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St. MichaelWie es mit der Rheinfähre zwischen Köln und Leverkusen weitergehen soll

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Ende Juli 2024 wurde die St. Michael in Betrieb genommen.

Ende Juli 2024 wurde die St. Michael in Betrieb genommen.

Die CDU hatte bei der Verwaltung unter anderem in Sachen Personalsituation nachgehört.

Ende Juli des vergangenen Jahres war die Freude groß. In Anwesenheit von vielen Menschen hatte die Stadt damals die Rheinfähre St. Michael in Betrieb genommen. Dem vorausgegangen war ein großer Kampf um den Erhalt des Fährbetriebs zwischen Leverkusen-Hitdorf und Köln-Langel, nachdem die Vorgängerin der St. Michael, die Fritz Middelanis, ein halbes Jahr zuvor havariert und deren Reparatur für nicht mehr wirtschaftlich befunden worden war.

Zwischenzeitlich war die Freude allerdings einiger Ernüchterung gewichen. Immer wieder war die Fähre ausgefallen, teils wegen „höherer Gewalt“, wie es die Verwaltung nennt (zum Beispiel wegen Treibguts), teils, weil Personal fehlte. Die CDU Leverkusen wollte dazu Details von der Stadt wissen.

Auch wenn ein Sachverständigenbüro die gebrauchte Fähre vor dem Kauf getestet habe, seien technisch bedingte Ausfälle nicht auszuschließen. Das sei allerdings nicht häufig vorgekommen, teilt die Verwaltung mit. Am 2. Dezember 2024 habe die Gesellschafterversammlung der Fähre, zu der die Stadt Leverkusen sowie die Häfen- und Güterverkehr Köln (HGK) gehören, sich auf den Wirtschaftsplan für das nun laufende Jahr geeinigt, was eine „umfassende Personalakquise“ zur Folge gehabt habe.

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Leverkusen: Personal fehlt

Zwei Fährführer und zwei Decksleute in Vollzeit arbeiteten derzeit auf der Fähre, so die Stadt, dazu würden zwei neue Kassierer als Aushilfe eingesetzt. Aber: „Die Personalsituation auf der Fähre ist damit nicht auskömmlich, zumal es zu mehreren teils längeren krankheitsbedingten Ausfällen gekommen ist“, schreibt die Stadtverwaltung.

Um die Ausfälle bei den Decksleuten zu kompensieren und Erholungsurlaub gewährleisten zu können, sei man dabei, einen 2024 ausgebildeten Decksmann befristet in Teilzeit einzustellen. Das verzögere sich noch „durch extern vorgegebene Verfahrensweisen“, so die Stadt. Was das genau heißt, teil die Verwaltung nicht mit. Des Weiteren seien Stellen für Fährführer ausgeschrieben, bis zu zwei könne man einstellen, heißt es. Die Stellen sind auf der Internetseite der HGK veröffentlicht, Jobportale im Netz sollen folgen, ebenso Anzeigen in Tageszeitungen.

Noch nicht klar ist, wie die Zukunft der Fährgesellschaft und damit des Fährbetriebs aussieht. Die HGK will sich aus der Betreibergesellschaft zurückziehen, die Stadt Leverkusen kann sich einen alleinigen Betrieb angesichts der prekären Finanzlage nicht leisten. Zuletzt hatte es dazu einen Briefwechsel zwischen OB Uwe Richrath und seiner Kölner Amtskollegin Henriette Reker gegeben, in dem Richrath an Reker appelliert, die Pläne über den Rückzug noch einmal zu überdenken. Entschieden hat der Kölner Stadtrat das noch nicht.

Eine Alternative wäre eine privatwirtschaftlich geführte Gesellschaft oder ein Verein, so die Stadt. Das prüfe man derzeit. Der Fährbetrieb fällt in Sachen Finanzplanung wohl unter freiwillige Leistung. Auf die Frage der CDU, wie sich die bevorstehende Haushaltssanierung auf den Fährbetrieb auswirke, antwortet die Stadt einigermaßen ausweichend: „Im Rahmen der Haushaltssanierung muss regelmäßig geprüft werden, ob und in welchem Umfang die Stadt freiwillige Maßnahmen durchführen kann.“

Grundsätzlich könne der Fährbetrieb auch während der Haushaltskonsolidierung aufrechterhalten werden, „solange die Kosten zur Fähre gering gehalten werden können“. Eine Idee, die die CDU anspricht, ist, den Fährbetrieb über eine Genossenschaft aufrechtzuerhalten. Das sei komplex, so die Stadt. Eine entscheidungsreife Vorlage wolle man im dritten Quartal dieses Jahres dazu vorlegen.