Im Brauhaus „Em Kölsche Boor“ gab es sogar eine Karnevalsparty im Stile der 1930-er Jahre.
Dreharbeiten für „Babylon Berlin“ in KölnWarum am Eigelstein auch noch im April Karneval gefeiert wurde

Komparsen der Serie „Babylon Berlin“ in Karnevalsverkleidung vor der Eigelsteintorburg.
Copyright: Hendrik Marquardt
Die Straße „Im Stavenhof“ ist am Mittwochvormittag noch menschenleer. Die wenigen, die die enge Gasse passieren, bleiben jedoch interessiert stehen. Sie studieren aufmerksam die zahlreichen an den Häuserfassaden aufgehängten Wahlplakate aus den 1930er Jahren. Die Drucke sind für Dreharbeiten zur Serie „Babylon Berlin“ platziert worden.
Auf diesen macht die NSDAP Werbung für Adolf Hitler und direkt daneben warnt die Kommunistische Partei vor einer Wahl Paul von Hindenburgs. Platz ist auch für ein Plakat der „Kölsche Funke rut-wieß von 1823“, die zu einer Rosenmontags-Veranstaltung einladen.
Köln: Eigelstein für mehrere Tage in die 1930er Jahre zurückversetzt
In dieser Woche verwandelte sich das Eigelstein-Viertel für mehrere Tage in eine Filmkulisse, in der der fiktive Kommissar Gereon Rath versucht, eine Reihe von Morden aufzuklären. Zahlreiche Produktionsfahrzeuge, die mit Equipment für Licht, Bild und Ton ausgestattet sind, standen in den Straßen des Eigelstein-Viertels.
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Die Plakate hängen während der Dreharbeiten zu „Babylon Berlin“ in der Straße „Im Stavenhof“.
Copyright: Alexander Schwaiger
Nadine Ginzel, Motivaufnahmeleiterin der Produktionsfirma „X Filme Creative Pool“, ist mit den bisherigen Dreharbeiten in Köln zufrieden: „Wir haben noch keine Beschwerden gehabt. Die Menschen sind total freundlich.“ Etwa 100 Komparsen seien für die Aufnahmen in Köln ausgewählt worden. Die Serie war hier schon mehrfach zu Gast. Zuletzt hatten im Oktober 2024 in Köln und Umgebung Dreharbeiten stattgefunden.

Kopfsteinpflaster und Altbauten bieten die perfekte Kulisse für eine Serie, die in den 1930er Jahren spielt.
Copyright: Alexander Schwaiger
Am Mittwochmittag zieht dann plötzlich eine Ansammlung von Karnevalisten vom Eigelstein in die Straße „Im Stavenhof“. Sie sind Komparsen der Serie „Babylon Berlin“ und tragen Kostüme aus den 1930er Jahren. Viele Passanten machen Fotos von der Szenerie – werden aber schnell in die Realität zurückgeholt, als sich ein Renault Clio an den Karnevalisten vorbeischlängeln möchte. „So eine ruhige Karnevalsgesellschaft habe ich noch nie gesehen“, schmunzelt ein Kölner, der dem Treiben gemeinsam mit seiner Begleiterin interessiert zuschaut.

Die Komparsen warten auf ihren Einsatz.
Copyright: Hendrik Marquardt
Die Kostümierten ziehen im Anschluss zum Brauhaus „Em Kölsche Boor“, das zur Karnevalsparty im Stile der 1930er Jahre einlädt. Jona ist Kölner und wohnt nicht weit entfernt von den Serienschauplätzen am Eigelstein. Ihn faszinieren die Dreharbeiten sehr: „Ich finde es immer cool, wenn man in deutschen Fernsehproduktionen Orte sieht, an denen man schon selber war. Dass nun mein Veedel gezeigt wird, ist schon sehr besonders. Ich freue mich total, die Ergebnisse zu sehen.“
Am Freitag stehen nach Auskunft von Motivaufnahmeleiterin Ginzel noch Dreharbeiten rund um den Heumarkt an. Danach würden Darsteller und Filmcrew nach Mönchengladbach weiterziehen.