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Zerstörungen bei SPD und CDUAttacken auf Kölner Parteibüros  – Bekennerschreiben aufgetaucht

Lesezeit 2 Minuten
03.04.2025, Köln: Die SPD Parteizentrale an der Magnusstraße Ziel von einem Anschlag. Foto: Arton Krasniqi

Die SPD-Parteizentrale an der Magnusstraße ist in der Nacht zu Donnerstag (3. April) Ziel von einem Anschlag geworden.

Beim SPD-Parteibüro wurde eine Glasscheibe zerstört, beide Gebäuden wurden durch Farbe beschädigt. 

In der Nacht zu Donnerstag (3. April) sind sowohl die Parteibüros von SPD als auch von CDU in Köln von Unbekannten attackiert worden. Wie die Polizei am Morgen mitteilt, wurde insbesondere das Gebäude der SPD dabei beschädigt.

Die Polizei vermutet, dass die Angriffe in der Kölner Innenstadt gegen 3 Uhr in der Nacht durchgeführt wurden. Auf beide Gebäude wurden mit Farbe gefüllte Flaschen geworfen. Bei der SPD-Parteizentrale in der Magnusstraße gingen mehrere Glasscheiben zu Bruch, zudem gab es Beschädigungen durch Schmierereien in roter Farbe. Ein Augenzeuge spricht von einer „halben Verwüstung“. Bei der CDU-Parteizentrale Unter Taschenmacher waren die Folgen nicht ganz so gravierend, jedoch kam es auch hier zu großflächigen Farb-Verunreinigungen im Eingangsbereich.

03.04.2025, Köln: Die CDU Parteizentrale am Unter Taschenmacher  Ziel von einem Anschlag. Foto: Arton Krasniqi

Die CDU Parteizentrale in der Straße Unter Taschenmacher wurde ebenfalls mit roter Farbe beschmiert.

Die Kölner SPD gab am Vormittag ein Statement ab: „Wir verurteilen diese feige Tat, der sich gegen die SPD richtet. Ebenso verurteilen wir eine ähnliche Farbattacke gegen die CDU“, heißt es. Politische Kritik solle offen geäußert werden anstatt durch heimliche Beschädigungen, so die beiden Co-Vorsitzenden Claudia Walther und Andre Schirmer. Die SPD bedankte sich bei der Polizei und bei der AWB, die die Glasscherben schnell beseitigt habe.

Bekennerschreiben aus linken Kreisen

Wer hinter den Attacken steckt, ist bislang unklar. Es seien zwei vermummte Menschen beobachtet worden. Inzwischen tauchte beim Portal „Indymedia“ ein Bekennerschreiben auf. Man habe die Parteibüros mit Farbe und Steinen angegriffen, schreiben die Unbekannten dort. Man sei gegen Aufrüstung, während „Schulen verrotten“, „Pflegekräfte am Limit“ seien und Familien verarmten. Man widersetze sich mit der Aktion den angeblichen „Kriegsvorbereitungen“. 

Was die mehrere Quadratmeter großen Schmierereien darstellten, sei unklar, hatte ein Polizeisprecher am Morgen gesagt. Allerdings sei ein Zusammenhang mit den aktuell laufenden Koalitionsverhandlungen nicht auszuschließen. Über die Höhe des Schadens wurde nichts bekannt. Nun ermittelt der Staatsschutz.

Protest vor Kölner CDU-Büro im Januar

Bereits im Januar war es vor dem CDU-Parteibüro zu Protesten gekommen, später flog in der Stadt nach Angaben der Polizei auch Pyrotechnik. Auslöser von bundesweiten Protesten gegen die Union war gewesen, dass die Partei am 29. Januar AfD-Stimmen bei ihrem Antrag zur Migrationspolitik in Kauf genommen hatte. Am nächsten Tag stellte sich der damalige Kölner CDU Karl Mandl Demonstranten zum Gespräch.

In den Wochen nach den Vorgängen im Bundestag hatte es zahlreiche friedliche Demonstrationen gegen die Union mit tausenden Teilnehmern in vielen Städten gegeben. Allerdings war es auch zu Übergriffen gegen Abgeordnete und zu Blockaden von Parteibüros gekommen.

Auch das SPD-Parteibüro in Köln war in der Vergangenheit bereits Ziel von Schmierereien geworden, so im Januar 2024. (mit dpa)