Vertreter der Stadt Köln und Anwohner trafen sich jetzt an der Engstelle in der Tilsiter Straße in Porz und diskutierten ein Parkverbot.
Mission ImpossibleMüllwagen bleiben regelmäßig in enger Straße in Porz stecken

Wenn im Kurvenbereich Fahrzeuge parken, kommen die Müllwagen in der Tilsiter Straße nicht durch oder nur unter großen Mühen.
Copyright: Beatrix Lampe
Das wird eng, es geht um Zentimeter. Links eine Grundstücksmauer, rechts geparkte Fahrzeuge im Kurvenbereich, dazwischen ein Müllsammelfahrzeug der Abfallwirtschaftsbetriebe. Es sollte unter ungestörten Umständen zügig durchfahren können und den Inhalt von Mülltonnen am Ende der kleinen Urbacher Sackgasse schlucken. Doch in diesem Bereich der Tilsiter Straße gehören Hindernisse zur Normalität. Oft ist die Zufahrt für Müllfahrzeuge unmöglich, weil geparkte Autos den Bereich zum Nadelöhr machen. Dann wird der Müll halt nicht abgeholt und die Anwohner haben das Nachsehen, weil die Sammelbehälter ungeleert vor sich hin stinken. Nach Beschwerden betroffener Anwohner, regem Schriftwechsel mit Verwaltung und Abfallwirtschaftsbetrieben (AWB), Zeitungsberichten und Intervention der Porzer Politiker kam jetzt ein Ortstermin mit Anwohnern, AWB und Abgesandten städtischer Ämter zustande.
Christian Joisten, Fraktionschef der SPD im Kölner Rat, hatte zum Treffen an einem Abfuhr-Tag eingeladen, um das Problem an Ort und Stelle zu verdeutlichen. Der Müllabfuhr-Wagen brauchte tatsächlich etliche Minuten und den Einsatz von Personal mit gutem Augenmaß und stabilen Nerven, um die Engstelle zu bewältigen. „Normalerweise fahren die Fahrzeuge hier einfach nicht weiter, wenn es so knapp ist“, berichtet ein Anwohner. Und die AWB-Mitarbeiter bestätigen, für solch langwierige Rangierabenteuer im Alltagsbetrieb keine Zeit zu haben.
Halteverbot entlang der Straße
Was tun? Ein Halteverbot entlang der gesamten Tilsiter Straße oder in besonderen Engstellen einzurichten, hatte die Stadt zuvor schon abgelehnt. Und Anwohner aus dem vorderen Teil der Tilsiter Straße sprechen sich ohnehin gegen ein solches Verbot aus. Es gebe zu wenig Parkraum, da müsse Platz für Autos bleiben, die allerdings rücksichtsvoll geparkt werden sollten, argumentieren sie. Oft seien es wohl Ortsfremde, die hier raumgreifend parkten.
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Jedenfalls machte die Lehrstunde mit Müllwagen-Zentimeterarbeit den Beteiligten beim Ortstermin deutlich, dass Veränderungen notwendig sind. Die Abfallwirtschaftsbetriebe sehen keine andere Möglichkeit, die Tonnen am Ende der Straße zu erreichen, als eben durch den Kurvenbereich zu fahren. Andere Fahrzeuge könne man dafür nicht einsetzen. Bodo Holz, Abteilungsleiter bei den AWB, nickte zustimmend, als der Vorschlag eines absoluten Halteverbots mit zeitlicher Beschränkung zur Sprache kam. So ein Verbot für die Werktage vom frühen Morgen bis zum Nachmittag einzurichten, könnte hilfreich sein, finden etliche Beteiligte. Es auf die Wochentage zu beschränken, an denen üblicherweise die Müllabfuhr kommt, hält Holz für undurchführbar. Das bringe Probleme bei Verschiebungen der regulären Abfuhrtermine, beispielsweise durch Feiertage.
Sabine Klein, Abteilungsleiterin beim Verkehrsdienst der Stadt, will die Erfahrungen aus dem Ortstermin zur Grundlage neuerlicher verwaltungsinterner Überlegungen machen und dabei auch das Amt für Verkehrstechnik einbeziehen, das für die Beschilderung zuständig ist. Den Wünschen nach Markierung einzelner Parkplätze an weniger engen Stellen, die um Parkraum besorgte Anwohner äußerten, räumte Klein indes wenig Erfolgsaussichten ein. Auch Daniela Korn, die als Bereichsleiterin für Porz im Ordnungsdienst tätig ist, sagte: „Das funktioniert nicht“. Eine Lösung sei nur durch Halteverbot und strikte Kontrollen auf Einhaltung zu erwarten.
IN diesem Sinne hatte sich auch schon im Vorfeld die Bezirksvertretung geäußert. Auf Antrag von CDU und Grüne hatte sie ein Parkverbot beschlossen, das werktags von 7 bis 14 Uhr gelten soll. Ob sich dadurch die Situation verbessert, soll weiter beobachtet werden. Im Zweifel müsse halt auch abgeschleppt werden, so die Vertreterin des Ordnungsdienstes beim Ortstermin. Christian Joisten will in Kontakt mit den beteiligten Ämtern das Problem bis zur Lösung im Auge behalten, sicherte er den Bürgerinnen und Bürgern in der Tilsiter Straße zu.