Am Donnerstag spielen Alphaville mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg beim „Open Airport“-Festival am Flughafen Köln/Bonn.
Konzert in KölnAlphaville-Sänger Marian Gold blickt auf 40 Jahre Bandgeschichte zurück

Marian Gold, Frontmann und Sänger der Band Alphaville, steht beim Tourauftakt zum 40-jährigen Bestehen gemeinsam mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg in der Philharmonie in Essen auf der Bühne.
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Fast 40 Jahre ist es her, dass „Big in Japan“, „Forever Young“ und „Sounds like a Melody“ veröffentlicht wurden. Und immer noch spielen sie regelmäßig im Radio, werden auf Festen mitgegrölt. Die ersten Songs der 1983 gegründeten Band Alphaville sind bis heute noch ihre erfolgreichsten. „Ich fühle mich deshalb aber als Künstler nicht reduziert. Wie könnte ich auch?“, sagt Frontsänger und Gründungsmitglied Marian Gold. Schließlich sind die Songs Welthits und wurden schon etliche Male gecovert. „Natürlich sind diese Stücke nach außen hin die Identität dieser Band, das kann ich verstehen. Und ‚Forever Young‘ ist auch einfach ein Phänomen.“
Der Song habe wie jeder andere Alphaville-Hit ein Eigenleben entwickelt: „Keiner von uns hat sich bei der Produktion genau überlegt, was die Bedeutung dieses Stückes sein könnte, außer dass es um Vergänglichkeit und Unvergänglichkeit geht,“ sagt Gold. Und jetzt werde das Lied auf Hochzeiten genauso wie auf Beerdigungen gespielt.
Uns hat damals die Musik interessiert und nicht, wie lange wir mit der Band weitermachen können
Heute, 40 Jahre nach Bandgründung, sei Gold überrascht angesichts der bereits hinter ihm liegenden Karriere: „Uns hat damals die Musik interessiert und nicht, wie lange wir mit der Band weitermachen können.“ Der Fokus auf die Musik und darauf, sich mit jedem neuen Album wieder neu zu erfinden, sei aber gleichzeitig das Erfolgsrezept von Alphaville gewesen, meint der 69-Jährige.
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Sich wieder neu erfinden: Das ist auch Hintergrundidee des 2022 veröffentlichten Albums „Eternally Yours“, das Alphaville gemeinsam mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg aufgenommen haben und mit dem sie gerade durch Deutschlands Konzertsäle touren. „Es ist eine Reise durch das ganze Repertoire von Alphaville.“ Und dabei handele es sich nicht schlicht um Neuaufnahmen der alten und neuen Songs, sondern um Neuinterpretationen.
Köln: Alphaville spielen beim „Open Airport“-Festival
„Wir wollten sehen, was mit einem Orchester alles möglich ist. Und das ist der Charme, den dieses Album hat: Wir können andere Geschichten erzählen, die aber eigentlich schon immer in den Songs drinsteckten.“ An dem Projekt war auch Gründungsmitglied und Keyboarder Bernhard Lloyd beteiligt, der die Band 2003 verließ. „Uns verbindet nach wie vor eine sehr intensive und tiefe Freundschaft“, erzählt Gold. Mit dem dritten Gründungsmitglied, Frank Mertens, habe er dagegen keinen Kontakt mehr, was er „sehr bedauerlich“ finde. Nach den ersten Erfolgen verließ Mertens schon Ende 1984 die Band, „das war einfach zu viel für ihn.“
Derzeit touren Alphaville mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg durch die deutschen Konzerthäuser, Theater und Philharmonien. „Die Resonanz ist unfassbar“, meint Gold. Viele der Konzerte waren schnell ausverkauft, es gibt in vielen Städten Zusatztermine. Die speziellen Konzertlocations bieten teils nur begrenzten Platz, durch die besondere Form der Konzerte seien sie aber auch differenzierter und intimer.
Ganz anders wird es für Alphaville beim anstehenden Konzert in Köln: Am Donnerstag tritt die Band mit dem Orchester beim „Open Airport“-Festival am Flughafen Köln/Bonn auf. „Ich freue mich sehr darauf, dieses Programm, das wir bisher vornehmlich in Konzertsälen gespielt haben, ‚open air‘ zu präsentieren.“ Wobei Gold den Kölner Flughafen schon – wie alle europäischen Flughäfen – wie seine Westentasche kenne, sagt er lachend.
Bis Anfang nächsten Jahres läuft die Jubiläums-Tour nach derzeitiger Planung noch. Es gebe aber auch Überlegungen, sie weiter ins Ausland zu tragen, aus Nordamerika gebe es schon einige Anfragen. Währenddessen arbeiten Alphaville bereits an einem neuen Album: „Es wird ‚Thunder Baby‘ heißen, aber wahrscheinlich nicht vor Ende 2024 erscheinen“, verrät Gold. Es wird wohl diesmal keine Produktion mit einem Orchester, aber „wir werden die Erfahrungen, die wir mit dem Orchester gemacht haben, in die neue Produktion miteinfließen lassen“.