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Bewusstsein schaffenPorzer Bürgervereine sammeln große Mengen Abfall bei Müllsammel-Aktion

Lesezeit 2 Minuten
Freiwillige stehen vor zahlreichen orangen Müllsäcken.

Eine große Schar Freiwilliger aus diversen Ortsteilen im Stadtbezirk trug bei der Aktion „Porz putzt munter“ kubikmeterweise Müll zusammen.

Porz-Poller Bürgervereine klauben Abfall auf und wünschen sich mehr Unterstützung gegen die zunehmende Vermüllung im Veedel.

Sie tun es immer wieder, sammeln Essensverpackungen, Kippen, Flaschen und achtlos weggeworfene Haushaltsgegenstände von Bürgersteigen, Plätzen oder aus dem Gebüsch. Eine große Schar von Aktiven aus den diversen Porz-Poller Bürgervereinen, die bei der jährlichen Frühjahrsaktion „Porz putzt munter“ im Einsatz waren, können ein beträchtliches Sammelergebnis aufweisen. Aber frustrierend ist es doch zu sehen, dass ihr gutes Beispiel viele Zeitgenossen offenkundig nicht erreicht.

Porzer Bürgervereine kämpfen gegen Müll-Hotspots

„In diesem Jahr haben wir den Eindruck, dass es schlimmer geworden ist“, sagte Simin Fakhim-Haschemi, Sprecherin der Vernetzung Porz-Poller Bürgervereine. Beim Abschluss der Aktion in Zusammenarbeit mit den Kölner Abfallwirtschaftsbetrieben (AWB) präsentierten die Saubermänner und -frauen kubikmeterweise Müllsäcke, zudem Autoreifen, Möbelteile, schrottreife Einkaufswagen und vieles mehr, was sie bei ihren Einsätzen in den diversen Porzer Ortsteilen aufgelesen haben.

Der Unrat wurde zum Sammelplatz nahe der Kennedy-Straße gebracht und aufgetürmt. Dort am Straßenrand fand sich diesmal gleichfalls jede Menge Müll, möglicherweise achtlos entsorgt von Autofahrern, die dort warten, um Hotelgäste einsteigen zu lassen.

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„Dass erneut so viel zusammengekommen ist, zeigt die Notwendigkeit bürgerschaftlichen Engagements“, sagt Simin Fakhim-Haschemi. Die Frühjahrsaktion des Bündnisses zeige den Abfallwirtschaftsbetrieben, wie und wo der Kampf gegen die zunehmende Vermüllung ausgeweitet werden muss.

Bei regelmäßigen Kontrollen der Porzer Bürgervereine mit Verantwortlichen von den Abfallwirtschaftsbetrieben weisen die ehrenamtlichen Müllsammlerinnen und Müllsammler aus den Vereinen auf besondere Vorkommnisse hin und nennen Straßen oder Plätze, an denen sie vermehrtes Müllaufkommen festgestellt haben. Das sind Orte wie die Umgebung des Zündorfer Kombibades, wo nach den Worten von Hans Baedorf bei jeder Abfallsammelaktion erhebliche Mengen von Fastfood-Verpackungen aufgelesen werden müssen – obwohl kein entsprechender Burger-Laden in der Nähe ist.

Die Aktiven aus den Bürgervereinen, die sich den Kampf gegen die Vermüllung zur Aufgabe gemacht haben, sind überzeugt, dass eine verbesserte Informationsarbeit das Problembewusstsein bei manchen achtlosen Verursachern wecken könnte. „Wer fühlt sich nicht wohler, wenn es in der Umgebung schön ist?“, fragt sich Mustafa Kesmez, Vorsitzender des Bürgervereins Gremberghoven. Dafür seien aber alle miteinander verantwortlich, nicht nur diejenigen, die ehrenamtlich wieder und wieder den Abfall der anderen entsorgten.

Bürgerinnen und Bürger, denen in ihrer Umgebung Müll-Missstände auffallen, können übrigens ohne großen Aufwand selbst um Abhilfe bitten. Im städtischen Onlineangebot „Sag’s uns“ werden Hinweise auf überquellende Glascontainer, Schrottfahrräder, Autoreifen oder Partymüll im Grünen, verdreckte Spielplätze und vieles mehr aufgenommen und so zeitnah wie möglich bearbeitet.


Sags-uns.stadt-koeln.de