicht sagen, denn Diskretion ist in seinem Beruf sehr wichtig. Allerdings: Es kommt nur ein Haus infrage in diesem Bereich und das ist der Ringturm am Ebertplatz.
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Für einen „siebenstelligen Betrag“ wurde eine Vier-Zimmer-Wohnung mit 160 Quadratmeter Wohnfläche im „Siebengebirge“-Komplex des Rheinauhafens verkauft – in „Top-Zustand“.
Und ein ganz besonderes Objekt war die „Bauhaus-Ikone“, ein Haus mit 500 Quadratmetern Wohnfläche und Garten in der Nähe des Lentparks. „Das ist sehr selten mitten in der Stadt. Das Haus war beim ersten Besichtigungstermin direkt verkauft“, sagt Schulze. 3 Millionen gab der Käufer dafür aus. Aus rechtlichen Gründen können wir im „Kölner Stadt-Anzeiger“ die Fotos dieser Objekte nicht zeigen, auf der Internetseite von Sotheby’s sind aber noch einige Ansichten zu finden.
Villa am Rheinufer kostete 7,5 Millionen Euro
„Es zeigt sich, dass die Käufer bei Objekten über zwei Millionen Euro sehr zurückhaltend sind. Das war vor ein paar Jahren noch anders. 2021 haben wird zum Beispiel eine Villa am Rheinufer für 7,5 Millionen Euro verkauft.“ Das war die prächtige Villa Boisserée. Schulze nennt mehrere Gründe für diese Entwicklung: „Die Zurückhaltung hängt mit der derzeitigen wirtschaftlichen und politischen Unsicherheit mit mehreren Kriegen zusammen. Außerdem sind die Banken inzwischen deutlich kritischer bei Finanzierungsfragen.“ Einige Verkäufer würden aber trotz der schwierigeren Umstände bei ihren eigenen Preisvorstellungen bleiben. „Manchmal entgegen unserem Rat und auch dem Rat der Gutachter.“

So sieht die dreigeschossige Villa in Hahnwald von innen aus. Sie wurde nach den Prinzipien des Feng-Shui gebaut.
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In diesem Jahr sind wieder einige spektakuläre Anwesen zu verkaufen. Und da ist Hahnwald ganz vorne. Dort wird zum Beispiel eine dreigeschossige Villa mit 2500 Quadratmetern großem „Traumgrundstück“ angeboten, die mit 3,95 Millionen Euro angesetzt ist. Sie hat 450 Quadratmeter Wohnfläche und wurde Mitte der 1990er Jahre nach den Plänen des renommierten Architekten Bernd Ulrich Peters erbaut. „Die Innenräume wurden nach den Prinzipien des Feng-Shui gestaltet.“ Besonders auffällig sind die großen Fensterflächen. „Das Haus ist von Terrassen auf drei Seiten umgeben, die zu einer großzügigen Rasenfläche führen, in deren Mitte sich der Pool befindet. Der gesamte Garten ist von hohen Sträuchern und Bäumen blickdicht umgeben, sodass weder Haus noch Grundstück von der Straße aus einsehbar sind“, heißt es im Exposé.

Dieser Bungalow in Hahnwald soll ebenfalls 3,95 Millionen Euro kosten.
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Ebenfalls für 3,95 Millionen Euro gibt es einen Bungalow in Hahnwald mit 484 Quadratmeter Wohnfläche und zehn Zimmern. Das Haus wurde in den 1970er Jahren errichtet und hat ein 2500 Quadratmeter großes Grundstück mit Pool. „Die Architektur dieses Bungalows ist stark von Bauhaus-Einflüssen geprägt, was sich in der klaren, geometrischen Linienführung und der funktionalen Raumgestaltung widerspiegelt. Große Fensterfronten sorgen für eine optimale, natürliche Belichtung und eröffnen einen fantastischen Blick auf das beeindruckende Grundstück“, heißt es bei Sotheby‘s.
Es gibt eine 75 Quadratmeter große Einliegerwohnung, „ideal als Gästequartier, für jugendliche Kinder oder für eine Nutzung als Büro oder Atelier“. Und das Haus hat sogar einen Weinkeller.
Für Tobias Schulze geht die Arbeit nun weiter. Er weiß: „Viele warten derzeit ab. Es sind in unserem Segment keine Notverkäufe. Die Leute wohnen ja schon alle sehr schön. Unsere Kunden müssen nicht verkaufen und müssen auch nicht kaufen.“ Deshalb ist Geduld gefragt. Oder neue Lösungen. So wurde eines der vier Penthäuser im Kranhaus im Rheinauhafen – es ist nicht das von Lukas Podolski – nicht für die gewünschten 8 Millionen Euro verkauft. Es ist derzeit vermietet.
Etwas anderes macht dem Makler aber etwas Sorgen: „Es gibt sehr oft Auswanderungsgedanken vor allem bei der finanziellen Elite. Spanien, Portugal und die Schweiz sind da oft genannte Ziele, das hören wir immer öfter.“