Wo soll die Feuerwache Innenstadt übergangsweise einen Standort finden, während ihres dringend nötigen Neubaus?
Feuerwehr-Container in Kölner Park?Bewohner starten Petition gegen Pläne der Stadt
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Ist der Max-Dietlein-Park die richtige Fläche für eine Container-Feuerwache für einige Jahre? Der Rat lehnt entsprechende Überlegungen der Verwaltung ab.
Copyright: Matthias Hendorf
Die Anwohnerinnen und Anwohner des denkmalgeschützten Max-Dietlein-Parks nahe des Barbarossaplatzes haben eine Petition gestartet, um eine jahrelange Container-Feuerwache in der öffentlichen Grünfläche zu verhindern. Bis Mittwochnachmittag hatten rund tausend Menschen im Internet die Petition mit dem Titel „Rettet den Max-Dietlein-Park“ unterzeichnet. Dort heißt es: „Es dürfen keine Bäume auf der historischen Fläche gefällt werden.“
Initiatorin der Petition ist Frau Elvert-Schmidt, die ihren Vornamen nicht nennen möchte. Elvert-Schmidt wohnt laut eigener Aussage seit 15 Jahren im Pantaleonsviertel, sie sagte: „Ich dachte, wir äußern uns, bevor es möglicherweise zu spät ist und wir vor vollendete Tatsachen gestellt werden.“ Einige Anwohner kündigten an, sich notfalls anwaltlich vertreten zu lassen.
Allerdings hat eine Abfrage dieser Zeitung in der vergangenen Woche ergeben, dass es im aktuellen Stadtrat keine Mehrheit dafür gibt, den Max-Dietlein-Park als Interimsstandort für die Feuerwache Innenstadt zu nutzen, während die Stadt das marode Gebäude von 1962 an der Nord-Süd-Fahrt abbrechen und neu bauen lässt.
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Das Bild zeigt die Fläche an der Löwengasse nahe des Waidmarkt, die als Interim während des Baus der Feuerwache eins infrage kommt.
Copyright: Matthias Hendorf
Erst wenn ein neuer Standort für das Interim feststeht, kann das Großbauprojekt beginnen. Derzeit laufen die Planungen, seit 2022 liegt ein Architektenentwurf vor. Die Betriebssicherheit in den aktuellen Räumen ist laut Stadt gefährdet.
Feuerwehrchef Christian Miller sagte schon 2020: „Jetzt sind wir bei aller Zumutbarkeit an einem Punkt, wo man da nicht mehr vernünftig arbeiten kann.“
Verzögerung bei Bauprojekt
Wie berichtet, geht die Stadt nach Informationen dieser Zeitung mittlerweile von einem Baustart an der Agrippastraße an der Nord-Süd-Fahrt im August 2030 aus. Das bedeutet eine massive Verzögerung. In der Liste der Großbauprojekte hatte die Verwaltung das Datum der Fertigstellung noch mit Ende 2032 angegeben.
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Ist-Zustand: Die Feuerwache Innenstadt an der Nord-Süd-Fahrt.
Copyright: Matthias Hendorf
In einer Ausschreibung war die Rede von achteinhalb Jahren reiner Bauzeit. Dann wäre 2032 nicht zu schaffen. Wie lange der Bau tatsächlich dauert, wirkt sich direkt auf einen Interimsstandort aus: So lange müssten Container für bis zu 160 Feuerwehrleute und eine zweistellige Anzahl von Rettungsfahrzeugen dort stehen.
Dass die Verwaltung den Max-Dietlein-Park nutzen will, stand allerdings ohnehin nicht fest. Es ist eine von vier Flächen, die die Stadtspitze prüfen lässt.
Ist ein Grundstück am Waidmarkt besser geeignet?
Die Verwaltung lässt beispielsweise in den nächsten Wochen im Detail eine weitere Grünfläche an der Löwengasse am Waidmarkt untersuchen. Doch dort benötigt sie vermutlich ein Grundstück, das ihr nicht gehört. Heißt: Sie muss in einer schwierigen Haushaltslage Geld ausgeben – und das Grundstück wird nicht billiger, weil der Besitzer nun weiß, dass die Stadt in einer Notlage ist.
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Die Visualisierung zeigt, wie die neue Feuerwache Innenstadt nach dem Neubau aussehen soll.
Copyright: © Graber Pulver Architekten AG, Zürich / maaars Visualisierungen, Zürich
Weitere mögliche Standorte könnten der Parkplatz Oversburgstraße an der Severinsbrücke sowie eine Fläche am Perlengraben sein. Eine Nutzung der früheren Kaufhof-Zentrale quasi gegenüber der maroden Feuerwache hat die Verwaltung aus Termin- und Kostengründen verworfen.
Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) hat zuletzt eine tiefergehende Prüfung der Wiese an der Löwengasse in Auftrag gegeben. Am 8. April beschäftigt sich die Stadtspitze erneut mit dem Thema, der Stadtrat soll bis Ende Juni entscheiden.