Die Polizei holte die Kohlekritiker von den Bäumen.
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Erkelenz – Die Auseinandersetzungen mit Kohlekritikern am Tagebau Garzweiler halten an: Wie die Initiative „Lützerath lebt“ meldet, leiste man weiterhin Widerstand gegen Rodungsarbeiten, die das Unternehmen RWE durchführen will und das dafür Polizeischutz braucht.
„Der Konzern greift massiv in das Ortsbild des noch bewohnten Dorfes ein, lange bevor es für die Erweiterung des Kohletagebaus abgerissen werden könnte und bevor die Leitentscheidung der Landesregierung dazu in Kraft tritt“, kritisiert die Initiative „Alle Dörfer bleiben“.
RWE-Sprecher Guido Steffen weist diese Darstellung zurück: Lützerath sei schon umgesiedelt, es wohne allenfalls noch ein Mensch oder eine Familie dort. Der Ort, der früher mal lediglich ein paar Dutzend Bewohner gehabt habe, solle im nächsten Jahr abgebaggert werden. „Mit der Leitentscheidung des Landes hat dies nicht zu tun.“ Aus diesem Grunde müsse man schon in diesem Winter dort Bäume fällen. Bei den Widerständlern handele es sich zudem eher um eine kleine Gruppe, sagte Steffen. „Das ist nicht mit dem Hambacher Forst zu vergleichen.“
BUND fordert ein Moratorium
Dennoch gibt es auch für den Widerstand am Tagebau Garzweiler Unterstützung von Umweltverbänden. So fordert der BUND etwa ein Moratorium , bis die Leitentscheidung des Landes über die zukünftige Kohlepolitik vorliege. Bis dahin dürften keine Häuser mehr abgerissen und Bäume wegen des Tagebaus gefällt werden.
Anlässlich der zugespitzten Situation laden Tagebaugegner der Initiative „Die Kirche im Dorf lassen“ für Donnerstag, 15.30 Uhr, auch zu einem St. Martins-Gottesdienst in Lützerath ein. Der heilige Martin von Tours sei ein Vorbild auch für diejenigen, die gegen das „Zerstörungswerk von RWE“ kämpften.