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Karneval 2025Die Männer in High Heels – Vlattener Tiger versprühen Seifenblasen

Lesezeit 4 Minuten
Verteilte fleißig Kamelle und Seifenblasen: die vierjährige Hanna, als Tiger verkleidet.

Verteilte fleißig Kamelle und Seifenblasen: die vierjährige Hanna, als Tiger verkleidet.

Herrlich jeck war der Veilchendienstagszoch im Heimbacher Ortsteil Vlatten. Jon Snow zog im Sunnesching durchs Dorf.

An den Karnevalstagen finden Sie hier die schönsten Bilder aus dem Stadtgebiet Heimbach.


In Vlatten flogen am Veilchendienstag die Seifenblasen durch den Zoch

Alle Jahre wieder treffen sich die Jecken aus der Stadt Heimbach und der Umgebung zum krönenden Sessionsabschluss in Vlatten. Und alle Jahre wieder werden sie dabei mit Sonne verwöhnt. Das machte Laune – so sehr, dass die kleine Hanna zeitweise vergaß, Kamelle zu verteilen, und stattdessen lieber Abertausende Seifenblasen in die Luft steigen ließ.

Herrlich bunt ging es aber auch teilweise am Straßenrand zu. Zum Beispiel bei Annemarie, Kerstin und Victoria Schmid, die in selbstgenähten Kleidern mit Reifrock, Frack und Zylinder auf dem Kopf ein sehr jeckes Trio abgaben. Jedes Jahr bastelt die Familie ihre Kostüme selbst. Für Kerstin Schmid eine Berufskrankheit: Sie ist Theaterkostümnäherin und stattet auch viele Karnevalisten mit närrischer Tracht aus. So habe sie in diesem Jahr die Outfits der mittleren Garde des KV Vlattener Jonge genäht, berichtet sie.

Individualität beim Kostüm ist auch den jungen Vlattenern um Vivien Reuter ein Anliegen. „Uns ist immer wichtig, dass jeder seine Kreativität ausleben kann“, berichtet Reuter. In diesem Jahr hatte sich die Gruppe für das Thema „Wikinger“ entschieden, das alle mit Blick fürs Detail umsetzten.

„Wir wollten schön sein und glitzern“, berichtete Eiskönigin Ursula auf dem Wagen der Freundesgruppe aus der Feuerwehr Wollersheim. Und Glitzer brachten sie wahrlich in den Zoch, wenn auch nur die Damen, die als kunstvoll geschminkte Eisköniginnen Kamelle verteilten. Die Männer hätten nicht so viel glitzern wollen, so Ursula. Um dennoch zu den Damen zu passen, gingen sie als Jon Snow aus „Game of Thrones“ mit langen schwarzen Perücken mit.

Insgesamt waren 18 Gruppen im Zoch dabei, Hubert Reuter von der KV Vlattener Jonge war damit sehr zufrieden. Die meisten der jecken Teilnehmenden stammten aus Vlatten selbst und gehen schon seit Jahren mit. Und auch Tollitäten waren nicht zu knapp vertreten: Müddersheim, Wollersheim und Hasenfeld waren allesamt mit ihren Dreigestirnen angereist.


Warum Dortmunder zum Fastelovend nach Heimbach kommen

148 Kilometer trennen das beschauliche Hasenfeld von der Heimat des BVB. Doch für echte Fans ist das kein Hindernis: Seit mehr als acht Jahren kommen Maria, Bernd, Astrid, Christoph, Jannis und Finja extra aus Dortmund für den Karnevalszug nach Heimbach. „Hier ist Karnevalsstimmung und Dortmund ist ja jetzt nicht gerade die Karnevalshochburg“, erklärt Astrid. Zufällig seien sie im Familienurlaub einmal über den Zoch gestolpert und seitdem angefixt.

Und inzwischen haben sie richtig Übung: Die drei Frauen der Familie überzeugen als Biene, Marienkäfer und Schmetterling mit Glitzer im Haar kostümtechnisch mehr als so manch Einheimischer am Straßenrand. Doch ob verkleidet oder nicht, gute Stimmung herrscht an diesem Sonntag bei allen – egal ob im Zoch oder am Zoch. Unter strahlend blauen Himmel feierten die zahlreichen Jecken. „Das haben wir so bestellt“, sagt Wolfgang Schmidt vom Zugkomitee mit Blick Richtung Himmel. Neun Gruppen seien in diesem Jahr dabei. Mit der Resonanz ist er zufrieden.

Die meisten davon sind aus Heimbach und Umgebung angereist und schon alte Hasen im Zoch. Doch es gibt auch eine Premiere: Als Hasenfelder Haribo-Tüten tanzten Familie und Freunde von Andrea Glombitz und Dirk Hambloch zum aller ersten Mal durch den Heimbacher Karnevalszug. Sie wollten auch etwas dazu beitragen, dass es den Zug weiterhin gebe, berichtet Hambloch. Und als teilweise Zugezogene sei das ganze auch eine Art Integrationsakt.

Vollständig integriert im Heimbacher Karneval ist das Männerballett „Hacke, Spitze, Hacke zu“. Der Name ist im Zug Programm: Tobias, Frank und Andree tänzeln in samtigen Kleidern und auf hohen Schuhen über die Hasenfelder Straßen. Sie seien die Absätze durch die Sessions-Auftritte gewöhnt, berichtet Andree. Ob sie es damit ohne Schmerzen bis zum Zug-Ende schaffen, müsse man abwarten, ergänzt er und lacht.


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Wir wünschen schöne Karnevalstage. Alaaf!