Der Bahnhof in Bad Münstereifel erhält in Kürze aus einem Verschönerungs-Sofortprogramm von Deutscher Bahn und Bundesverkehrsministerium vier neue Sitzbänke. Nur fahren in der Kurstadt erst Ende 2023 wieder Züge.
Glosse zum BahnhofTherapeutisches Warten in Bad Münstereifel mit der Deutschen Bahn


Der Bahnhof in Bad Münstereifel erhält in Kürze neue Sitzbänke, auch wenn erst in einem Jahr wieder ein Zug dort fahren wird.
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Es fährt kein Zug nach Irgendwo. Und das dürfte in Bad Münstereifel auch noch ein Jahr so bleiben. Erst Ende 2023 soll die Erfttalbahn wieder in Betrieb genommen werden. Bis dahin heißt es warten.
Aber das kann man immerhin auf brandneuen Bänken. Denn die Deutsche Bahn lässt sich nicht lumpen und spendiert dem Münstereifeler Bahnhof aus einem Sofortprogramm, mit dem Bahnhöfe in NRW verschönert werden, vier Stück davon: einen Sechssitzer und drei Dreisitzer im Gesamtwert von 4000 Euro. Insgesamt werden an 100 Bahnhöfen in NRW 1,9 Millionen Euro investiert.
Weihnachtsgeschenk von Bund und Deutscher Bahn
Aufgebaut werden die Sitzgelegenheiten in den nächsten Wochen. Als Weihnachtsgeschenk vom Bundesverkehrsministerium und der Bahn sozusagen. „Schon zum Jahresende werden unsere Reisenden und Bahnhofsbesucher:innen konkrete Verbesserungen bemerken“, teilt ein Bahnsprecher mit.
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Doch welche Reisenden meint er? Die in Bad Münstereifel auf jeden Fall nicht. Denn die gibt es seit der Flutkatastrophe nicht, ebenso wenig wie Gleise. Und so stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Anschaffung. Es sind So-da-Bänke, so wie die Brücke im Feld bei Euskirchen eine So-da-Brücke ist.
Neue Möglichkeiten für die Kurstadt Bad Münstereifel
Aber vielleicht ergeben sich für die Stadt ja ganz neue Möglichkeiten, denn Bad Münstereifel ist ja schließlich eine Kurstadt. So könnte man die Bänke einfach dazu nutzen, zu sich selbst zu finden. Menschen, die unter furchtbarem Zeitdruck leiden oder schwerem beruflichen Stress unterliegen, finden hier eine Auszeit vom Leben.
Auch für Pendler, die geplagt sind von Verspätungen der Bahn und deshalb regelmäßig Anschlusszüge verpassen, wären sie perfekt geeignet. Sie sitzen auf den Bänken und wissen ganz genau: Hier kommt in der nächsten Zeit auf keinen Fall ein Zug. Also kann ich auch keinen versäumen. Therapeutisches Warten sozusagen, am besten bezahlt von der Krankenkasse.
Aber sie könnten auch von Eisenbahnfans genutzt werden, die den Wiederaufbau minuziös dokumentieren. Dass es die gibt, weiß man von früheren Gleisarbeiten. Wie Kiebitze beim Fußballtraining stehen sie da und schauen sich an, wie andere was tun. Für Menschen mit Eisenbahnhobby ist das traumhaft. Sie können dank der Bänke in der ersten Reihe sitzen und alles beobachten, was die Baufirmen so machen. Gleise verlegen zum Beispiel. Wenn das mal nicht 1a-Service von der Bahn ist.