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Mord in Kaserne ButzweilerhofKölner „Cold Case“ wird bei „Aktenzeichen XY“ neu aufgerollt

Lesezeit 2 Minuten
Die Einfahrt zur Kaserne Butzweilerhof in Ossendorf.

Die Einfahrt zur Kaserne Butzweilerhof in Ossendorf.

Die Leiche des 20-Jährigen wurde am 24. Juni 1989 gefunden. Sie wies mehrere schwere Stichverletzungen auf.

Der Mord an dem 20 Jahre alten Bundeswehrsoldaten Norbert Stolz ist seit über 35 Jahren ungeklärt. Am Mittwoch (5. März) soll der Kölner „Cold Case“ in einer Spezialausgabe der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ neu aufgerollt werden.

Aktenzeichen XY: Soldat in Kölner Kaserne mit schweren Messerstichen getötet

Die Leiche des jungen Soldaten, der erst sechs Monate zuvor seinen Wehrdienst in Köln-Ossendorf begonnen hatte, wurde am 24. Juni 1989 in der Kaserne am Butzweilerhof aufgefunden. „Der 20-Jährige lag leblos auf dem Fußboden des Wachraums. Sein Oberkörper war von mehreren schweren Stichverletzungen gezeichnet“, so ein Pressesprecher der Polizei Köln am Freitag (28. Februar) zum Stand der Ermittlungen.

Der Soldat Norbert Stolz wurde 1989 in der Kaserne Butzweilerhof in Köln-Ossendorf ermordet.

Der Soldat Norbert Stolz wurde 1989 in der Kaserne Butzweilerhof in Köln-Ossendorf ermordet.

Die Kölner Bundeswehrkaserne war an der Tatnacht fast verwaist. Die meisten Soldaten waren nach Hause zu ihren Familien nach Hause gefahren. Der junge Soldat Norbert Stolz hielt unterdessen einsam Stellung, er hatte „Schließ- und Telefondienst“. Den kargen Raum durfte er nur für die strikt vorgeplanten Kontrollgänge verlassen.

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Ein Umstand, der die Ermittlungen der Polizei nicht einfacher machte. Nur auf einen Zeugen konnten die Beamtinnen und Beamten damals zurückgreifen. Denn neben Norbert Stolz befand sich noch ein weiterer Soldat auf dem Gelände.

Kölner „Cold Case“ Norbert Stolz ungelöst – Polizei hatte nur einen Zeugen

Der gleichaltrige Mann durfte die Kaserne nicht verlassen. Aufgrund einer Verfehlung stand er unter Arrest und musste einen Strafdienst ableisten. „Er gab in seinen Vernehmungen als Zeuge damals an, dass er seinen Kameraden zuletzt am Freitagabend gegen 22 Uhr lebend gesehen haben will“, so die Polizei Köln weiter.

Was danach geschah, ist nicht bekannt. Bis heute haben die Ermittlerinnen und Ermittler keinen konkreten Tatverdacht. Auch das Motiv ist immer noch unklar.

Kölner Mordfall bei „Aktenzeichen XY“ – Besonders eine Frage wichtig

Markus Weber, Leiter der Ermittlungsgruppe „Cold Cases“, will den rätselhaften Mordfall bei „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ neu vorstellen. Vor allem eine Frage sei bis heute ein wichtiger Punkt in den aufgerollten Ermittlungen, erklärt Weber. Nämlich, ob der Täter möglicherweise über eine offene Kellertür ins Gebäude eingedrungen ist?

Die Ermittler hoffen auf neue Hinweise und fragen: Wer kann Angaben zur Tatnacht machen? Wer hat bislang geschwiegen und kann Hinweise zu tatverdächtigen Personen oder einem möglichen Motiv geben? Hinweise nimmt die Kölner „Cold Cases“-Einheit unter der Telefonnummer 0221 229-0 oder per E-Mail unter poststelle.koeln@polizei.nrw.de entgegen.