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Prinzenpaar proklamiertFeuer und Flamme für den Siegburger Karneval

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Bürgermeister Stefan Rosenmann (r.) führte Prinz Markus I. und dessen Siegburgia Nadine I. im ausverkauften Rhein-Sieg-Forum in ihr närrisches Amt ein.

Bürgermeister Stefan Rosemann (r.) führte Prinz Markus I. und dessen Siegburgia Nadine I. im ausverkauften Rhein-Sieg-Forum in ihr närrisches Amt ein.

Im ausverkauften Rhein-Sieg-Forum wurde das Siegburger Prinzenpaar Markus I. und Siegburgia Nadine I. feierlich in sein närrisches Amt eingeführt.

Dass, wie jetzt in Siegburg geschehen, ein Adjutant den Prinzen proklamiert, ist eher selten. Dieses Zeremoniell ist auch in der Kreisstadt klar Chefsache. Eine Hybrid-Funktion war des Rätsels Lösung. Denn bis Aschermittwoch ist Stefan Rosemann Bürgermeister und oberster Gefolge-Funktionär in einer Person. So ließ er es sich nicht nehmen, mittels Pritschen-Schlag auf die Schulter von „Bürger Markus Völker“ diesen in den Stand des Siegburger Prinzen Markus I. zu hieven. Der nahm umgehend Fahrt auf und freute sich, „durch die Stimmung im Saal nach vorne zur Bühne getragen“ worden zu sein.

Lyrisch beseelt stellte der gebürtige Sieglarer seine strahlende Siegburgia Nadine I. vor. Sein Amt ermögliche es ihm, „die Session mit dem Menschen erleben zu dürfen, der mir auch sonst Heimathafen ist, mir immer zur Seite steht und – das Beste – die große Liebe meines Lebens ist“. Das Regenten-Paar rechtfertigte die Vorschusslorbeeren von Jörg Sola, Präsident des Siegburger Karnevalskomitees, die Tollitäten hätten Feuer, und der Prinz sei „sehr wortgewandt“. Der holte bei seinem Dank zum Rundumschlag aus, würdigte ausgiebig das Tambourcorps Siebengebirge Thomasberg. Das sorgte nicht nur für den schmetternden Einzug, sondern brachte auch mit der Samba „Mer bruche keiner“ Bewegung in das mit 950 Gästen ausverkaufte Rhein-Sieg-Forum.

Feuer und Flamme für den Siegburger Karneval

Zeit nahm sich der 46-jährige Frohsinnsregent zudem für den Dank ans Komitee („Ihr macht eine tolle Arbeit“) und die Vorstellung jedes einzelnen Gefolgemitglieds, einschließlich der Tollitätensöhne Julian und Malte. Das Gefolge lief unter dem Motto „Feuerwehr historisch von Anno dazumal“ auf, die Männer in historischen Uniformen, die Frauen als „heiße Flammen“ verkleidet. Das Tollitäten-Motto „Für de Sieburjer Fastelovend sin mir Feuer und Flamme; met uns Löschgruppe anjeröck, fiere mir all zosamme“ bebilderten Gefolge und Prinzenpaar mit einem feurigen Tanz, einschließlich Schlussbild auf Feuerwehrleitern.

Heiß: Mitglieder des Gefolges der frisch proklamierten Tollitäten feierten im Flammen-Outfit.

Heiß: Mitglieder des Gefolges der frisch proklamierten Tollitäten feierten im Flammen-Outfit.

Um die elf Gebote des 82. Siegburger Prinzenpaares, das von keiner Komitee-Gesellschaft gestellt wird und „somit neutral ins Rennen geht“ (Sola Schröder), zu erfüllen, werden sich einige Verantwortungsträger mächtig strecken müssen. So soll es für kostümierte Jecken freie Bus- und Bahnfahrten geben und alle Siegburger Arbeitgeber seien gehalten, ihren Mitarbeitern von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch freizugeben.

Solche Aussichten wurden genauso gefeiert wie die Sitzung im Anschluss an die Proklamation. Hochgewächse wie Guido Cantz oder Liselotte Lotterlappen, die derart bestusst vom Hölzchen aufs Stöckchen kam, dass es piepegal war, was sie eigentlich sagen wollte, waren Stimmungsgaranten. De Boore wussten mit ihrem „Rut sin die Ruse“ den gleichen stimmkräftigen Chor vor sich wie Kasalla bei seinen Ohrwürmern. Fazit: familiärer Einstieg in den Siegburger Karneval im raderdollen Haus.