Der diesjährige Schlebuscher Karnevalszug war so friedlich und harmonisch wie schon lange nicht mehr – das merkten auch die Teilnehmer der unterschiedlichen Gruppen.
Karneval in LeverkusenSchlebuscher Zug prämiert Teilnehmer und stellt neues Motto vor

Die KG Bullenwiese gewinnt den Bürgermeisterpokal
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Dreieinhalb Stunden ging der Schlebuscher Schul- und Veedelszoch in diesem Jahr. Nicht nur, weil sich wieder erfreulich viele Teilnehmer angemeldet hatten und das Zugtempo bewusst langsam gehalten wurde, um das schöne Wetter auszukosten. Auch mehrere Notarzteinsätze, unter anderem im Altenzentrum St. Elisabeth, hatten den Zug insgesamt dreimal zu stoppen gezwungen.
Das war Thema bei der traditionellen Nachbesprechung mit Siegerehrung der veranstaltenden KG Grün-Weiß Schlebusch im Herkenrath Hof. Im nächsten Jahr müsse das Rettungszelt versetzt werden, damit die Rettungskräfte reibungslos durch die Menge kommen, ist eine Schlussfolgerung.
Man musste wegen der Pausen zwar improvisieren, aber wir haben einfach Polonaisen gemacht und mit denen Leuten mal wieder richtigen Straßenkarneval gefeiert“
Die Zugteilnehmer haben die Pausen nicht gestört: „Man musste zwar improvisieren, aber wir haben einfach Polonaisen gemacht und mit den Leuten mal wieder richtigen Straßenkarneval gefeiert“, sagte Käthe Steinke von der Gruppe KG Klinikum. Diese Einschätzung traf auch bei den anderen auf Zustimmung und es kam sogar die Idee auf, im nächsten Jahr Pausen mit einzuplanen. Einmal auf Toilette huschen oder dem Arm eine Pause vom Kamelle werfen gönnen, schade schließlich niemanden. Für Steinke war der diesjährige Zug seit vielen Jahren der harmonischste, zufriedenste und liebenswerteste seit langer Zeit. Auch wenn man zu Beginn vielleicht Sorgen oder Angst aufgrund der politischen Lage gehabt hatte, waren diese Gedanken bei der tollen Stimmung und der ganzen Herzlichkeit direkt verflogen.
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Preisträger mit Pokalen
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Wegen der politischen Lage hätte sich der Zugstart auch fast verzögert: Zugleiter Andreas Beljan selbst kam zu spät, weil er noch Terrorsperren im Bereich Schlebusch Post aufbauen musste. „Es ist unfassbar traurig, dass man heutzutage an Terrorsperren denken muss, aber nun wissen wir Bescheid und planen sie nächstes Jahr direkt in unser Konzept ein“, erklärte Beljan.
Friedlicher Karneval in verrückter Welt
Auch Oberbürgermeister der Stadt Leverkusen hatte nur Gutes über den Schlebuscher Zug zu sagen. Er selbst sei stolz auf die reibungslose Zusammenarbeit zwischen Ehren- und Hauptamt. „Ich liebe den rheinischen Karneval. Auch wenn man auf die aktuelle Lage reagieren muss, freue ich mich über einen solch friedvollen Karneval in einer Welt, die immer verrückter wird“, erklärte Uwe Richrath. Besonders dankbar ist er für den Erhalt der Traditionen und die Weitergabe an die jüngeren Generationen. Auch jetzt schon gibt es Anmeldungen von neuen Gruppen, die im nächsten Jahr in Schlebusch mitlaufen wollen, sodass dann vielleicht die Zahl von 50 Gruppen geknackt werden kann.

Auftritt der Waldschule im Schlebuscher Zug
Copyright: Dominik Scholz
Das auch das Publikum in diesem Jahr besonders gut gestimmt war, macht sich auch an der Spendensumme bemerkbar. In den Vorjahren waren von den Spendensammlern am Zugbeginn zwischen 2000 und 3000 Euro eingesammelt worden, in diesem Jahr zählt die KG Grün-Weiß 7 887 Euro. Eine beeindruckende Zahl - doch wenn man weiß, dass der diesjährige Zug 35.000 Euro gekostet hat und für das nächste Jahr noch eine Steigerung um weitere 5.000 Euro erwartet wird, ist klar: Spenden werden weiter dringend gebraucht.
Waldschule gewinnt Schulpreis
Anschließend wurden die Prämierungen ausgesprochen. Da es sich in Schlebusch um einen Schull- du Veedelszoch handelt, spielen die Schulen natürlich eine besondere Rolle. Die insgesamt 382 Teilnehmer verteilten sich auf vier Schulen. Mit dabei waren die Grundschulen Morsbroicher Straße, Thomas-Morus, Gezelin-Schule und Waldschule. Alle Schulen bekamen einen Geldpreis, der auf ihre Teilnehmer hochgerechnet wurde. Die Waldschule bekam mit 148 Teilnehmern den höchsten Preis im Wert von 622 Euro. Auch eine Jury sowie die Werbe- und Fördergemeinschaft Schlebusch spendeten weitere Geldpreise für einzelne Gruppen.
Prämierung der besten Gruppen
Den sogenannten Zugleiterpokal sicherte sich in diesem Jahr der SV Schlebusch. Der Preis für den originellsten Wagen ging an die Jecken Schützen. Die Gruppe „Spaß an d’r Freud“ sicherte sich den Preis für die Fußgruppe mit dem kreativsten Kostüm. In der Kategorie bester Gesamteindruck von Fußgruppe und Wagen gewann die Gruppe der Traumtänzer. Richrath vergab seinen Bürgermeisterpokal an die Schliebijee Brauchtumsfründe. Der traditionelle Wanderpokal, auf dem die jährlichen Gewinner eingraviert sind, sowie 100 Euro ging in diesem Jahr an die KG Bullenwiese.
Alaaf you Schlebesch, levve wie de bes“
Bevor jedoch alle mit ihren Pokalen und Preisen nach Hause gingen, kam es zum eigentlichen Höhepunktes des Abends: Die Bekanntgabe des Mottos der Session 25 / 26. Da der kommende Karnevalssamstag auf den 14. Februar, also Valentinstag fällt, war klar, dass Liebe irgendeine Rolle spielen muss. Daher lautet das neue Motto „Alaaf you Schlebesch, levve wie de bes“. Jeder kann so sein, wie er ist und auch so wie man vielleicht einfach mal gerne sein würde. Es sind also keinerlei Grenzen gesetzt und Interpretationen in jede Richtung möglich.