Der Betreiber meldet Vollzug, viele sehen Mängel. Jetzt sagt die Stadt etwas dazu.
RenaturierungDebatte ums Grün an der Leverkusener Ferngasleitung

Für die Ferngasleitung wurde auch nahe der Waldsiedlung eine Schneise geschlagen. Nicht alle Ersatzbäume sind angeschlagen.
Copyright: Ralf Krieger
Sträucher und Bäume, die an der Ferngasleitung zwischen Voigtslach und Paffrath angepflanzt wurden, sind weiter in der Diskussion. Nach der Berichterstattung im „Leverkusener Anzeiger“ hatten die Grünen im Stadtrat im Rathaus nachgefragt. Speziell geht es um das Waldstück oberhalb von Hummelsheim und unterhalb der Bensberger Straße in Schlebusch: Dort „ist uns aufgefallen, dass die Aufforstungen überhaupt nicht anschlagen“. Fast alle Setzlinge seien augenscheinlich vertrocknet.
Ein Mitarbeiter der unteren Naturschutzbehörde der Stadt hat sich das angeguckt. Er glaube eher, dass die jungen Bäume nicht vertrocknet, sondern abgestorben sind. Offenbar sei es in dem Gebiet zu feucht, heißt es in einer Stellungnahme. Falsch gemacht habe man bei der Wiederaufforstung wohl nichts; sie sei auch wöchentlich mit Fotos dokumentiert worden, heißt es weiter. Gelegentlich hätten sich Vertreter der Behörden – genehmigt wurde die Ferngasleitung von der Bezirksregierung – auch auf der Baustelle besprochen und Arbeiten abgenommen.
Der Betreiber muss nachbessern
Mängel wie der in Hummelsheim habe die Naturschutzbehörde der Betreibergesellschaft gemeldet und sie aufgefordert, dort nachzubessern. Der Hinweis sei „dankend aufgenommen“ worden. Die Wiederaufforstung werde zudem drei Jahre lang kontrolliert und gepflegt. Allerdings nicht von der städtischen Naturschutzbehörde: Das sei „mit den vorhandenen Personalkapazitäten bei einem derartigen Großprojekt nicht leistbar“.
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Dass Open Grid Europe Vollzug gemeldet habe in Sachen Rekultivierung an der Pipeline-Trasse, findet man in der Stadtverwaltung „grundsätzlich“ zutreffend. Aber: Wenn – etwa beim Verlegen einer Leitung mit 90 Zentimetern Durchmesser – massiv in die Natur eingegriffen wird, bestehe das Risiko, dass neu angepflanzte Bäume nicht anschlagen.
Aus Sicht der Naturschutzbehörde ist das nicht gut. „Seit Jahren“ rege man an, „im Zuge von Bauleitplanung und Bauvorhaben, vorhandene ältere Bäume und Gehölze zu erhalten und in Planungen von vornherein einzubinden“. Das gelte im Klimawandel umso mehr. Wegen langer Trockenperioden, Starkregen und steigender Temperaturen sei es „schwer vorhersehbar, ob Neuanpflanzungen tatsächlich anwachsen werden“. Das Beispiel Hummelsheim zeigt das.