Von Fernweh bis Regenblues war die zweite Etappe der Sommertour 2023 der Lokalredaktion Rhein-Berg geprägt. Station machte das Redaktionsmobil diesmal an der Bensberger Schloßstraße.
Redaktion auf Sommertour – Teil 2Sommerschmerz in der Bensberger Schloßstraße

Die Sommerkollektion für die Kleinsten kündet in der Schloßstraße vom bevorstehenden Ende der Sommerferien – wenn auch nicht der Baustelle.
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In der Bensberger Schloßstraße braucht man derzeit Geduld – und Improvisationsgeschick. Das gilt auch für den Oldtimerbus der Lokalredaktion. Zu ungewiss war bei der Beantragung der Genehmigung vor einigen Wochen noch der Fortgang einer der Baustellen. Und tatsächlich ist der ursprünglich ins Auge gefasste Platz am Dienstagmorgen noch von Baustellenbarken besetzt.
Doch mit Unterstützung des Ordnungsamts wird kurzerhand eine Lösung gefunden – ein paar Meter weiter zwar, aber dafür noch günstiger gelegen.
Ich brauche auch keinen Parkplatz direkt vorm oder im Geschäft.
„Man muss eben im Moment manchmal ein bisschen klettern“, sagt Gabi Bock augenzwinkernd, „aber das mit der Baustelle geht doch vorbei – und danach wird es och hoffentlich noch besser werden hier in Bensberg.“ Die Kölnerin ist mit ihrer in Bensberg wohnenden Mutter auf Einkaufsbummel.
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Beim Einkaufsbummel in der Schloßstraße: Gabi Bock (r.) und ihre Mutter Helene Geilenkirchen.
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„Ich brauche auch keinen Parkplatz direkt vorm oder im Geschäft“, sagt Gabi Bock. Gut wäre es nur für nicht ganz so mobile Menschen, sagt Gabi Bock, wenn der Aufzug der Schloss-Galerie, der das Niveau des Marktes mit dem der Schloßstraße verbindet, auch am Sonntag in Betrieb wäre. Ihre Mutter Helene Geilenkirchen nickt. Und freut sich: „Ich habe eben schon eine Hose gekauft.“ In der Einkaufstasche von Tochter Gabi liegt ein Puzzle. Gerade im Spielwarenladen gekauft.
Schultüten statt Planschbecken aus dem Spielwarengeschäft
Vor dessen Eingang liegen die Sandspielzeugangebote der Saison. „Geht immer“, sagt Stefan Gutt, der Inhaber von „Spiel & Spaß Daubenbüchel“. Im Moment noch ganz vorn: Schultüten. Schließlich enden die Sommerferien am Wochenende.

Stefan Gutt verkauft bei Spiel & Spaß Daubenbüchel derzeit auch Schultüten.
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Nur Planschbecken liefen diesen Sommer nicht so gut. Ob's am durchwachsenen Wetter lag, an gestiegenen Wasserpreisen oder daran, dass mehr Menschen am Strand den Urlaub verbracht haben – wer weiß.
Urlaub ist für den Änderungsschneider leider nicht drin
Fehmi Yilmaz von gegenüber weiß vor allem eines: Er würde gerne Urlaub machen, doch das ist einfach nicht drin. „Ich habe schon ein kleines Geschäft, aber die Miete ist doch hoch, und um Urlaub zu machen, habe ich einfach zu wenig Aufträge“, sagt der Änderungsschneider.

Fehmi Yilmaz hat in seinem Änderungsstudio zu tun – doch für Urlaub reiche es nicht.
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Früher, so erzählt er, da habe er Maßanzüge genäht. Jetzt seien es vor allem Reparaturen: einen neuen Reißverschluss einsetzen, eine Jeans flicken oder verlorene Knöpfe ersetzen – „ich mache alles“, sagt Fehmi Yilmaz und mustert seine breite Auswahl an Knöpfen, Reißverschlüssen, Garnen – und Nähmaschinen. Eigentlich sollten die Menschen viel mehr Kleidung reparieren als sie allzu schnell durch neue zu ersetzen.
Mit einem Krimi in den Strandkorb starten – ein Buchtipp der Expertin
Nebenan, in der Buchhandlung Funk, ist Buchhändlerin Pia Patt mit dem Sommergeschäft beschäftigt. Krimis, sagt sie, seien in dieser Saison hoch im Kurs. „Viele wollen etwas zur Unterhaltung.“ Auch für den Strandkorburlaub an der Ost- und Nordsee passe so eine spannende Lektüre. Ihre Empfehlung: „Refugium“ – ein Thriller von John Ajvide Lindqvist.

Tipp für den Strandkorb: Pia Patt von der Buchhandlung Funk.
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„Ich habe gelesen, dass man hier Journalisten bei der Arbeit über die Schulter gucken kann?!“, begrüßt Leslie Hendricks die zum Redaktionsmobil zurückkommenden Reporter. „Stimmt genau.“ Die 19-Jährige aus Untereschbach, die ihr Abitur am Bensberger Albertus-Magnus-Gymnasium gemacht hat und nun Journalistik in Gießen studiert, ist sehr interessiert, fragt nach Tipps zum Weg in den Journalismus und würde gerne freiberuflich mitarbeiten. Gut möglich, dass auch Sie künftig von ihr lesen werden . . .

Gespräch am Redaktionsbus mit Redaktionsleiter Guido Wagner Redakteur Claus Boelen-Theile und Studentin Leslie Hendricks (v.l.).
Copyright: Benedikt Promberger
Agenturchef Dr. Oliver Schillings wirft einen Blick in die mobile Redaktion: „Alles okay?“ Mit Kollegen ist er auf dem Weg in die Mittagspause. Wo man dazu in Bensberg hingeht. „Zum Schlossgrill – nicht zu toppen“, sagt der Inhaber der Kommunikationsagentur „AO Profil“, steuert die Gastronomie an der oberen Schloßstraße an, ordert sich selbst eine Suppe und setzt sich mit den Kollegen an einen Außentisch. Mittagessen in der Sonne zwischen Grünpflanzen und mit Blick zum Bensberger Rathaus – so lässt sich die Mittagspause genießen.

Machen Mittag vorm Schlossgrill: (v.l.) Dr. Oliver Schillings und seine Mitarbeitenden Lukas Litzka, Adrian van Heerd und Pauline Quiring genießen die Außengastronomie.
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Für den Kölner Dombauverein arbeitet das junge Team gerade an einer digitalen Mitglieder- und Spendenwerbeaktion. Bei Salat und Linsensuppe geht's jetzt aber mal nicht um die Arbeit. Die lassen auch die Leserinnen und Leser ruhen, die am Nachmittag zur Lesertour durch die Baugeschichte(n) Bensbergs zum Redaktionsmobil kommen. Der Oldtimer wird auch am Bensberger Busbahnhof von den Lenkern der modernen Busse liebevoll empfangen. Aber das ist eine andere Geschichte . . .
Große Pläne, Ideen und Kritik am Redaktionsstand
Rosemarie Heidkamp aus Bensberg macht keinen Hehl daraus: Das Magazin-Heft dieser Zeitung im Halbformat hat ihr besser gefallen, als die neuen großen Magazin-Seiten. „Aber ich lese trotzdem alles – das ist ein Muss morgens“, sagt sie strahlend.

Rosemarie Heidkamp an der mobilen Redaktion in der Bensberger Schloßstraße.
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Geschichtsvereinsvorsitzender Lothar Eschbach schaut voller Tatendrang am Redaktionsmobil vorbei, berichtet von den Wanderungen zu Relikten des Bensberger Erzreviers, die der Verein zurzeit in Kooperation mit dem Landschaftsverband ausbaldowere. „Eine Kalkrunde ist auch schon ausgearbeitet“, sagt Eschbach.

Lothar Eschbach vor dem Redaktionsmobil der mobilen Redaktion in der Bensberger Schloßstraße.
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Rechtschreib- und Grammtikfehler ärgern Bernd Giesecke bisweilen bei der Zeitungslektüre. Große Stücke aber hält er vor allem auf die Wander-Inhalte. Er kennt sich aus, führt selbst Wandergruppen im Auftrag der Stadt Overath. „Am Dienstag geht's nach Lohmar“, verrät er das nächste Ziel. (wg)

Bernd Giesecke vor dem Redaktionsmobil der mobilen Redaktion in der Bensberger Schloßstraße.
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Sämtliche Berichte von der Sommertour 2023 der Lokalredaktion Rhein-Berg können Sie hier lesen.